Militärfahrzeug

Heimatschutz

Beitragsfoto: Militärfahrzeug | © Pixabay

Diesen Beitrag schreibe ich nur angesichts des aktuellen Krieges in Europa, wo totalitäre Regime (nicht nur die Russische Föderation) und ihre Verbündeten zum ersten Mal nach 1950 — man hatte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ungenutzt gelassen und dabei u.a. die Kosaken vernichtet — erneut ein demokratiewilliges Volk abschlachten. Vergessen haben wir bereits allesamt die Ereignisse in der damaligen sowjetisch besetzten Zone in Deutschland 1953 oder auch den Aufstand von ein paar wagemutigen Ungarn 1956 — dass diese tapferen Bürger, samt ihrer Familien, allesamt vernichtet wurden, ist uns nicht einmal mehr einen Eintrag in den Geschichtsbüchern wert.

Ich habe mich selbst bereits vor Jahren wegen unserer katastrophalen politischen Lage in den Ruhestand versetzen lassen, weil ich diesen Zustand nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte — glücklicher Weise wurde mir dieser Weg seitens des Dienstherren ermöglicht — dafür bin ich heute noch allen Verantwortlichen sehr dankbar!

Die deutsche Verteidigung basiert auf zwei Grundlagen. Zum einen stellen wir Truppen an die NATO ab, um unseren Beitrag zur Bündnisverteidigung zu leisten (Feldheer) und zum anderen stellen wir durch ein Territorialheer (Heimatschutz) die Verteidigung unseres eigenen Landes und unserer Familien sicher.

Mit dem Regierungsantritt von Helmut Kohl (man muss die Schuldigen auch einmal beim Namen nennen!) begann man verstärkt staatliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu privatisieren. Aufgrund der damaligen politischen Entwicklung — wie wir alle inzwischen sicher wissen, sind dies immer nur momentane Geschehnisse — konnte man sehr öffentlichkeitswirksam den Bürgern eine Friedensdividende vorgaukeln und mit dem Raubbau und Ausverkauf unserer eigenen Sicherheitsstrukturen beginnen.

In der Folge davon etablierte sich in der deutschen Politik eine sehr gefährliche Gemengelage zwischen privatem Gewinnstreben und ideologischem Aktionismus („Macht kaputt, was Euch kaputtmacht!“ — Gerhard Schröder ist einer dieser Vertreter), die über Jahre hinweg zusätzlich seitens sowjetischer Revanchisten dadurch mit geprägt wurde (Die entsprechende Warnung kam bereits 1992 von Zbigniew Brzezinski in Foreign Affairs), indem sie in Europa einzelne Politiker bis hin zu ganzen Parteien korrumpierten. Dass sich Angela Merkel dieser eindeutigen Gefahr nicht bewusst war, darf schon alleine aufgrund ihrer persönlichen Vita stark angezweifelt werden!

Letztendlich ist es aber egal, ob es Inkompetenz, Korruption oder gar Ideologie war, die dafür sorgten, dass man in Deutschland de facto das Territorialheer mit seiner gesamten dazugehörigen Infrastruktur abschaffte und die Bundeswehr insgesamt eher zu einer Kaderschmiede für alle möglichen politischen Experimente machte und dabei nur noch sicherstellte, dass das Feldheer werbewirksam für die jeweiligen Politiker anfallende Aufgaben aller Art — außer Landesverteidigung — in Deutschland erledigen kann. Was ganz aktuell dazu führt, dass unsere Soldaten zwar nicht schießen, aber dafür ganz gut Formulare u.a. in Gesundheitsämter ausfüllen können; was uns auch nicht weiter stört, da unsere Soldaten weder gute Waffen noch ausreichend Munition besitzen. Und wer jetzt glaubt, dass es unserer Bundesmarine oder der Luftwaffe besser geht, der soll ruhig weiter träumen.

Hauptverantwortlich dafür sind sämtliche deutsche Verteidigungsminister seit Volker Rühe, die immer bestens über sämtliche Herausforderungen und Entwicklungen informiert waren und sind, es aber bis heute versäumen, sich zumindest hinter jene Bundesbürger zu stellen, die immer noch bereit dazu sind, ihr Leben für unsere Bundesrepublik Deutschland zu opfern. Wenn sich diese Verteidigungsminister zu uns Soldaten stellen, dann einzig und alleine für gute Pressefotos in eigener Sache.

Wo stehen wir heute angesichts der aktuellen Bedrohung Europas und unseres Landes?

Die Bundeswehr ist ganz aktuell ein besserer Gerümpelladen. Meine politisch korrekteren Kameraden bezeichnen dies etwa wie folgt:

„Die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da.“

Generalleutnant Alfons Mais

Aber Sie dürfen sich versichert sein, dass alle meine Kameraden — ob mit oder ohne Waffen, Ausrüstung und Gerät — unser Land und auch die anderen NATO Mitgliedsstaaten verteidigen werden. Und inzwischen sind wir es auch wieder gewohnt, schon alleine aufgrund politischer Fehleinschätzungen — bleiben wir hier einmal politisch korrekt — für die Bundesrepublik Deutschland zu fallen.

Die Bundeswehr zusammen mit ihren NATO-Partnern wird allerdings im Falle eines großangelegten Angriffes auf Europa — ohne den Einsatz von Atomwaffen — wohl erst ab dem Rhein eine erste tragfähige Verteidigungslinie aufbauen, denn bis dorthin werden wir, sicherlich unter hohen Verlusten, nur verzögern können.

Und wie bereits erwähnt, ein Territorialheer besitzen wir nicht mehr. Und im Gegensatz zur Ukraine haben wir zwei weitere größere Beeinträchtigungen. Wir

  • können nicht einmal den wehrwilligen Bürgern Waffen, geschweige den Munition, zur Verfügung stellen und
  • müssen zudem befürchten, dass wir uns dann auch schneller in einem „Bürgerkrieg“ wiederfinden als wir es selber wahrhaben möchten.

Leseempfehlung

Die Rückkehr des Feindes, ein Essay von Armin Nassehi (Zeit.online v. 25.2.2022)

„Wir konnten uns lange den Luxus leisten, Kritik innerhalb der Demokratie als Feindschaft gegen die Demokratie zu inszenieren – das reicht von der Wahl eines Antidemokraten zum Präsidenten des Mutterlandes der Demokratie bis hin zur leichtfertigen Behauptung, die Demokratie per se habe versagt, wenn einem das Lösungsangebot nicht passt.“ 

Armin Nassehi, Die Rückkehr des Feindes

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