Garten

16.5.02025 4.9 (9)

Beitragsfoto: Garten

Vermischtes

Sobald nun die Abrechnung des Europa-Balls hinter uns liegt, wir kamen wohl wieder mit einem blauen Auge davon, versuche ich noch die GEMA-Gebühren zu reduzieren. Dann aber gilt es, mich den 9. Hertensteiner Gesprächen zu widmen. Die Landeszentrale für politische Bildung hatte nun genügend Zeit, um ihr Verhältnis zur AfD zu überdenken (vielleicht hilft dabei ein Blick in den aktuell viel diskutierten Verfassungsschutzbericht) und kann vielleicht doch noch an den Gesprächen teilnehmen.

Anders als beim Europa-Ball gilt die Finanzierung der Hertensteiner Gespräche als halbwegs gesichert, denn erfreulicher Weise hat man außerhalb unserer Stadt erkannt, welches Schätzchen sich darin verbirgt. Bis zum Ende des Monats können Interessierte noch ihren Hut in den Ring werfen, dann müssen wir aber Knöpfe an die Gespräche machen. Aktuell können wir zwar „nur“ acht Gesprächskreise und eine Podiumsdiskussion bieten, sind aber immer bereit, wenn sich weitere Unterstützer finden, die Gespräche auszubauen.

Wer von meinen Lesern an den Hertensteiner Gesprächen interessiert ist, der kann gerne mit mir Verbindung aufnehmen und ich nehme ihn mit auf die Teilnehmerliste; diese füllt sich langsam aber sicher.

Die Hochschule Heilbronn hat ihren externen Lehrbeauftragten ein neues E-Mail-System gegönnt, dies funktioniert nun ohne Probleme, wohl weil man auf eine altbewährte US-amerikanische Lösung zurückgegriffen hat — ich finde dies gut, warum nicht gleich so?

Bei der morgendlichen Blog-Lektüre fand ich einen Blogger, der noch über eine Amazon-Wunschliste verfügt, was mich daran erinnerte, dass ich auch eine solche habe. Nun versuche ich einmal, dort die Bücher einzustellen, die ich gerne noch mit in mein Literaturverzeichnis aufnehmen würde.

Heute Abend noch eine Vereinsveranstaltung, dann aber klinke ich mich für dieses Wochenende aus und krautere ein wenig im Garten — Arbeit für das eigene Seelenheil.

Tanzen

Gestern konnten wir noch das Tanzbein schwingen, wenn es schon nicht dazu gereicht hat, schwimmen zu gehen. Dafür sorgte aber eine junge und motivierte Tanzlehrerin, dass wir alle sämtlich etwas aus der Puste kamen.

Das Thema des Abends war dann der Europa-Ball. Manche fragten, warum es denn keine Presseberichte darüber gibt. Die Antwort ist dieselbe wie auf die Frage, warum es keine Europaflaggen beim Europa-Ball gab: Kleingeister und Wadenbeißer.

Den Treffpunkt Europa zermürbten sie über die Jahre hinweg und versprachen uns Heilbronnern eine eigene Veranstaltung, selbstverständlich viel größer und viel besser — „alles mit dem Mund“. Und darauf warten wir noch heute!

Und nun wird auch der Europa-Ball torpediert wo es nur geht. Dabei könnten die für Kultur und Politik Verantwortlichen in Heilbronn froh darüber sein, dass es noch ehrenamtliches Engagement gibt — trotz der fortwährenden Seitenhiebe und Wadentritte seitens des Gemeinderats und Rathauses.

Nennen Sie mir nur einen anderen Tanzball in Heilbronn, wo Tanzbegeisterte noch halbwegs tanzen können? Ehrenamtliches Engagement kaputtmachen und dann selber nicht liefern ist Heilbronner Lebensart.

Dabei könnten diese Damen und Herren doch ganz einfach erst einmal Konkurrenzveranstaltungen anbieten, bekanntlich belebt Konkurrenz das Geschäft — zumindest außerhalb unserer Stadt. Auf alle Fälle gibt es in Heilbronn bedarf für mindestens einen weiteren Tanzball.

Und wenn wir Heilbronner dann gleich mehrere gute Tanzbälle haben, können sich meine bessere Hälfte und ich überlegen, ob es unser Engagement noch braucht. Das Schöne und Gute daran, wir machen dies alles freiwillig und ehrenamtlich (ohne Bezahlung!) und verlieren beim Wegfall des Europa-Balls nichts. Ganz im Gegenteil, denn auch der Wegfall des Treffpunkts Europa hat uns viel Arbeit und noch mehr Nerven gespart.

Geheimdokument

Unsere Medien überschlagen sich, weil zumindest die ersten 499 von insgesamt 1069 Seiten (ohne Anhang) des vielfach gehypten Verfassungsschutzberichts zur AfD nun auch im Internet kursieren. Das Ganze wurde von den Autoren als „VS (Verschlusssache) – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH“ eingestuft, also die niedrigste mögliche Einstufung in deutschen Behörden. „VS – NfD“ wird beim Verfassungsschutz sicherlich auch auf den Formularen stehen, mit denen die zuständigen Mitarbeiter Toilettenpapier bestellen.

Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass das Thema jeden Bundesbürger betrifft, so müssen die Autoren vor einer offiziellen Veröffentlichung nicht einmal die von ihnen selbst gewählte Einstufung aufheben. Hinweis am Rande: sollte demnächst auch der Teil A des geleakten Dokumentes (Seite 1 – 499) nicht mehr im Internet zu finden sein, helfe ich gerne aus.

Auf die Schnelle habe ich den Teil B allerdings nicht gefunden, wohl auch deshalb, weil mich OSINT-Informationen, die zudem auf gut 1 000 Seiten ausgebreitet werden nicht wirklich interessieren — Zeitunglesen kann ich auch und sicherlich weit besser.

Beruflich hatte ich immer wieder einmal mit diesen Damen und Herren zu tun, manchmal dabei sehr viel zu lachen — was leider von diesen mindestens als VS-Geheim eingestuft wurde (reiner Selbstschutz!) und somit etwas schwieriger zu finden und zu teilen sein dürfte — und, wenn es dann tatsächlich wichtig war, mir meine Informationen gleich bei den Profis geholt.

So lange wir uns weiterhin Geheimdienste wie den Verfassungsschutz leisten können, dürfte unsere Welt aber noch völlig in Ordnung sein. Und wer nun immer noch vermutet, dass unser Verfassungsschutz die Verfassung schützt, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten — diesen uralten Witz konnte ich mir nun wirklich nicht verkneifen.

Wer aber nun tatsächlich wissen möchte, was im Bericht steht, der kann die unzähligen in den Medien vorhandenen Zusammenfassungen oder gar Exzerpte lesen.

Und wahrscheinlich werden alle auf dieselbe Schlussfolgerung kommen, die man übrigens bereits seit Jahren ohne größere Schwierigkeiten treffen kann, nämlich dass die AfD zumindest eine faschistische, mit großer Wahrscheinlichkeit aber eine nationalsozialistische Partei ist. Deswegen wird sie doch auch gewählt! Dass viele ihrer Abgeordneten korrupt, kriminell, völlig verblödet sind oder sich gar über TikTok und andere Medien an kleine Kinder heranwanzen wird dabei billigend in Kauf genommen.


Brainticket

Gong & Brainticket 4 (9)

Beitragsfoto: Plattencover

An manche Musikbands sollte ich mich erst erinnern, wenn ich „home alone“ bin. Auf alle Fälle aber nur dann auf den Plattenteller legen.

Gong und Brainticket sind zwei dieser Gruppen, die aktuell und wohl nur heute ihre Runden auf meinem Plattenteller drehen. Erstaunlicher Weise kam noch kein einziger Nachbar zu Besuch.

Mancher Leser wird nun über meinen Musikgeschmack etwas erstaunt sein und jene, die mich schon etwas länger kennen, dass ich diese Platten überhaupt noch besitze. Auch heute gilt noch, dass man sich als Mensch nicht in Schubladen pressen lassen sollte. Sich aber auch nicht allzu schnell selbst auf das eine oder andere festzulegen, denn dafür ist unsere Welt auch heute noch viel zu bunt und vielfältig. Zugegeben, nicht mehr annähernd so wie noch Ende der 1960er- bis Ende der 1970er-Jahre!

Meine damaligen Freunde gingen noch bis Frank Zappa mit, hatten zwar auch von Janis Joplin und Jimi Hendrix gehört, stiegen dann aber doch bei den nun beschriebenen Bands aus. Erfreulicher Weise kamen sie aber wieder, und dies entgegen der ersten Ansage von Brainticket, dass man Freunde verlieren wird, sobald man deren Platten mit diesen zusammen hört.

Die 1970er-Jahre waren für persönliche Experimente und die eigene Selbstfindung ein exzellentes Jahrzehnt. Nur wer halbwegs die gesamte Bandbreite des Angebots kennt, kann sich guten Gewissens für einzelne Dinge entscheiden. Und wer nur den Jazz kennt, kann niemals ein echter Jazz-Liebhaber sein! Und wenn man wie ich eine ganz passable Jazz-Plattensammlung hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass man dann nur noch Jazz hoch und runter hört.

Für manche Menschen dürfte es gar keinen Unterschied machen, ob man nun Psychedelic-, Krautrock- oder Jazz-Musik spielt. Auch Liebhaber von Folk- oder Volksmusik muss es geben; durch gut 30 Jahre Treffpunkt Europa gestählt, erschüttert mich diesbezüglich gar nichts mehr; eine Helene Fischer mal ausgenommen.

Gong wurde 1968 gegründet aber von mir erst mit ihrem Sidekick „Planet Gong – Live floating anarchy 1977“ im Jahr 1978 wahrgenommen. Mit ihrer Platte „Downwind“, die nun jazziger wurde bekam die Gruppe 1979 etwas mehr Aufmerksamkeit. Zwar spielte dort noch Mike Oldfield mit und Carlos Santana ließ sich höchst persönlich von der Platte inspirieren, dennoch wanderte mein Interesse eher in Richtung Hip-Hop und Rap ab.

Gong, das waren hauptsächlich Daevid Allen, Pierre Moerlen, Allan Holdsworth, Steve Hillage und bei „Planet Gong“ noch Gilli Smyth, experimentierte damals ebenfalls und ich weiß nicht, wo die Musiker inzwischen gelandet sind. Auf alle Fälle folgte ich auch deren Aufforderung nicht, die Platte gleich am besten im Laden zu klauen; ich bekam sie vom Ladenbesitzer zum Sonderpreis, wer hätte sie bei uns auch sonst genommen?

Bereits 1976 wurde ich auf Brainticket aufmerksam, eine Band, die ihre Wurzeln im Soul-Jazz hatte und mit der Platte „Cottonwoodhill“ 1971 für mehr Verwirrung als sonst üblich sorgte. Und so war dies auch meine erste Platte von Brainticket.

Vielleicht hätte ich aber dem zweiten Plattenhinweis folgen sollen, nämlich: „Only listen once a day to this record. Your brain might be destroyed!“ Mancher Leser wird jetzt wohl denken, das erklärt doch so einiges. Ich hörte diese LP auf alle Fälle mehrfach hoch und runter. Auch wenn der Bandleader Joel Vandroogenbroeck noch bis 2019 durchhielt, war für mich dieses Abenteuer bereits 1980 mit der Platte „Adventure“ zu Ende — für meinen damaligen Geschmack zu zahm und zu altbacken.

In den 1980er-Jahren nutzte ich „Cottonwoodhill“ nur noch um Stereoanlagen zu testen oder als Waffe, der reinste Psychoterror. Konnten meine männlichen Freunde, Kameraden oder gute Bekannte das Ganze noch halbwegs nachvollziehen und ab einer bestimmten Promillegrenze sogar für gut befinden, traf der erste Warnhinweis der Platte bei meinen weiblichen Gästen voll und ganz zu: „After listening to this record your friends won’t know you anymore“. — wohl der beste Rausschmeißer aller Zeiten und vielleicht ist diese Platte deshalb heute so gesucht.


Europa-Ball 2025

Europa-Ball 2025 – Hot Wash Up 5 (11)

Beitragsfoto: Aufbau in der Harmonie

Von der Bühne hat man immer einen guten Überblick über das gesamte Geschehen, zudem streifte ich des Öfteren durch die Reihen und konnte auch ab und zu selbst das Tanzbein schwingen.

Kurz vor 2 Uhr in der Früh war der Europa-Ball mit dem Abbau zu Ende. Meine bessere Hälfte und ich konnten noch einen kleinen Absacker mit der Band nehmen, erhielten dabei von den Profimusikern von Happyness Voice (Bandleader: Andreas Cranen) gutes Feedback und entließen diese dann aber in die Nacht, denn die Sängerin der Band musste noch bis nach Mainz zurückfahren.

Da nicht jede Band über eigene Roadies verfügt, müssen das die Musiker mitmachen. Wenn man dann das Ganze vom Auf- bis Abbau miterlebt, muss man sich fasst schon schämen, wenn man schaut, wie viel Gage die Musiker für ihren Auftritt erhalten. Beruhigend wieder, dass wir das Ganze ehrenamtlich machen und selbst für unsere Bemühungen keinen einzigen Cent erhalten, ganz im Gegenteil, wir zahlen sogar noch dafür — das nur zum Thema echtes Ehrenamt!

Dann wollten wir uns noch mit den Europäischen Föderalisten, welche im Parkhotel ebenfalls auf eigene Kosten übernachteten, zu einem Schlummertrunk treffen. Leider hatte das Hotel und die Bar 10/42 bereits geschlossen — ein Großstadtfeeling kam dabei nicht gerade auf.

Mein erstes Fazit ist ein sehr persönliches, ich bin keine 17 mehr! Auch wenn die Band mich mit entsprechender Musik, einige der Musiktitel kamen aus dem von mir jüngst beworbenen 1970er-Jahren stimmungsmäßig dorthin verfrachtete. Ein 18 Stundentag (oder wie man in meinem Beruf so gerne sagt, eine „extended day shift“) hinterlässt inzwischen seine Spuren: Der Geist ist noch willig, der Körper zu schwach.

Die Harmonie überraschte mich dieses Jahr mit einer neuen Beleuchtungsanlage, die zumindest meine Wünsche mehr als erfüllte. Mein Versuch, diese neben der Moderation mit zu steuern, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt — was bei den Proben der Gruppen noch halbwegs hinhaute, klappte beim Ball überhaupt nicht mehr: ob es auch bemerkt wurde, sei einmal dahingestellt. Hier müsste ich einen Freiwilligen finden, der sich beim nächsten Mal dieser Aufgabe annimmt.

Mit Nasser Sarout vom Akzente Foto Store, der wie das Jahr zuvor von allen Teilnehmern Fotos machte, hatte ich abgesprochen, diese Bilder während des Abends an eine Wand zu werfen. Dies klappte nur bis zum ersten Austauschversuch, als ich feststellen musste, dass ich dies ebenfalls nicht zeitgleich neben meinen anderen Aufgaben bewältigen kann. Hier müsste ich ebenfalls einen Freiwilligen finden, der sich dieser Aufgabe annehmen kann.

Um 18.00 Uhr waren alle Ballvorbereitungen abgeschlossen und die Tanzgruppen für ihre jeweiligen Auftritte gerüstet. Auch die Band hatte sich bereits eingespielt.

Mit Saalöffnung begann die Trommlergruppe des Deutsch-Afrikanischen Vereins alle bereits anwesenden Gäste mit ihren Künsten zu begeistern. Der Vereinsvorsitzende Angelo Bengui, der selbst eine eigene Musikband hat, trommelte dabei höchst persönlich mit. Ab Balleröffnung um 19.00 Uhr genoss er die musikalischen Künste seiner Kollegen — schön, einmal anderen bei der Arbeit zugucken zu können.

Sehr erfreulich die Aktivitäten vor Ballbeginn im Foyer der Harmonie. Wir hatten unter dem Motto „Culture meets Politics“ sämtliche demokratischen Parteien eingeladen, um für sich und unser gemeinsames Europa zu werben. Und so kamen Bündnis 90/Die Grünen mit einer fünfköpfigen Standbesatzung zum Ball. Angeführt wurden sie von der Landtagsabgeordneten Gudula Achterberg, die es sich nicht nehmen ließ, gleich mit ihren Mitbürgern ins Gespräch zu kommen und nicht nur bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterließ. Ebenfalls mit an Bord Sibylle Riegger-Gnamm, die im Wahlkreis Neckarsulm für ein Landtagsmandat antreten wird.

Die Partei der Humanisten war mit zwei Vertretern vor Ort, wobei der Landesvorsitzende Steven Schmitt bei den Gästen um Unterschriften für die Zulassung der Partei zur kommenden Landtagswahl warb.

VOLT war ebenfalls mit zwei Vertretern vor Ort, darunter der Heilbronner Vorsitzende Andreas Zwickl. Last but not least war auch die FDP mit einem Stand vertreten, nämlich mit dem Juli-Kreisvorsitzenden aus Ludwigsburg Sevic Mihajlo — schon Ende der 1970er- Jahre waren es wir Julis, die die FDP rockten! — what a coincidence zum Ballgeschehen und meiner vorgehenden Musikauswahl hier im Blog.

Neben den Parteiständen gab es noch drei weitere Stände. Einen von Mladost Bosne, wobei auch hier Semin Bristina verantwortlich zeichnete, nicht nur für die abendlichen Auftritte seiner beiden Jugendgruppen. Einen zweiten vom Deutsch-Afrikanischen Verein sowie einen Gemeinschaftsstand der EUROPA-UNION und der JEF. Hierbei freute es mich sehr, dass der JEF-Kreisvorsitzende Leonhard Reinwald auch noch während des Balls immer wieder am Stand vorbeischaute und das Gespräch mit Interessierten suchte.

Unsere eigenen Vereinsmitglieder der EUROPA-UNION betreffend konnte ich erneut feststellen, dass es gerade wieder jene waren, welche doch so gerne einen Posten im Kreisvorstand hätten, die durch Abwesenheit glänzten. Unser Europa lebt vom (Mit)Machen nicht nur vom Schwätzen!

Und nun zum Ballgeschehen. Wir hatten gut 250 Ballgäste, wobei wir nicht jene Gäste mitzählten, die den gesamten Abend über dem Ball auf der Empore folgten. Dies ist ein Add-on zum Europa-Ball und dessen Treffpunkt Europa Tradition geschuldet. Von der Bühne aus konnte ich auch diese Gäste beobachten und freute mich sehr, dass diese ohne selbst zu tanzen am Europa-Ball ihre große Freude hatten.

Was u. a. dazu führte, dass ich noch während des Europa-Balls bereits Anfragen zur aktiven Teilnahme am kommenden Ball erhielt, was aber ein Thema für einen kommenden Blog-Beitrag sein dürfte.

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass die EUROPA-UNION Landesvorsitzende Evelyne Gebhardt erneut am Europa-Ball teilnahm. Es gab kaum einen Tanz, den sie ausließ und so lernte ich Evelyne nach all den Jahren von einer ganz anderen Seite kennen — Ballkultur at its best!

Auch gefreut habe ich mich darüber, das erneut Kreisvorsitzende aus den Nachbarkreisen mit beim Ball waren. Aus Mannheim kamen Peter Schulze mit Gattin und aus Rems-Murr, Markus Götz mit Gattin. Und aus Bad Kissingen kamen gleich vier Europäische Föderalisten. Den weitesten Weg legten Gäste aus Belgien zurück.

Nicht nur am Rahmenprogramm konnte man erkennen, dass Europa viel größer ist, als es sich viele vorstellen können. Aber egal wie groß Europa auch sein mag, es fußt immer auf unseren Gemeinden vor Ort; ein demokratisches Europa wird von unten nach oben aufgebaut und nicht anders herum. Und so wird es auch in den Städten und Gemeinden Europa gelebt — oder aber nicht, was letztendlich dessen Ende bedeutet!

Und so freute ich mich umso mehr, dass ich von der CDU zwei Gemeinderäte begrüßen durfte. Aus Marbach kam Phileas Hammer und aus Heilbronn kam Uwe Mettendorf mit Gemahlin. Die Freien Wähler Heilbronn waren nicht nur gleich mit zwei Gemeinderäten, Herbert Burkhardt und Michael Kuhn, und deren Ehefrauen vertreten, sondern unterstützen den Europa-Ball, indem sie einen ganzen Tisch für den Europa-Ball buchten.

Wenn der Heilbronner Gemeinderat mehrheitlich für unser Europa wäre, gäbe es nicht nur Europaflaggen in der Stadt zu sehen, was selbst in unseren Nachbargemeinden inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist, sondern die demokratischen Fraktionen im Gemeinderat würden die EUROPA-UNION zumindest dahingehend unterstützen, indem sie sich jeweils einen Tisch beim Europa-Ball reservierten. Und so muss ich hier ganz besonders die Freien Wähler loben — dies hat nichts damit zu tun, dass ich einmal deren Vorsitzender sein durfte, sondern alleine damit, dass die Freien Wähler sich vor Ort für ihre Mitbürger einsetzen, auch für die EUROPA-UNION.

Apropos Europaflaggen. Manchen Gästen dürfte es aufgefallen sein, dass dieses Mal weder eine Europaflagge im Saal hing, noch die Harmonie entsprechend beflaggt wurde. Trotz schriftlicher Zusage von der Stadt hatte man dies „einfach vergessen“. Herbert Burkhardt wollte noch während des Balls nachsteuern, was aber erwartungsgemäß nicht funktionierte — es gab noch einen kurzen Schriftverkehr mit einem wohl für die Misere nicht verantwortlichen städtischen Angestellten und etwas Verwirrung bei mir und weiteren Mitarbeitern der Harmonie.

Meine erfreuliche Erkenntnis daraus, Europäer und Demokraten benötigen eigentlich gar keine Flaggen und Staatssymbole, um existieren und feiern zu können. Schön wäre eine Europaflagge zumindest im Theodor-Heuss-Saal der Harmonie aber dann doch gewesen.

Wir Heilbronner werden gerne als Stadt der Krämerseelen verschrien, dabei sind wir inzwischen eher in unserem Gemeinderat und unserer eigenen Stadtverwaltung Kleingeister und Wadenbeißer. Anders kann ich es mir beim besten Willen durch die in all den Jahren und dies in verschiedenen ehrenamtlichen Ämtern gemachten Erfahrungen wirklich nicht mehr erklären.

Als militanter Föderalist und besonders in meiner Rolle als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION halte ich weiterhin alle Gesprächskanäle offen, denn letztendlich geht es doch um unser gemeinsames Europa, unsere Demokratie und unsere Stadt.

Und dass man zusammenarbeiten kann, zeigten CDU und Freie Wähler noch während des Europa-Balls, nämlich als Uwe Mettendorf mit Gattin am Tisch der Freien Wähler Unterschlupf fanden — gelebte Demokratie und ein kleiner Funken Hoffnung.

Auf alle Fälle hatten, wie von uns vorab versprochen, alle Tänzer ausreichend Platz, um tanzen zu können! Die Band ließ keine Wünsche offen und so gab es sogar ab und zu Disco Fox und einmal eine spontane Line Dance Einlage. Und da manche Männer doch etwas tanzfauler als die Damen waren, gab es auch vereinzelte Einzeltänzerinnen. Alles in allem sehr harmonisch, passend und für alle Ballgäste mehr als zufriedenstellend.

Wir konnten es inzwischen zum zweiten Mal beweisen, dass der Europa-Ball in Heilbronn selbst über die eigenen Landesgrenzen hinaus für alle Tänzer und Tanzbegeisterte die Adresse ist!

Mit unserem Rahmenprogramm, welches wir den echten europäischen Gruppen des Treffpunkts Europas zu verdanken haben, jenen Gruppen, die der EUROPA-UNION auch nach dem Wegfall des Treffpunkts Europa die Treue hielten, konnten wir den Ballgästen ein kulturelles Angebot bieten, welches ebenfalls zumindest über unsere Region hinaus ausstrahlt. Erfreulich dabei, dass wir dieses Mal zwei neue Gruppen für den Europa-Ball gewinnen konnten.

Der Ball wurde durch die Ballettschule Kerstin Brenner fulminant eröffnet, danach folgte ein Highlight nach dem anderen. Der Applaus und einige regelrechte Begeisterungsstürme bestätigten dies.

Azahar Flamenco Gitano, die Grupo Raza, KunSt 07, Mladost Bosne und nach der Ballettschule Brenner ebenfalls neu mit dabei Majidah’s Tribe boten Tanzkultur in ihrer besten Form. Sämtliche Tänzerinnen und Tänzer eine reine Augenweide!

Zum krönenden Abschluss boten Klaus Brenner von der Tanzschule Brenner und Kerstin Brenner von der Ballettschule Brenner eine Tango Argentino Einlage, welche nicht nur alle anwesenden Damen träumen ließ.

Ballkultur will gelernt und auch geübt werden und so viel es nicht nur der Tanzband auf, dass dieses Mal die Tänzer länger durchhielten als noch beim ersten Europa-Ball in der Harmonie, man muss auch beim Tanzen lernen, seine Kräfte einzuteilen.

Auch fiel es auf, dass es weit mehr schöne Ballkleider und Garderoben gab als beim Europa-Ball zuvor. Sowohl von der Empore als auch von der Bühne aus ergab das wunderbare Bilder. Zur Ballkultur gehört es einfach mit dazu, dass man sich als Ballgast schick macht! Jeder so wie er es gerne möchte und hätte und dies macht einen Tanzball auch heute noch so faszinierend.

Mein Hot Wash Up zum Europa-Ball zieht ein mehr als positives Fazit. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, was die anderen Teilnehmer so sagen und schreiben werden. Da es in Heilbronn kaum noch interessierte und geeignete Journalisten gibt, werde ich in den kommenden Tagen in meiner Rolle als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION noch einen eigenen Presseartikel zum Europa-Ball schreiben und auf der Website der EUROPA-UNION veröffentlichen.

Bis dahin dürften die ersten Reaktionen bei mir eingetroffen sein. Und ich hoffe nun auch sehr, dass nicht wieder Vorsitzende von Heilbronner Parteien wegen dieses Blog-Beitrags mit einem Austritt aus der EUROPA-UNION drohen, denn gerade als Vorsitzender eines Vereines oder gar einer Partei sollte man das eine vom anderen unterscheiden können müssen. Die beim Europa-Ball anwesenden Parteimitglieder können dies doch auch.