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16.12.02021 5 (3)

Blogroll

Ich habe gerade beim Weblog-Stöbern — ein viel besserer Zeitvertreib als die doch so kommerziellen Social Media — wieder einmal eine Blogroll gesehen. Als erstes wollte ich diese auch gleich durchschauen, aber dann dachte ich daran, dass ich heute doch noch so einiges vorhabe und ließ es bleiben. Jetzt bin ich gespannt darauf, wann meine Neugierde zu groß werden wird und ich darauf zurückkommen werde. Die „Zwischentage“ bieten sich da bestimmt gut dazu an.

Auf jeden Fall habe ich jetzt aber wieder einen Floh mehr im Ohr und überlege mir, ob so eine Blogroll auch etwas für mein Weblog ist — wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich so eine Blogroll auch schon das eine oder andere Mal.

Wenn ich mich weiter erinnere, dann kamen die Blogrolls aus der Mode, weil sie von den Google Algorithmen als eine Art „Spamming“ angesehen wurden, und damit dem allseits so beliebten SEO zum Opfer fielen. Dabei sind sie doch noch heute in erster Linie gute Tippgeber für Weblog-Leser und ein guter Einstieg in die Welt der Weblogs.

Und wer sich damit näher beschäftigt, wird staunen, wie viele Weblogs doch noch so im World Wide Web zu finden sind. Ich meine, diese Welt ist wesentlich interessanter und oftmals auch spannender als die Twitter und Co. „Zwitschereien“, welche nicht nur immer mehr kommerzialisiert werden, sondern auch meist nicht allzu sehr zielführend sind.

Mülleimer

Jüngst setzen sich einige Stadträte der Freien Wähler, u. a. Marion Rathgeber-Roth, für mehr Mülleimer innerhalb des gesamten Stadtgebietes ein. Leider stehen solche — bei uns durchaus notwendigen — Maßnahmen nicht im Fokus der Stadtverwaltung.

Hier sind unsere Stadträte ganz offensichtlich wieder näher am Bürger als unsere eigene Verwaltung, die wohl weiterhin vom „Idealbürger“ ausgeht. Auch ich bedauere es sehr, dass es nötig ist, in unserer Stadt für mehr Mülleimer und Hundekotbeutelspender einschließlich entsprechender Entsorgungsbehältnisse zu sorgen.

Wir Heilbronner sollten lieber wieder zur alten Tradition der Müllvermeidung zurückkehren. Noch heute ist es mir unverständlich, dass ein Einheimischer überhaupt auf öffentliche Mülleimer zurückgreifen muss. Noch unverständlicher ist es mir, dass diese Mitbürger dann nicht einmal in der Lage sind, ihren Müll in solchen auch zu platzieren.

Meines Erachtens liegt die Lösung alleine in der vermehrten Bildung unserer Mitmenschen und bis dahin bei drakonischen Strafen, die so richtig, ich meine wirklich richtig, weh tun — gerne ab 500 Euro aufwärts je Kippe etc. Selbstverständlich müssen diese dann auch durchgesetzt werden!

Kernstadt

Erfreulich ist, dass die wenig ansprechende Situation der Heilbronner Kernstadt so langsam in den Fokus des öffentlichen Interesses rückt — sollte es auch, denn dies ist für alle Heilbronner eine sehr ernste Angelegenheit.

Gut ist auch, heute in der Heilbronner Stimme zu lesen, dass die Verantwortlichen jetzt auch Punkte thematisieren, die uns Heilbronnern bereits Jahrzehnte bekannt sind. „Heilbronn kenne man ja nur von der Autobahn aus und den zwei Kühltürmen.“ (Stefan Ernesti, Heilbronner Stimme v. 16.12.2021: 24)

Weniger gut ist, dass die Verantwortlichen weiterhin sämtliche Verantwortung von sich weisen; „alle“ sind schuld an der Misere, nur nicht die, die von uns dafür bezahlt werden, dass Heilbronn wieder zu einer lebenswerteren Stadt wird.

Und gerne nochmals: Großinvestoren sind gut für die Schau und schmücken auch so manchen OB, aber eine Stadt lebt von den Investitionen ihrer Bürger. Und diese Bürger können und wollen nur dann investieren, wenn die Stadtverwaltung für die notwendigen Rahmenbedingungen sorgt und diese dann auch über Jahrzehnte hinweg garantiert. Denn eine Heimatstadt ist kein kurzfristiges Spekulationsobjekt oder gar ein Steuervermeidungsmodell!

Traurig ist, dass die verbliebenen Heilbronner Immobilienbesitzer, die, über Jahrzehnte hinweg, versuchen ihre Objekte in Schuss zu halten, nicht nur unter dem Wegfall der notwendigen Ruhe und Ordnung in der Kernstadt sowie dem Mangel an Sauberkeit zu leiden haben, sondern auch immer öfters Opfer von Mietnomaden oder Miet-Vandalen werden.

Wenn man, wie es in den USA beispielhaft zu sehen war, die Kernstädte bewusst ruiniert, und dies wahrscheinlich nur, um Großinvestoren später billig zu neuen Objekten zu verhelfen, wird man erkennen müssen, dass diese an verwahrlosten Innenstädten ebenfalls kein Interesse mehr haben. Wie dann solche Innenstädte aussehen, kann man noch heute, z. B. in Detroit und Co. wunderbar beobachten.

Ceterum censeo, wir müssen unsere Fußgängerzonen wieder zu solchen machen! Wir müssen diese sogar auf die Nebenstraßen der Kernstadt erweitern! Wir müssen dafür sorgen, dass weniger Kfz aller Art, Bettler, Hausierer und sonstige Gestalten die Bürger belästigen! Wir müssen sie wieder sichtlich müllfrei bekommen!

Nicht zu vergessen: das Thema der öffentlichen Toiletten!

Sobald unsere Kernstadt mit einem stimmigen Konzept von den Parkhäusern bis hin zu den kleinsten Läden um die Ecke aufwarten kann, und sowohl Heilbronner Bürger als auch Besucher wieder unbeschwert durch die Stadt flanieren und dort auch, z. B. auf einen Kaffee, verweilen können, wird Heilbronn zu einer Stadt werden, an der man nicht nur winkend auf der Autobahn vorbeifährt.

Leseempfehlung des Tages

Diese kommt heute vom New Yorker und hat das Neinsagen zum Thema. Liana Finck schrieb diesen kurzen Einwurf unter dem Titel „Dear Pepper: The Power of No“ am 1. Dezember 2021.

Geburtstage des Tages

Jane Austen, Wassily Kandinsky und Arthur Charles Clarke


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2.12.02021 5 (1)

Blacklist

Heute sprühe ich nur so vor Ideen. Zum Beispiel denke ich nun darüber nach, eine ganz persönliche „Blacklist“ über Firmen anzulegen, die mich nur noch nerven. Und da ich ja ständig hier auf Kümmerles Weblog schreibe, diese Liste dann, ganz folgerichtig, für jeden einsehbar zu führen.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, was aus dieser Idee wird? Dabei halte ich zumindest für mich fest, warum mich gerade diese Firma so stark nervt, dass ich Zeit darauf verwende, um sie in eine solche Liste einzutragen.

Datenschutz

Noch vor Kurzem habe ich die Institution Datenschutzbeauftragter gelobt, da diese tatsächlich das macht, wofür sie geschaffen wurde. Dabei hatte ich aber auch festgestellt, dass es doch so einige deutsche Firmen gibt, denen Datenschutz völlig egal ist und die auch keine Angst davor haben, von unseren Beauftragten für Datenschutz angesprochen zu werden.

Inzwischen hat sich das Ganze weiter verändert.

Im Falle, dass man sich nun beim Datenschutzbeauftragten beschweren möchte, langt es nicht mehr, eine E-Mail an den, für einen selbst zuständigen, Datenschutzbeauftragten zu senden, die dieser dann an die entsprechende Stelle — man kennt seine Kollegen, zumindest sollte es so sein — weiterleitet.

Sondern, man wird aufgefordert, zuerst festzustellen, welcher Datenschutzbeauftragte für die Firma, über die man sich beschweren möchte, zuständig ist. Dies festzustellen ist in Deutschland nicht so einfach, da die Impressumspflicht — die einen die Firma auch lokalisieren lässt — wohl nur für den Normalbürger gilt.

Wenn man nun den Geschäftssitz der betroffenen Firma herausgefunden hat, dann sucht man noch den dafür zuständigen Datenschutzbeauftragten heraus. Und wenn man den gefunden hat, sucht man nun das entsprechende Formular.

Dort darf man sich dann als Bürger „vollständig ausziehen“ bevor man die Gelegenheit erhält, Angaben zum Sachverhalt zu machen. Erfreulicher Weise wird man nun sogar gefragt, ob man zustimmt, dass die Behörde die eigenen persönlichen Daten an die betroffene Firma weiterleitet.

Und wenn man das dann alles gemacht hat und auf Absenden drückt, verschwindet die Beschwerde im digitalen Nirvana deutscher Behörden. Seit Tagen warte ich nun wenigstens auf die gesetzlich vorgeschriebenen Empfangsbestätigungen dieser Behörden — wahrscheinlich haben sie meine Beschwerden aber erhalten, da ich von einer betroffenen Firma nun sehr massiv mit Werbung zugeschüttet werde.

Da passt es jetzt doch sehr gut, dass die ersten Politiker weniger Datenschutz fordern! Dabei meinen sie aber nur weniger Schutz für uns Bürger, denn betrügerische Firmen und Verbrecher genießen in Deutschland schon immer den höchst möglichen Schutzstatus.

Termine

Konnte ich mir gestern noch den Tag mit vorlesen an meiner alten Grundschule versüßen, so habe ich heute doch ein paar weniger angenehme Termine vor mir. So richtig frei wird man wohl erst dann sein, wenn man es schafft, nur noch die Termine wahrzunehmen, die einem auch persönlich zusagen. Aber ich arbeite zumindest daran.

Geburtstage des Tages

Maria Callas und Gianni Versace


Käthchen-Weihnachtsmarkt 2021

Weihnachtsmarkt 5 (1)

Beitragsfoto: Käthchen-Weihnachtsmarkt 2021

Wir erinnern uns, der Weihnachtsmarkt 2020 musste deshalb ins Wasser fallen, weil unsere Verwaltung von Weihnachten allzu sehr überrascht wurde, und deshalb keine Zeit mehr blieb, um auch nur alternative Ausrichtungsmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Ich hatte dazu bereits am 17. Oktober 2020 einen entsprechenden Beitrag geschrieben.

Wir erinnern uns auch, dass zu Anfang der Pandemie einige Experten davon berichteten, dass eine Pandemie durchaus drei bis vier Jahre lang wüten kann, und darüber hinaus alle einer Meinung sind, dass für eine erfolgreiche Pandemiebekämpfung weit über 80 Prozent der Bevölkerungen immunisiert sein müssen, sei es, dass sie selbst aufgrund eines entsprechenden Krankheitsverlaufes oder einer Ansteckung Abwehrstoffe entwickelt haben oder durch diesbezügliche Impfungen geschützt sind.

So war uns allen spätestens ab diesem Sommer bekannt, dass die Pandemie auch noch zu Weihnachten wüten wird und ihre Opfer verlangt, und ganz besonders war uns Heilbronnern bekannt, dass wir als Stadt- und Landkreisbevölkerung an der Spitze der Pandemieverleugnung marschieren. Warum dies so ist, hatte ich ebenfalls und mehrfach hier im Weblog geschrieben. Auf jeden Fall hat dies Folgen und die lassen sich auch messen: die gestrige Inzidenz der Stadt Heilbronn beträgt übrigens 585,2!

So war uns allen bekannt, dass es spätestens zu Weihnachten zu Engpässen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung kommen und es uns Heilbronner besonders hart treffen wird. Auch ist uns allen bekannt, dass Geimpfte nicht nur weniger schlimm von einer Erkrankung getroffen werden, sondern deren Inzidenz auch signifikant geringer ist! Deswegen gibt es seitens der Politik auch das Versprechen — wir wissen leider, was politische Versprechen Wert sind (!) –, dass Geimpfte und Genesene nicht wieder in Sippenhaft genommen werden.

Und so musste ich bereits wieder u. a. am 20. Oktober 2021 über das Thema Weihnachtsmarkt schreiben. Tragbare und funktionierende Möglichkeiten, um doch noch einen Weihnachtsmarkt in Heilbronn ausrichten zu können, wurden von der Stadtverwaltung abgelehnt. Hierbei muss ich der Verwaltungsspitze nunmehr attestieren, dass dies mit voller Absicht so geschieht. Das Rational dahinter ist einfach und passt zu diesen Pandemieleugnern: wenn schon Ungeimpfte keinen Weihnachtsmarkt haben dürfen, dann auch alle anderen nicht!

Deswegen hat man nun einen Weihnachtsmarkt aufbauen lassen, wie wenn die Pandemie zu Weihnachten auf Mallorca am Strand sitzen würde. Und alle mussten mitmachen, da sie sonst wohl für die kommenden Jahre ihre Stammplätze verloren hätten. Diesen Braten konnte jeder riechen, und so verlegte ich als Vereinsvorsitzender bereits im Oktober „unsere Weihnachtsfeier“ von der Blockhütte auf dem Kiliansplatz in ein Restaurant am Rande der Stadt.

Und seit gestern wissen wir alle nun aus der Heilbronner Stimme:

„Die Stadtspitze und die Heilbronn Marketing GmbH haben nach intensiver Abwägung und unter Abstimmung mit den Fraktionsspitzen des Gemeinderats entscheiden, den Markt abzusagen.“

Stimme.de, 20. November 2021, 14:45 Uhr

Eine immer traurigere Angelegenheit, die jedem klar vor Augen führt, dass unsere Heilbronner Verwaltung nicht einmal mehr verwaltet, sondern bestenfalls noch reagiert und auf Entscheidungen „von oben“ wartet, obwohl mir dabei nicht mehr verständlich ist, was sowohl Verwaltungsspitze als auch der Gemeinderat unter „von oben“ meinen?

Der HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch versucht sich dabei wie folgt aus der Verantwortung zu schleichen: „Wir hätten uns als Veranstalter hier rechtzeitig eine klare Entscheidung von der Landesregierung gewünscht.“ (Stimme.de, 20. November 2021, 14:45 Uhr).

Korrektur zum Nachtrag (21.11.2021):

Ein Anrufer hat mich darüber informiert, dass der OB anscheinend doch noch am Samstag alle Fraktionsspitzen über seine Entscheidung informiert hat, und dafür allseits auch gelobt wurde.

Dinge an die Wand fahren, und sich dann dafür loben lassen — eine Erfolgsgeschichte.

Nachtrag (21.11.2021):

Wie es mir gerade mitgeteilt wurde, dürfte die obige Stimme-Meldung eine Falschmeldung sein, da sich mindestens eine Fraktionsspitze nicht daran erinnern kann, dass sie zum Sachverhalt überhaupt befragt wurde.

„Der Gemeinderat hat bei der Schließung oder Öffnung des Weihnachtsmarkt nichts zu sagen. Das liegt alleine in der Entscheidung des OB und der Fachämter.“

„Il est dangereux d’avoir raison dans des choses où des hommes accrédités ont tort.“

Voltaire, „Catalogue pour la plupart des écrivains français qui ont paru dans Le Siècle de Louis XIV, pour servir à l’histoire littéraire de ce temps,“ „Le Siècle de Louis XIV” (1752) — Heute hat Voltaire übrigens Geburtstag!