Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

23.4.02021 5 (2)

Spaziergang

Bei bestem Wetter einen wunderbaren Spaziergang durch die Innenstadt und am Neckar entlang absolviert. Dabei fielen mir besonders die jüngst durch die Stadtverwaltung angelegten Steinwüsten ins Auge; zwei Beispielbilder sind hier auf Twitter [mit meinem Weggang im digitalen Nirvana verschwunden] zu finden. Man könnte fast glauben, dass der dafür Zuständige vor kurzem eine Kiesgrube geerbt hat.

Umweltschutz & Stadtfontäne

Sehr interessant war dann aber die Unterhaltung mit einem guten Bekannten, den wir zufällig in der Nähe unserer Stadtfontäne trafen. Wie immer war er bestens informiert und konnte uns die wahren Hintergründe für deren Inaktivität erläutern. Ich nutze das gleich, um meinen entsprechenden Blogbeitrag zu ergänzen.

Nachtrag

Am 4. Mai 2021 ist es dann auch anderen Bürgern aufgefallen, und die Stimme berichtet. Gemäß des Hofberichterstatters handelt es sich dabei nicht um Steine, Schotter oder Kies, sondern um „Bio-Dünger“, der nur kiesähnliche Strukturen aufweist und gut für Natur, Mensch, Umwelt und den städtischen Haushalt ist.

Das Wunder von Heilbronn geschieht dann, sobald ein naturbewusster Mitbürger den „Bio-Dünger“ mit bester Absicht mitnimmt, um seinen eigenen Garten aufzubessern. Dann ist es nämlich — oh Wunder — wieder Kies oder Schotter.

Ach ja, die Stadtfontäne plätschert wieder — es wird auch noch kein Wein in der Nähe ausgeschenkt.


Buch

Sags mit Ringelnatz 5 (3)

Beitragsfoto: Buch | © Pixabay

Joachim Ringelnatz wird wohl auch heute noch sehr vielen bekannt sein, obwohl er hauptsächlich zu Zeiten der Weimarer Republik wirkte, und sein Schaffen, sowie auch sein Leben schnell mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine jähes Ende fanden.

Nachdem ich heute von Thomas Michl auf Twitter gefragt wurde, ob ich mich nicht an einem „Literaturschneeball“ beteiligen möchte, und dabei auch gleich aufgefordert wurde, ein Buchcover zu zeigen, aber kein Kommentar abzugeben, und zu allem Übel sogar noch sieben weitere Opfer (Nominierte) zu benennen, habe ich das erst einmal ignoriert. Dann fiel mir aber das Büchlein „Sämtliche Gedichte“ von Ringelnatz auf, welches zufällig neben meinem Rechner liegt und in dem ich seit ein paar Tagen immer wieder blättre.

Und als ich einen weiteren Blick dort hineinwarf, stieß ich auf das folgende Gedicht:

Avant-Propos
Ich kann mein Buch doch nennen, wie ich will
Und orthographisch nach Belieben schreiben!
Wer mich nicht lesen mag, der laß es bleiben.
Ich darf den Sau, das Klops, das Krokodil
Und jeden anderen Gegenstand bedichten,
Darf ich doch ungestört daheim
Auch mein Bedürfnis, wie mir’s paßt, verrichten.
Was könnt mich zu Geist und reinem Reim,
Was zu Geschmack und zu Humor verpflichten? —
Bescheidenheit? — captatio — oho!
Und wer mich haßt, — — sie mögen mich nur hassen!
Ich darf mich gründlich an den Hintern fassen
Sowie an den avant-propos.

Joachim Ringelnatz

Damit war „mein“ Buchcover gefunden, und, dass ich dies so ganz unkommentiert einstelle, wird Thomas wohl auch nicht wirklich von mir erwartet haben; dafür erspare ich mir aber die Opferschau.

Auch passt dies Büchlein, dessen Lektüre ich jedem ans Herz lege, nicht nur zum obigen „Literaturschneeball“, sondern auch ganz gut in die heutige Zeit, wo der Duden politisch wird, die Nationalsozialisten wieder einmal von der Machtergreifung träumen, und alle automatisch gehasst werden, sobald sie nicht dem Mainstream entsprechen wollen — also der Boden für alles Totalitäre erneut wohlbereitet scheint.

Joachim Ringelnatz war nicht nur ein exzellenter Schriftsteller, sondern mehr noch, ein gefragter Kabarettist und zu alledem auch noch ein ausgezeichneter Maler, der seine Texte gerne selber illustrierte.

Und selbst über meine Gasrechnung, die ich gerade erhalten habe, hat Ringelnatz etwas zu sagen — und trifft dabei erneut ins Schwarze.

Sein Gedicht Bumerang stelle ich noch an den Schluss dieses Beitrages.

War einmal ein Bumerang;
War ein weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum — noch stundenlang —
Wartete auf Bumerang.

Joachim Ringelnatz

„Der Fußballwahn ist eine Krankheit, aber selten, Gott sei Dank.“

Joachim Ringelnatz, Fussball (nebst Abart und Ausartung) (1997: 98ff)

Blogger

Blogs & Blogger 5 (3)

Beitragsfoto: Blogger | © 8212733 auf Pixabay 

Was ist ein Blog?

Als wohl erstes Blog, eine Kurzform der Wortschöpfung Weblog, die eine Zusammensetzung aus den Worten „Web“ und „Log“ ist, kann man die Website des Software-Entwicklers Tim Berners-Lee ansehen, die bereits am 13. November 1990 online ging und später dann als Weblog bezeichnet wurde. Dieses erste Blog wurde von Berners-Lee dazu genutzt, um den Informationsaustausch der Wissenschaftler beim europäischen Kernforschungszentrum CERN besser zu gestalten. Manche feiern seit 2018 deshalb jährlich auch am 13. November den „Tag des Bloggens“.

Microblog

Inzwischen haben Microblog-Dienste, wie z. B. Twitter, viele Blogs wieder verdrängt, so dass es zumindest mir immer schwieriger wird, neue Blogs zu finden oder auf altbekannte zuzugreifen. Auch in Heilbronn sind bereits so einige Blogs verschwunden, auf welche ich gerne und regelmäßig zugegriffen habe.

Heiner Dörner

Meine eigenen Blog-Beiträge lassen sich bis 2005 zurückverfolgen, damit bin ich aber noch lange nicht einer der ältesten Blogger, denn bereits der ehemalige Stadtrat Heiner Dörner schreibt zumindest seit seiner Pensionierung an einem heute noch sehr aktuellen Blog, wobei er sich dabei inzwischen schwerpunktmäßig der Windenergie verschrieben hat.

Detlef Stern

Detlef Sterns Blog-Einträge lassen sich bis April 2006 zurückverfolgen, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass er als Professor für Projektmanagement, Electronic Business und Softwareentwicklung an der Heilbronner Hochschule und „Internet-Guru“ sicherlich noch ältere Beiträge aus dem Hut zaubern könnte.

Das Schöne an seinen Beiträgen ist, dass er Heilbronn aus einer etwas anderen Perspektive aus betrachtet, da er, aus der Großstadt Hamburg stammend, die Dinge anders als die „Heilbronner Eigengewächse“ betrachten kann. Und das richtig Gute dabei ist, dass er sich in Heilbronn inzwischen auch noch zuhause fühlt, selbst wenn es ihn regelmäßig in den Schwarzwald zieht.

Thomas Michl

In eine ganz andere Richtung geht Thomas Michl mit seinem Gedanken-Blog, den er inzwischen zu einer sehr fundierten Informationsquelle zu Themen ausgebaut hat, die sehr stark Management, Leadership, Agile oder Verwaltung betreffen. Mir gefallen dabei seine „Gedankenblitze“ am besten und bekomme diese auch regelmäßig über seinen Newsletter in meinen digitalen Posteingang.

Sabine Stern

Auf der Suche nach weiteren Blogs aus Heilbronn bin ich auch auf Sabine Sterns Blog Ciao Calotta gestoßen, welches seit 2018 kleine Geschichten und Interessantes zu bieten hat.

Katrin Lehr

Reisefreudige Heilbronner kennen bestimmt aber Katrin Lehrs Reiseblog Viel Unterwegs, welches im August 2013 als persönliches Reiseblog startete und inzwischen mit vielen praktischen Reisetipps, die Katrin Lehr und ihre Freunde gesammelt haben, aufwarten kann. Mir gefällt dabei die Aussage: „Die Welt ist mein Zuhause!“ mit am besten.

Gerd M. Hofmann

Und wer gerne in Heilbronn mit dem Rad unterwegs ist, für den betreibt Gerd M. Hofmann ein privates und vor allem unabhängiges Blog namens RadfahreN in HeilbronN.

Matthias Treiber

Eine andere Art von Weblog betreibt Pfarrer Matthias Treiber, der auf seinem Blog „Sonntagsgedanken“, dessen Texte und Gedanken aus biblischen Zeiten sich auf heutige Erfahrungen beziehen, Freiheit und Liebe zu seinem Schwerpunkt macht.

„Blogging is like work, but without coworkers thwarting you at every turn.“

Scott Adams