Mann beim Ausfüllen eines Formulars

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Beitragsfoto: Mann beim Ausfüllen eines Formulars | © Pixabay

Ich gehöre noch zu jenen, die mit Papiervisitenkarten groß geworden sind. Von meinen Arbeitgebern und von einer ehrenamtlichen Tätigkeit her bekam ich diese Kärtchen immer wieder gestellt. Und auch für alle meine eigenen Unternehmungen habe ich mir immer entsprechende Visitenkarten erstellen lassen. Zusätzlich noch für meine beiden eigenen Wahlkämpfe, weil mir dies sinnvoll erschien.

Alle diese Visitenkarten hatten eines gemeinsam, ich hatte immer mehr davon als ich tatsächlich benötigte. Einen Unterschied gab es nur bei meinen Wahlkampfkarten zu den anderen, denn erstere waren beidseitig bedruckt.

Meine echten Visitenkarten nutzte ich noch für Nachrichten aller Art und konnte dabei auch die gängigsten Visitenkartenabkürzungen auswendig. Diese Art der Kommunikation gefiel mir sehr gut, hatte leider aber den großen Nachteil, dass die meisten in meinem Umfeld damit wenig anzufangen wussten.

Und so habe ich mich schon vor Jahren bereits für eine „digitale“ Visitenkarte entschieden. In der aktuellen Version ist es eine schwarze Plastikkarte, die ich Interessenten vorzeigen kann. Diese können sämtliche Inhalte nur durch deren NFC-Funktion erhalten. Und weniger technisch versierte Zeitgenossen können einfach den QR-Code auf deren Rückseite nutzen.

Egal wie, alle Nutzer werden auf diese Website geleitet, wovon sie dann meine Verbindungsdaten abgreifen oder gerne auch teilen können.

Der Charme dabei, ich kann die bereitgestellten Daten jederzeit ändern, ergänzen oder auch gleich auf eine Landing Page oder mein Blog umleiten.

Was ich damit allerdings nicht mehr kann ist, einen Sammler zu erfreuen oder einfach und schnell eine Nachricht zu hinterlassen — wobei es kaum noch Menschen gibt, die diese noch lesen geschweige denn verstehen können.


Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

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Beitragsfoto: Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Sehr erfreulich, dass nun das traurige Thema der „Heldenverehrung“ im Heilbronner Rathaus auch von der Rhein-Neckar Zeitung (3.4.2024: 7) aufgegriffen wird. Wie von mir bereits geschrieben, wurde es Ende letzten Jahres offiziell, dass der ehemalige SPD-OB Dr. Hans Hoffmann nicht nur ein Nazi der ersten Stunde war, sondern als SS-Mann auch noch ein Mitglied einer weiteren kriminellen Organisation. Ergo, nicht nur bis 1945 ein sehr übler Mensch, sondern bis zu seinem eigenen Ende ein Lügner und Betrüger.

Und sofort hat der amtierende SPD-OB seine Hand schützend über den Genossen gehalten und verhindert, dass dessen Porträt abgehängt wird. Er sorgte dafür, dass ein gewöhnlich sehr willfähriger Gemeinderat zustimmte, weiterhin alle demokratisch veranlagten Heilbronner und ganz besonders die Opfer des Nationalsozialismus und deren Angehörige durch die sehr prominente Zurschaustellung eines Nazis gegenüber dem kleinen Ratssaal und gleich im Eingangsbereich des Rathauses zu beleidigen, wenn nicht gar sich über diese lustig zu machen!

Die letzten Wochen war ich wie Brigitte Fritz-Kador, die Autorin des oben genannten Artikels, im Rathaus unterwegs und darüber erstaunt, dass der vom Gemeinderat beschlossene Hinweis auf die Untaten dieses SPD-OB neben seinem Großporträt noch nicht zu sehen ist.

Und so war dies auch Thema bei der heutigen Sitzung im Zuge der kommenden Gemeinderatswahl, zumindest bei den demokratischer veranlagten Teilnehmern. Ich durfte dabei erfahren, dass das Namensschild von Hans Hoffmann wohl seit Anfang März 2024 mit einem QR-Code versehen sein soll, der auf einen Hinweistext des Stadtarchivs hinweisen würde. Ein QR-Code, den ich mehrfach — trotz meiner unbändigen Begeisterung für QR-Codes — und gerade auch heute wohl übersehen habe. Kann aber auch sein, dass die Stadtverwaltung einen QR-Code mit den altbekannten Mikrofiches verwechselt, die man bekanntlich ohne ein entsprechendes Lesegerät nicht entziffern kann.

Auf alle Fälle darf man sich fragen, ob überhaupt jemand diesen Hinweis findet, wenn schon jene ihn nicht finden können, die extra danach suchen!

Ich gehe weiterhin nicht davon aus, dass wir in Heilbronn weder mehrheitlich eine naziaffine Stadtspitze noch einen solchen Gemeinderat — diese sind dort noch in der Minderheit — haben, sondern vermute nun immer stärker, dass die berühmt berüchtigte Heilbronner Hasenmahlseilschaft nicht nur über Parteigrenzen hinweg ganz gut funktioniert, sondern deren Angehörige selbst über die Demokratie und den Tod hinaus treu zusammenstehen — „den Führer würde es freuen“ und Hans Hoffmann sicherlich lächeln.

Da unsere Gemeinderäte ganz offensichtlich keinen Hintern in der Hose haben, um zumindest ein Feigenblättchen eines Hinweises an ein Nazi-Porträt zu hängen, kann die Forderung unserer Heilbronner Bürgerschaft nur noch lauten: Hängt Hans Hoffmann nicht auf, sondern ab!

In letzter Zeit machen sich bei uns sehr erfreulich viele Bürger und ganz besonders Gemeinderäte dafür stark, dass man Demokratie fördern und unterstützen und dabei vor allem jeglichen antidemokratischen Bestrebungen entgegentreten muss.

Hic Rhodus, hic salta! — liebe Gemeinderäte: nicht schwätzen, sondern machen!


Strandspaziergang

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Beitragsfoto: Strandspaziergang

Nummernschilder

Es dürfte niemanden überraschen, auch Kalifornien hat Nummernschilder. Verpflichtend sind diese allerdings nur hinten am Auto. Seit ein paar Jahren kann man gegen Aufpreis auch wieder das schwarz-gelbe Layout wählen, ähnlich wie bei uns das ÖHR-Kennzeichen.

Was mich dieses Jahr überraschte, waren temporäre Nummernschilder, die man zu Hause ausdrucken kann und als Papierversion am Auto anbringt. Ein QR-Code sorgt dafür, dass man deren Rechtmäßigkeit überprüfen kann. Deren Gültigkeitszeitraum ist ebenfalls lesbar aufgedruckt.

Und als ich mich an die Papiernummernschilder gerade gewöhnt hatte, sah ich meine ersten beiden digitalen Nummernschilder, wohl eine Art Tablett in Form eines gewöhnlichen Nummernschilds. Was es damit auf sich hat, konnte ich allerdings nicht in Erfahrung bringen.

Es bröckelt

Auch während meines Aufenthaltes hier in Kalifornien komme ich nicht umhin, um meine monatlichen Rundschreiben zu versenden. Und so sind seit gestern zwei solche wieder zu den jeweiligen Abonnenten unterwegs. Von einem dieser Rundschreiben erhalte ich regelmäßig auch ein Feedback, ob diese zumindest auch vom Empfänger geöffnet werden. Laut Statistik öffnen durchschnittlich keine 30 % der Empfänger das Rundschreiben. Unabhängig davon muss ich zudem feststellen, dass sich der Empfängerkreis in weniger als zwei Jahren mehr als halbiert hat. Umso mehr freut es mich, wenn ich ein Feedback zu den Rundschreiben erhalte. Denn sonst könnte man durchaus zu der Überzeugung gelangen, dass man gegen Wände schreibt. Im Gegensatz zu einem persönlichen Weblog möchte man mit einem Rundschreiben doch schon den einen oder anderen Leser erreichen.

Im besagten Rundschreiben habe ich mich u. a. darüber ausgelassen, dass es in Europa an allen Ecken und Enden bröckelt, nicht nur bei den unterschiedlichen Leserschaften. Wer mehr darüber erfahren möchte, der kann dies gerne im hier verlinkten Rundschreiben nachlesen.

Zensur

Hans Müller schrieb in seinem gestrigen Beitrag über den neuen US-amerikanischen Kulturkampf und wie rechte Kreise dabei nicht einmal mehr vor Zensur zurückschrecken. Seine Feststellungen sind sehr schlüssig und meines Erachtens auch zutreffend.

Dabei macht er auch einen Abstecher nach Europa, genauer gesagt nach Ungarn, dort, wo eines der Vorbilder der heutigen deutschen Konservativen zu Hause ist. Interessanterweise pilgern diese aktuell sogar nach Florida, was Hans Müller durchaus hätte erwähnen können.

Erwähnen aber hätte Hans Müller müssen, dass inzwischen selbst bei uns in Deutschland Zensur gang und gäbe ist. Zwar nicht wie in den USA, wo damit die künftigen Wahlsiege der Republikaner garantiert werden sollen, sondern eher aus rein „linken“ ideologischen Gesichtspunkten heraus. Bei uns werden ebenfalls Kinderbücher aus den Regalen der Schulen und Bibliotheken entfernt und ganze Bücherreihen oder Autoren müssen umgeschrieben werden.

Ich bin der Überzeugung, dass Zensur, egal aus welchen Gründen auch immer, eine sehr schreckliche und äußerst gefährliche Angelegenheit ist. Und sowohl den Büchern wie auch später den Menschen wird es egal sein, warum sie auf den Scheiterhaufen geworfen werden — keine Ideologie kann Zensur rechtfertigen!

„I hope something good happens to you today.“

Autoaufschrift, CA-8RBD310 (30.5.2023)