Tegernsee

3.6.02025 5 (7)

Beitragsfoto: Tegernsee

Vermischtes

Hatte ich fast vergessen, meine montägliche meseno-Runde war zwar völlig in Ordnung aber wenig ereignisreich. Dafür konnte ich heute meine Vorlesungen für dieses Semester erfolgreich beenden. Auch gab es wieder ein produktives Gespräch mit Detlef Stern. Wenn möglich, dann gibt es noch eine Repetition vor der Klausur.

Ob auch die Studenten erfolgreich waren, wird sich erst nach der Klausur herausstellen — man kann das Pferd zwar zur Tränke tragen, trinken muss es dann aber von alleine.

Ein paar Familienangelegenheiten rundeten den heutigen Tag ab, wobei das Gespräch nochmals auf den Tegernsee kam. Einig waren wir uns darin, dass ein halber Tag am See etwas zu kurz ist, zumal, wenn man am Folgetag schon wieder ganz woanders ist.

Die Runde im Außenbecken des Stadtbads war entspannend, leider ebenfalls wieder viel zu kurz. Den Abend konnte ich beim Europastammtisch abschließen; einen Bericht darüber verfasse ich gleich morgen auf der EUROPA-UNION Website.

Neues

Aktuell wird es einem auch nur halbwegs politisch interessierten Menschen kaum langweilig werden, so wurde z. B. Geert Wilders heute noch wilder als gewöhnlich üblich. Aktuell soll seine Partei ein Stimmungshoch verzeichnen und da lässt man als verantwortlicher Politiker doch gleich mal eine ganze Regierungskoalition platzen. Das machen unsere Parteigrößen am liebsten, wenn sich die eigene Partei in einem Tief befindet — sodass es auch richtig weh tut.

Passend dazu toben sich Friedrich Merz und Alexander Dobrindt ebenfalls so richtig aus, beide machen auf Donald Trump und zeigen uns dabei sehr deutlich, dass der Rechtsstaat für die Union keine Rolle mehr zu spielen scheint. Da muss auch ein Carsten Linnemann mithalten, um wenigstens noch eine kleine Rolle in der Partei spielen zu dürfen und macht nun auf Elon Musk: „Rentner arbeiten laut Linnemann zu wenig – CDU will Situation umgehend verbessern.

Derweil genießen die letzten SPD-Größen ihre Regierungsämter, ehemalige Größen freuen sich, dass sie noch eine ganze Weile vor der Justiz verschont bleiben werden, aber alle Genossen arbeiten vereint wie nie zuvor daran, dass die SPD die 10 % auch noch reißen wird. In Baden-Württemberg wird es wohl bald so sein.

Die Grünen beeilen sich derweil, um sich als bequemster Juniorpartner aller Zeiten ins Spiel zu bringen und gucken ansonsten nur noch darauf, dass ihre ehemaligen Partei-Größen auch mit den besten verfügbaren Pöstchen ausgestattet werden — dazu werden sie bestimmt auch gerne Pro-Atom-Partei. Man muss der Parteijugend einfach zeigen, dass sich politisches Engagement lohnt; wenigstens sind sie nun über ihre Parteiflügel hinweg geeint.

Auch die AfD brilliert, eher aber als Partei der Landesverräter, die inzwischen nicht nur die Ukraine zum neuen Feindbild hat, sondern auch eine Untersuchung fordert, in wieweit Deutschland in die aktuellen Angriffe auf die russische Luftwaffe verstrickt sei. Aber kein einziges Wort über die russischen Angriffe auf unsere Land, geschweige denn über den Völkermord an den Ukrainern, verliert.

Den Vogel des Tages schießen aber jene Unionspolitiker ab, die dafür sorgen, dass der Sonderbericht der Ermittlerin Margaretha Sudhof unter Verschluss bleibt, und dies selbst für den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. Dieser Ermittlungsbericht zur milliardenschweren Maskenbeschaffung des Bundes wurde noch vom damaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in Auftrag gegeben.

Filmzeit

Diesen Film muss ich mir unbedingt wieder einmal anschauen. Mein Onkel, der 1968 und Anfang der 1970er-Jahre dort eingesetzt war, machte mich darauf aufmerksam, dass dieser Film mehr mit der Realität zu tun hat, als es sich viele Mitbürger überhaupt vorstellen können.

Ich kann ihm nicht widersprechen und halte diesen Film weiterhin für einen der besten Kriegsfilme überhaupt. Francis Ford Coppola brachte ihn 1979 in die Kinos, wobei es mindestens drei Versionen vom Film gibt. Je nach momentaner Stimmungslage bevorzuge ich einmal diese und dann wieder eine andere.

„I love the smell of napalm in the morning.“

Lieutenant Colonel Bill Kilgore

Mädchen mit Europaflagge

5.5.02025 5 (10)

Beitragsfoto: Mädchen mit Europaflagge | © Shutterstock

Vermischtes

Heute hat sich auch die SPD geäußert und ihre Bundesminister vorgestellt. Positiv dabei, dass Saskia Esken nicht mit an Bord ist. Diese hatte es bereits vor Jahren geschafft, sich bei einem Treffen in Heilbronn mit uns Europäischen Föderalisten innerhalb von fünf Minuten menschlich und fachlich völlig zu disqualifizieren, was die SPD aber nicht davon abhielt, sie zu einer ihrer Vorsitzenden zu machen.

Auch wurde jüngst bekannt, dass die Nazis in Deutschland tatsächlich Nazis sind. So eine Erkenntnis hätte ich dem Verfassungsschutz gar nicht zugetraut. [Diese Aussage wurde wegen „juristischer Bedenken“ wieder entfernt — böse, wer Schlimmes dabei denkt!] Jens Spahn, die Saskia Esken der CDU, eiert nun doch noch ein wenig herum, denn jetzt ist es gar nicht mehr so einfach, um aus der AfD einen künftigen Koalitionspartner für demokratische Parteien zu machen. Deshalb möchte sich die Unionsfraktion nach den Worten ihres heute inthronisierten Vorsitzenden mit der SPD über einen gemeinsamen Kurs zur AfD verständigen, denn dann ist hinterher wieder keiner schuld. Mein Rat an die beiden Fraktionen: schickt derweil die Esken und den Spahn aufs Klo. Das soll mit Victor Orban in der EU ganz gut funktionieren.

Bei so viel heutiger Presse für die Regierungsparteien habe ich noch gar nichts von Markus Söder gehört — Halt! Völlig falsch! Der ist jetzt ein Jedi-Ritter! Jeder Mensch weiß doch, dass dies viel mehr als Kanzler oder Minister ist. Möge der Saft der HoWe Wurstwaren weiterhin mit „unserem Markus“ sein!

Europastammtisch

Bereits vor Jahren hatte ich den digitalen Europastammtisch hier auf dieses Blog hinübergerettet, inzwischen berichte ich hier nur noch ab und zu über die erfolgten „analogen“ Europastammtische. Die letzten beiden Jahrzehnte hat sich unser Europastammtisch weiterentwickelt und sich zu einem lockeren Treff von Mitgliedern und Freunden der EUROPA-UNION gemausert. Die meist tiefgründigeren Diskussionen über Europa haben wir schwerpunktmäßig auf die jährlich stattfindenden Hertensteiner Gespräche verlegt. Auch diese Gesprächsreihe habe ich inzwischen auf dieses Blog umgezogen, denn sowohl für unsere Stammtische als auch für die Hertensteiner Gespräche rechnen sich nachweislich keine eigenen Webseiten. Selbstverständlich würde ich mich sehr gerne vom Gegenteil überzeugen lassen.

Erfreulich aber ist es, dass wir bereits für den morgigen Europastammtisch über 20 Anmeldungen haben, noch erfreulicher wäre es, wenn dies tatsächlich etwas mit der Europawoche zutun hat.

Der Vorteil unserer geselligeren Formate wie Stammtisch, Frühstück und Kegeln ist es, dass diese mit ihrer Unverbindlichkeit eher den Nerv der Zeit treffen. Wir können die Menschen nicht ändern und so bieten wir weiterhin solche unverbindlichen Formate an, um wenigstens dadurch etwas über unsere Europäische Idee und unsere Bürgerbewegung informieren zu können.

Vor dem morgigen Europastammtisch mache ich mir während meiner Vorlesung an der Hochschule Gedanken über uns Menschen im allgemeinen und über jene, die sich gerne später beruflich mit Softwareprojekten beschäftigen möchten im besonderen. Aber auch hierbei trifft die völlige Unverbindlichkeit den Nerv der Zeit. Der Stoiker Seneca merkt dazu an, dass Zufälliges nicht gut macht und deswegen auch kein Gut sei (2023: 743).

Und so wünsche ich mir zumindest für diese Europawoche mehr Verbindlichkeit.

Europawoche

Heute beginnt wie bereits schon etwas länger die Europawoche und manche begehen inzwischen sogar Europawochen — was aber alles nichts hilft, weil kaum einer hingeht und noch weniger darüber wissen.

Über Jahrzehnte hinweg hat sich die EUROPA-UNION Heilbronn darum bemüht, wenigstens den Europatag in Heilbronn etwas bekannter zu machen. Als dieser dann tatsächlich mit dem Treffpunkt Europa etwas bekannter wurde und immer mehr Zuspruch auch in der Bevölkerung fand, begannen die Heilbronner Entscheidungsträger diesen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu torpedieren. Und wie später Donald Trump scheute man auch nicht davor zurück, durch fortwährende Umbennenungsversuche Europa wegzuleugnen und durch eigene Begrifflichkeiten zu ersetzen.

Auf Landesebene und darüber hinaus gingen die Gegner der Europäischen Idee einen anderen Weg, nämlich den der Verwässerung — zugegeben, der weitaus intelligentere. Nachdem wir Europäer uns endlich auf einen Termin für einen einzigen Tag geeinigt hatten, wurde erst verhindert, dass dieser den Status eines Feiertages bekommt, dann wurde schnellstmöglich ein Gegentag geschaffen (die Gegenpäpste aus dem Mittelalter lassen grüßen!) und als wir Europäer, nachdem wir dieses Vorgehen erkannten, einfach beide Tage inkorporierten, konterten unsere Gegner erst mit einer Europawoche und als wir auch dies für uns umzusetzen begannen gleich mit mehreren Europawochen.

Und so dürften auch viele meiner Leser sich nicht mehr so ganz sicher sein, welchen Europatag wir heute feiern. Gut, das Feiern fällt aus, da in Europa selbst das Undenkbare einen eigenen Feiertag erhalten kann, aber auf alle Fälle nicht Europa! Wer sich jetzt ein wenig schlauer machen möchte, der kann gerne meinen Blog-Beitrag vom 9. Mai 2020 lesen, denn dort habe ich bereits einmal die verschiedenen Europatage zusammengefasst.

Meine Europawoche begann heute mit der üblichen Fahrt mit dem meseno-Bus, denn Caritas gehört einfach mit zu Europa. Dann stellte ich kurz bei meiner täglichen Lektüre fest, dass vor gut 2 000 Jahren Seneca viel weiter war, als ich es wohl jemals sein werde. Was wohl ein Beweis sein dürfte, dass wir Menschen uns nur in mehreren Jahrzehntausenden weiterentwickeln; wenn überhaupt noch, denn manche meinen gar, dass wir uns seit Jahrzehnten allesamt rückentwickeln! Was auch den Kampf um die Europatage erklären könnte.

Bis zum Samstag, 10. Mai 2025, dem Tag des Balls, jagt für uns Europäer ein europäisches Ereignis das andere und hält uns diese Woche ganz besonders auf Trab. Mein Schwerpunkt diese Woche werden die letzten Vorbereitungen für den Ball sein. Ab Sonntag ist dann die diesjährige Europawoche für mich vorbei, gerne dürfen die etwas jüngeren Europäer noch weitere Europawochen anhängen. Europa hätte es mehr als verdient, dass man Europa das gesamte Jahr über feiert.

Wem von uns Heilbronnern an Europa tatsächlich etwas liegt, der geht am Samstag zum Europa-Ball, selbst dann, wenn er nicht tanzen kann!

Unser Europa wird sicherlich nicht an seinen Gegner zugrunde gehen, sondern einzig und alleine wegen der Ignoranz von uns „Europäern“.

Aus meiner Mottenkiste

https://youtu.be/98xIUSYTJEQ?si=Ywj7F5yF-x_O-1L5

Bios

Kalenderwoche 14 4.9 (10)

Beitragsfoto:

Wochenrückblick

Über meinen Wochenstart hatte ich hier schon berichtet, am Dienstag ging es an der Hochschule munter weiter. Wie man bereits auch bei Detlef Stern lesen kann, hat das mit dem Käffchen nicht so richtig funktioniert. Erstaunlich, wie schnell heutzutage Universitäten und Schulen aus den Fugen geraten können, dabei gehe ich dort doch so gerne hin, um mich in einem sehr beschaulichen Umfeld wohlzufühlen. Auf alle Fälle nutzte ich die dadurch frei gewordene Zeit, um zu schauen, wie die Studenten zu meiner Vorlesung kommen. Ich saß da und beobachtete. Sehr viele Studenten versuchen dabei auf den Punkt zu kommen, was ich verstehen könnte, wenn diese zuvor eine weitere Veranstaltung hätten. Im Falle, dass dem aber nicht so ist, gilt weiterhin der eherne Grundsatz „Fünf Minuten vor der Zeit ist des Studenten Pünktlichkeit!“

Meine Vorlesungsnachbereitung fand im Außenbecken des Soleo statt und entschädigte mich ein wenig für den fehlenden Kaffee und das mangelhafte Lesen, Hören und Verstehen der Studenten. Dann aber dachte ich etwas näher darüber nach. Woher sollen die Studenten dies überhaupt können? In den Familien oder gar an der Schule lernt man so etwas kaum noch. Und so hoffe ich nun, dass die Studenten diese Fähigkeiten bis zum Bachelor erwerben.

Über die Mitarbeit der Studenten mache ich mir keine Gedanken mehr, wer nicht will, der hat gehabt. Zwei Studenten haben mein Angebot, die Lösung der gestellten Aufgabe anzuschauen, angenommen. Beim ersten Studenten vermute ich, dass er nicht an meiner Vorlesung teilgenommen hat, was auch zum Thema „Lesen, Hören und Verstehen“ passen könnte, aber der zweite lieferte ein ganz passables Ergebnis.

Studieren ohne selbst zu partizipieren ist für die meisten Studenten eine zu große Herausforderung, ähnlich verhält es sich bei den Bürgern einer jeden Demokratie. Und so freute ich mich am Dienstagabend, dass doch mehr Stammtischler kamen als von Franz Schirm befürchtet.

Die Mitte der Woche war mit Routinen ausgelastet, wobei ich abends doch das eine oder andere Tänzchen wagen durfte. Zum Ende der Woche hin gab es eine sehr erfreuliche Besprechung mit dem Mitarbeiterteam der Heilbronn Marketing GmbH in der Harmonie — der Europa-Ball kann nun kommen!

Zum Ausgang der Woche gab es einen netten Abend mit Ursula, Dan und meiner besseren Hälfte in einem netten Restaurant mit ganz passablen Tapas. Am kommenden Morgen das Europäische Frühstück, dem sich eine Reparatur eines Rechners anschloss. Da ich selbst alle meine Microsoft-Rechner stillgelegt habe, war es schon ein paar Jahre her, dass ich mich in ein Bios vertiefen durfte. Zu meiner Freude hat sich dabei nicht sehr viel geändert und so konnte ich die mir gestellte Aufgabe erfolgreich lösen. Was zur Folge hatte, dass der Abend mit einem improvisierten Grillabend ausklang.

Und dann habe ich noch angeregt von Manuel Moreale wieder einmal ein Gästebuch hier auf dem Blog eingerichtet; bin mal gespannt, ob es dieses Mal von meinen Lesern genutzt wird.

Diese Woche klingt nun mit weiteren Routinen aus, wobei ich auch noch die kommende Vorlesung vorbereiten muss. Und mit ein bisschen Glück reicht es zu einer Tanzstunde am Abend.

Reichtum

Auch wenn uns CDU, CSU und SPD, nachdem sie gemeinsam die AfD-Geister gerufen haben und nun nicht mehr loswerden, weismachen wollen, dass arm sein der neue Reichtum sei, sollten wir trotzdem einmal selber etwas näher darüber nachdenken.

Geld, egal welches, ob nun Mark oder Euro, ist kein Indiz für Reichtum. Meine Urgroßeltern hatten noch Milliarden Mark in ihren Geldbeutel und waren dabei bettelarm. Ca. 100 Jahre später ist es bereits wieder so weit und sich selbst ein „Millionär“ nicht mehr zu den Reichen zählen darf. Dabei ist man auch noch heute nur ein solcher, wenn man im Jahr über mehr als eine Million Euro Nettoeinkommen verfügt. Und so sollten die Häuschenbesitzer, denen der Staat ihr Eigenheim übrigens nur deshalb hochrechnet, damit er sie so richtig ausnehmen kann, sich nicht schon als Millionäre wähnen — das geht voll und ganz nach hinten los!

Aber es gibt sie tatsächlich die Reichen nach jüngsten Statistiken mehr denn je, nur, dass diese keine Millionäre und auch keine Milliardäre mehr sind. Der monetäre Reichtum beginnt heute beim Multimilliardär. Diese erkennen Menschen erst als solche an, wenn diese selbst über Millionen verfügen und verteilen wie z. B. Elon Musk die Millionen wie Almosen. Der Witz dabei ist, dass ins richtige Verhältnis gesetzt, die verschenkte Million eines Reichen nicht einmal einen einzigen Cent wert ist, den andere einem Bettler vor die Füße würfen. Der wirkliche Witz dabei ist aber, dass Sie ihren Cent selber zahlen, hingegen der Reiche seine Million zum größten Teil vom Staat zurückbekommt — und wenn er so richtig schlau ist, sogar noch selber daran verdient! Und dies führt uns zum Ursprung allen Reichtums: reich wird man nicht, indem man gibt, sondern nur indem man nimmt.

Reich ist man, wie wir nun alle wissen sollten, nicht, weil man gar Billionen von Euro, Dollar oder Mark besitzt, auch Ihre Urgroßeltern könnten ein Lied davon singen! Lassen wir die Stoiker und andere „Gutmenschen“ mal ganz außen vor, reich ist man, weil man sehr große Mengen an Böden, Immobilien oder Produktionsmitteln besitzt. Hinzu kommt noch, dass man reich ist, wenn man selbst über sehr viele Mitarbeiter verfügt. Aber auf alle Fälle ist das alles noch nicht ganz ausreichend, wenn man nicht auch noch über das Wundermittel sämtlichen Reichtums verfügt, nämlich den Zugriff auf die Steuergelder und Transferzahlungen zumindest des eigenen Staates. Und das ist schon seit Ur-Zeiten so!

Nicht dass ich Reichen deren Reichtum abspenstig machen wollte oder erst gar nicht gönne. Ganz im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass die Menschheit leider nur deshalb funktioniert, weil manche von uns reich werden können.

Jetzt das große Aber! Auch wenn wir jedem Reichen so lange diese ihr Geld nicht kriminell erworben haben (René Benko, Carsten Maschmeyer und Co.), deren Reichtum gönnen sollten, wäre es endlich an der Zeit, dass wir deren Zugriffe auf unsere Steuergelder und ganz besonders auf jegliche Transferzahlungen begrenzen.

Ich gehe davon aus, dass wenn wir wenigstens alle Demokratien dazu bekämen, keine Selbstbedienungsläden mehr zu sein, sich unsere Wirtschaften und Gesellschaften wieder ganz von alleine erholen.

Seilbahn

Die Zeitungen sind jüngst voll davon, Heilbronn plant eine Seilbahn im öffentlichen Nahverkehr. Genauer genommen, die Dieter Schwarz Stiftung muss das Problem für sich lösen, wie man einen Zukunftspark so an die Stadt angebunden bekommt, dass die dafür erwünschten Mitarbeiter vielleicht doch einmal den Weg nach Heilbronn finden werden. In Bad Wimpfen ging das mit der Verkehrsanbindung bereits voll und ganz in die Hosen und in Bad Friedrichshall müssen nun Bund, Land und Kommunen auch sehr kostenintensiv nachsteuern, damit die künftigen Arbeitnehmer des dortigen Lidl-Unternehmens ihren Weg zur Arbeit finden können.

Wir Bürger sollten uns zudem fragen, ob es tatsächlich eine gute Idee ist, unseren Gemeinderat und die Stadtverwaltung mit dieser Aufgabe zu beauftragen. Diese haben schon dafür gesorgt, dass die Blitzbrücke und das Radhaus zum Fiasko wurden und sich die ursprüngliche gute Idee des Neckarbogens ebenfalls für uns Bürger zu einem unendlichen Albtraum entwickeln wird.

Und nun die glorreiche Idee einer Seilbahn! Was Stuttgart und Mannheim bereits für sich als zu überdimensioniert verworfen haben sollte, wenn man dies in Heilbronn zu einem Erfolg führen möchte, zum einen in externe professionelle Hände gegeben und zum anderen vertraglich abgesichert vom Lidl-Imperium finanziert werden.

Nicht, dass ich etwas gegen die Seilbahn hätte! Auch ich wünsche mir, dass Heilbronn eine Weltmetropole wäre, zumindest sich aber endlich einmal halbwegs zu einer Großstadt entwickelt. Großstädte sind nun mal etwas komplizierter und komplexer als ein Aldi- oder Lidl-Markt und so muss man, wenn man dort etwas zum Positiven erreichen möchte, erst einmal für qualifiziertes Personal sorgen — wie wir es alle sehen können, war es ein großer Fehler dabei auf Eigengewächse zu setzen!

Wer eine Großstadt entwickeln möchte, der benötigt Großstädter und entsprechenden Mitarbeiter, die bereits Erfahrungen mit Großstädten gemacht haben und dazu auch diesbezügliche Erfolge vorweisen können.

Die „Mi Teleférico“ in in La Paz und El Alto transportiert täglich gut 300 000 Fahrgäste. Wir in Heilbronn bekommen kaum einen einzigen Roten Bus voll! Und so schön eine Seilbahn auch ist, muss man sich doch die Frage stellen, wie viele Bürger diese tag ein und tag aus nutzen, damit sich alleine der Betrieb halbwegs lohnt.

Und wenn wir eine solche Bahn immer noch haben möchten, dann muss zwingend vorab geklärt werden, wer für die Kosten die kommenden 30 Jahre aufkommen wird. So wie ich unsere Gemeinderäte kenne, werden demnächst dafür erneut die Steuern und Abgaben für uns Bürger erhöht.

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