Wassertropfen

Badegedanken 4.8 (8)

Beitragsfoto: Wassertropfen | © Pixabay

Aktuell kann ich mein Verlangen nach Nietzsche, Schoppenhauer oder Heidegger, welches sich gleich nach meinen Vorlesungen zwingend einstellt im Außenbecken des Stadtbades ertränken. Der Dank geht an die dortigen Mitarbeiter, die das Baden im Stadtbad ganz gut ermöglichen; um Schwimmen zu können muss man weiterhin andere Bäder aufsuchen, was aber nicht unbedingt an den Schwimmmeistern vor Ort liegt — auch diese müssen den Forderungen der Stadtverwaltung nachgeben. Sport findet bei uns weiterhin nur in den Sonntagsreden statt.

Kaum im Becken schweiften meine Gedanken ab. Ich vergleiche unser Universum oder Weltall mit einem grenzenlosen Wasserbecken. Dieses ist gefüllt mit Elementarteilchen, welche sich gem. der Quantentheorie zwar dort befinden aber keiner sagen kann wo genau. Diesen utopischen Zustand nenne ich einfach einmal Harmonie.

Und weil es eine Utopie nicht geben kann, „verklumpen“ sich die Elementarteilen fortwährend, was ab einer kritischen Masse dazu führt, dass sich temporär und lokal Raum-Zeit-Kontinuen bilden.

Im jeweiligen Raum-Zeit-Kontinuum findet dann so etwas statt, was genügend große Verklumpungen in diesem Kontinuum als Galaxie und Existenz wahrnehmen können. Und so bin auch ich nur ein zufälliges Materieklümpchen, welches sich zuerst Gedanken über die eigene Existenz und ggf. dann noch über die eigene Umwelt macht.

Zwingend eingebunden in mein Raum-Zeit-Kontinuum kann ich Existenz, Raum und Zeit wahrnehmen, welche es außerhalb dieses oder der anderen Kontinuen erst gar nicht gibt. Und so wie ich mich wieder in Wohlgefallen auflösen werde, wird sich auch das mir zugrundeliegende Kontinuum wieder einmal in einen Zustand der Harmonie versetzen.

Diese sehr einfache Sichtweise von Existenz, Raum und Zeit könnte auch erklären, dass sobald wir ins Weltall schauen, dort „Bewegung“ ersichtlich ist. Denn außerhalb von Raum und Zeit kann man weder Ort noch Geschwindigkeit bestimmen.

Und so wird man auch nie in ferne Galaxien reisen können, denn man ist bereits dort.

„Die Stelle, die in dieser Welt Gott innehat,
hat im Menschen die Seele inne. “

Seneca, 7. Buch, 65. Brief (2023: 437)

Schnappschuss

31.3.02025 4.7 (7)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Wochenstart

Die heutige Fahrt mit dem meseno-Bus war erfolgreich. Im Lauf des Tages gibt es dann noch eine Verabschiedung einer langjährigen Mitarbeiterin. Manche Menschen wachsen einem einfach ans Herz und so werde ich diese junge Dame bestimmt vermissen.

Und selbst die CDU kann noch für positive Überraschungen sorgen, denn nach durchgestochenen und in der FAZ zu lesenden Informationen soll Jens Spahn nun doch kein Minister werden. Wie er dafür dann entschädigt wird, bleibt abzuwarten — die Position des Königs von Mallorca ist noch unbesetzt, wobei Fraktionsvorsitzender bestimmt auch ginge.

Da er weiterhin ganz nach Unionstradition zum vielversprechenden Nachwuchs gehört, kann er gut und gerne vier Jahre aussitzen, so lange bis Gras über seine bisherigen Untaten gewachsen ist, und kommt dann wieder wie ein Shooting Star zurück. Anders war es bei der nicht mehr ganz so frischen Julia Klöckner, die musste man sogleich entschädigen. Schlimm genug, dass man bei uns Totalversager auch noch entschädigen muss; in der Politik geht es schon zu wie bei der Deutschen Bahn, wo Richard Lutz für seine Misserfolge gut 2 Millionen Euro im Jahr erhält. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum aus der Deutschen Bahn nichts mehr wird, besser noch nichts mehr werden darf, denn wir könnten uns die Managergehälter bei einer halbwegs erfolgreichen Bahn gar nicht mehr leisten — so groß kann der Bundeshaushalt gar nicht werden!

Auf alle Fälle aber konnten wir erneut lernen, dass es in Deutschland keine Geheimnisse gibt, sobald nur ein einziger Politiker mit involviert ist. Wir sind das Eldorado für alle Spione! Halte einem Politiker ein Mikrofon vor den Mund und man erfährt mehr, als es einem nur lieb sein kann.

Rundschreiben

Schon wieder Zeit für mein monatliches Rundschreiben mit aktuell 248 Abonnenten. Noch hat der Tag ein paar Stunden übrig und so werde ich einmal gucken, was ich so alles an Informationen zur Weitergabe finde. Die kommenden Europastammtische sind bereits unter Dach und Fach — interessante Unterhaltungen bei gutem Essen, wie ich finde, besser als jedes soziale Medium. Es sei denn, man liebt es, andere Menschen anonym zu beleidigen, ja dann muss man sich halt eine Tiefkühlpizza warm machen und ggf. noch ein paar Bier an der Tanke besorgen.

Letztes Wochenende habe ich wieder einmal Blogs gebinscht. Was dazu führte, dass ich damit anfing, meinen Zettelkasten etwas genauer zu betrachten. Wie bekomme ich all die Infos aus den Blogs verarbeitet? Manche fließen sofort hier in meine Beiträge mit ein. Andere muss ich noch eine Weile sacken lassen und einzelne verdienen es, dass ich sie zumindest einmal ablege, denn wer weiß, wann ich wieder einmal darauf zurückkomme — und dann das WWW zu durchforsten, wo ich was einmal gelesen haben könnte, ist mir einfach zu viel Mühe.

Da bastele ich lieber an meinem Zettelkasten und gucke, wie ich diesen für mich weiter optimieren kann. Und auch hierfür habe ich alleine an diesem Wochenende vier bis fünf Blog-Beiträge gefunden. Nun aber erst einmal gucken, wo ich die Inputs für mein Rundschreiben abgelegt habe.

Vermischtes

Der „Link rot“ war noch vor Kurzem wieder einmal ein Thema zwischen Detlef Stern und mir, wobei sich zuletzt auch ein Student mit in die Diskussion (Punkt 2 der folgenden Referenz) einbrachte und nun auch Thema eines Blog-Beitrags von Richard Griffiths. Mit diesem Beitrag hat er unsere Diskussion ganz gut zusammengefasst, ohne von dieser überhaupt zu wissen; was mich wiederum an die alte Memtheorie (Richard Dawkins) erinnert.

In seinem Beitrag führt er fünf Punkte auf, wobei ich zu seinem letzteren tendiere, auch wenn ich zudem inzwischen meinen Zettelkasten und zwei PDF-Ablagen (≠ Detlef Stern) als Wissenssicherung nutze. Und dort im Zettelkasten findet sich nun auch der besagte Beitrag von Richard Griffiths. [https://iiics.org/h/20250330155200]

„By writing my own version of the knowledge I’ve found, I’m passing it on to the next reader, who might just choose to do the same.

Action: Don’t try to store knowledge. Share, teach, discuss. Pass it on.“

Richard Griffiths, Writing Slowly (30.3.2025)

Unabhängig vom bevorstehenden Europa-Ball haben sich meine Tanzzeiten wieder etwas erhöht, leider aber auch die Anzahl der freien Plätze beim Ball. Aktuell haben wir noch für ca. 40 Tanzpaare Platz im Saal. Mehr als insgesamt 165 Tanzpaare wird es aber nicht geben, damit jeder Tanzwillige auf seine Kosten kommt und dabei auch noch tanzend so richtig Strecke machen kann — wenn die Paare dies möchten.

Apropos Strecke, ich befinde mich weiterhin nur im Bademodus, wobei die ersten Sonnenstrahlen im Außenbecken einfach eine Wonne sind und mir meine kleinen Auszeiten so richtig versüßen.

Gleich morgen gibt es ein Käffchen mit Detlef Stern, danach geht es in die wöchentliche Vorlesung und mit etwas Glück reflektiere ich diese wieder bei gutem Wetter im Außenbecken.

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.

Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen.

Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“

 Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, Erster Band, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel IV: Von dem was einer vorstellt. 
Fediverse Reactions

Stuttgarter Landtag

12.2.02025 4.5 (11)

Beitragsfoto: Stuttgarter Landtag

Vermischtes

Wenn wir schon einmal dabei sind, aus dem Wollhausumbau ist ebenfalls nichts geworden. Dafür können wir Bürger aber nichts — das hat der OB von ganz alleine verbockt.

Zerstreuung finde ich derweil beim Baden und Tanzen sowie beim Stöbern in den vielen Büchern, die ich schon lange gelesen haben wollte. Wie ich erfuhr, streiten sich die Gemeinderäte gerade darüber, welcher unbedeutende Stadtteil das neue Hallenbad bekommen soll — jeder präferiert dabei den eigenen. Und so schlachten wir unsere eigene Kernstadt weiter aus, nur um uns später über deren Trümmer zu beschweren. Diesen Fehler begannen die US-Amerikaner bereits vor Jahrzehnten und sind bekanntlich voll und ganz damit gescheitert. Deshalb revitalisieren diese ihre Downtowns, wo sie nur können.

Derweil stellen die US-Amerikaner fest, dass sie sich in einer waschechten Verfassungskrise befinden — welch eine Überraschung auch! Und dabei bereitet Donald Trump mit seinem neuen Adlatus Elon Musk längst die Übernahme der gesamten Welt vor, zumindest jene Teile, die sich nicht bereits andere Totalitaristen unter den Nagel gerissen haben. In bilateralen Gesprächen jeweils mit Wladimir Putin, Kim Jong-un und Xi Jinping werden aktuell die jeweiligen Pufferzonen festgelegt. Spätestens als Donald Trump den Gazastreifen als Top-Lage für sich entdeckte, sollte nun aber wirklich jeder an dessen Qualitäten als Immobilienmogul zweifeln.

Auch wenn ich wusste, dass die James Bond Filme auf einer wahren Geschichte basieren, war ich bisher davon überzeugt, dass die jeweiligen Regisseure maßlos übertrieben haben — so kann man sich irren!

Erfreulich, dass auch andere Blogger so langsam aber sicher erkennen, dass das mit den Social Media zumindest für uns Blogger eine Sackgasse ist. „Richtig nett“, dass manch ein Blogger nun glaubt, dass Social Media-Junkies jetzt auf Blogs umsteigen werden.

Spannend bleibt es, wie unsere Politiker das von Ihnen selbst verursachte Billionen Euro Haushaltsloch — wir sollten die Beschönigung endlich einmal bleiben lassen! — stopfen wollen? Die ersten Ideen geben sie bereits bekannt: z. B. Erhöhung der Mütterrente wie auch aller anderen Renten, Steuerbefreiung für Besserverdiener, Subventionen für Großkonzerne und und und.

Auf alle Fälle wird es spätestens im kommenden Jahr ein sehr böses Erwachen geben. Ich hoffe dabei wenigstens noch halbwegs in einer Demokratie! Ich befürchte aber, dass unsere Berufspolitiker zusammen mit ihrem Klientel oder umgekehrt, uns ganz bewusst in diese Misere manövriert haben, um uns dann ganz plausibel erklären zu können, dass Wirtschaft und Gesellschaft nur noch durch eine Diktatur zu retten sind. Und da dies eine sehr langfristige Planung voraussetzt, gehe ich davon aus, dass das besagte Klientel mit den Berufspolitikern gewackelt hat und nicht umgekehrt. Ein notwendiges Verfahren, das nach dem unrühmlichen Ende des Dritten Reichs zwingend angebracht war, da wir Deutschen dann doch noch so unsere Bedenken bekommen hatten.

Aber jetzt, wo es erneut um unsere eigene Existenz geht, sind wir wieder sehr schnell dabei, um den Juden, zumindest aber sämtlichen halbwegs semitisch aussehenden Menschen die Schuld zu geben.

„Die Zahlen des SWR BW Trends sind brisant: 49 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg können sich eine Zusammenarbeit mit der AfD vorstellen. Dabei gibt es jedoch Unterschiede:

  • 31 Prozent befürworten eine Zusammenarbeit je nach Einzelfall.
  • 18 Prozent sprechen sich sogar für eine generelle Kooperation der anderen Parteien mit der AfD aus.

Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch: 47 Prozent der Baden-Württemberger lehnen jegliche Zusammenarbeit mit der Partei entschieden ab.“

Inside-BW, Umfrage-Kracher! (12.02.2025)

Übrigens, die Erhöhung der Mütterrente betrifft auch nur die Besserverdiener unter den Müttern. Und diese bekommen dann auch nur ca. 15 Euro mehr — dafür kann man dann doch schon ein paar fremde Kinder über die Klinge springen lassen.

Apropos, sobald Stuttgart 21 — zumindest der Bahnhof — fertiggestellt ist, bekommt Stuttgart die nächste größte Baustelle Deutschlands. Nein, nicht die neue Oper, sondern einen Monsterlandtag für bis zu 500 Abgeordnete; was auch nachhaltig ist, denn es könnte auch einen kommenden Volkskongress beherbergen.

XXL-Landtag

Das Volksbegehren ist gescheitert, die erforderlichen 770 000 Stimmen konnten nicht erreicht werden. Damit wird der Landtag bald von ursprünglich 120 Abgeordnete auf über 200 Abgeordnete anwachsen. Die Kosten dafür werden im Milliardenbereich liegen, Geld, das wir z. B. für bessere und funktionsfähige Schulen dringender nötig hätten.

Doch das Volk hat wieder einmal gesprochen und wir sorgen weiterhin lieber für unsere Volksvertreter und deren Familien als für unsere eigenen Kinder: Hasenmahl statt Mensaessen! Wer das versteht, der kann auch durch Null teilen.

Dabei ging es unserem Land richtig gut, als wir noch ein Feierabendparlament hatten!

Korruption

Der Korruptionswahrnehmungsindex 2024 ist am 11. Februar 2025 erschienen. Er ist der weltweit bekannteste Korruptionsindikator und wird vom Internationalen Sekretariat von Transparency International erstellt. Der Index listet Länder nach dem Grad der in Politik und Verwaltung wahrgenommenen Korruption auf.

Dänemark liegt mit 90 Punkten an der Spitze von insgesamt 180 betrachteten Ländern, gefolgt von Finnland (88), Singapur (84) und Neuseeland (83). Luxemburg, die Schweiz und Norwegen haben jeweils 81. Punkte. Schweden erreicht immerhin noch 80 Punkte. Wir haben uns um drei Punkte verschlechtert und liegen nun mit 75 Punkten zusammen mit Kanada auf dem 15. Platz und damit wieder auf dem Stand der letzten CDU / SPD-Regierung. Großbritannien erreicht noch 71 Punkte, Belgien immerhin 69 Punkte. Vielleicht ein kleiner Trost, denn Österreich und Frankreich haben jeweils nur 67 Punkte. Die USA findet man zusammen mit den Bahamas auf einem Platz, beide erreichen jeweils 65 Punkte.

Auf der Website von Transparency International Deutschland findet man eine Einschätzung, warum wir nur auf einem 15. Platz liegen.

„Aber selbst wenn alles von den Alten entdeckt ist, wird dies immer neu sein, der Gebrauch und die Kenntnis dessen, was von anderen entdeckt ist, sowie die Anordnung.“

Seneca, 7. BUch, 64. Brief (2023: 421)