Kaiserstraße | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Kaiserstraße | © Shutterstock

Lesepate

Mittwochs lese ich in diesem Schuljahr in einer 4. Klasse vor. Sowohl mit der Lehrerin als auch mit den Schülern bin ich mehr als zufrieden, so macht das Ganze richtig Spaß.

Wer aus zeitlichen oder anderen Gründen kein regelmäßiger Lesepate sein kann, für den gibt es eine gute Alternative. Denn im Rahmen des inzwischen 18. bundesweiten Vorlesetages, einer Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung, lädt der Freundeskreis der Stadtbibliothek zum 14. Mal zur Teilnahme an der Aktion „Mann liest vor“ ein.

Diese Aktion findet am Freitag, 19. November 2021, statt. Interessierte Männer können sich bis zum 29. Oktober 2021 bei Katrin Heid anmelden. Diese erreichen Sie unter +49 176 23866813 oder via E-Mail: vorlesepaten@lesen-hoeren-wissen.de

Jetzt bin ich gespannt darauf, wem ich bei „Mann liest vor“ wieder begegne.

Polen

Die Europäische Union steht gerade an einem essentiellen Scheidepunkt. Bei den Briten vor fünf Jahren ging es „nur“ um die Frage, ob sich die EU tatsächlich zu einem Bundesstaat weiterentwickeln soll, wobei die Herrschenden im Vereinigten Königreich dies nicht für gut hießen und das Volk entsprechend abstimmen ließen — wir konnten das Ganze „live“ miterleben. Nur folgerichtig verließen die Briten die EU.

Die „Osteuropäer“ hingegen stehen vor einem ganz anderen Dilemma, denn sie waren eigentlich noch nie überzeugte Demokraten, sondern flohen allesamt in das „Transferzahlungswunderland Europa“ und übersahen ganz dabei, dass dieses auf Werten basiert und von Verträgen und Gesetzen zusammengehalten wird.

Die Herrschenden in Polen und auch den anderen ehemaligen Sowjetsatelliten bauen ihre Macht gerade und ausschließlich auf diesen EU Transferzahlungen auf, wobei sie sämtliche demokratischen und damit die EU Werte, zum Wohlgefallen (!) der Mehrheit ihrer Mitbürger, mit Füßen treten.

Da sich die „Osteuropäer“, ganz im Gegensatz zu den Briten, freiwillig nie von den Geldtöpfen entfernen werden, hat die EU ein echtes Problem.

Die EU muss sich nun tatsächlich entscheiden, was sie ist — besser noch, was sie überhaupt sein möchte. Bundesstaat oder eine Art Staatenbund sei einmal dahingestellt, denn die tatsächliche Frage greift viel tiefer: sind wir eine Wertegemeinschaft oder ein bloßes Ausbeutungs- und Raubbaukollektiv?

In Kürze werden wir wohl die Antwort wissen!

Weihnachtsmarkt

Und ganz plötzlich und für alle städtischen Beteiligten völlig überraschend, ist bald wieder Weihnachten. So langsam macht man sich dann auch darüber Gedanken, wie und ggf. auch wo man einen Weihnachtsmarkt in Heilbronn veranstalten könnte.

Thomas Zimmermann von der Heilbronner Stimme bezeichnet die ersten entsprechenden Lösungsansätze von Heilbronn Marketing als „weltfremd“.

Dazu passt dann auch ganz gut, dass man einen alternativen Austragungsort, nämlich unseren Festplatz, für eine Konkurrenzveranstaltung — einen „Vergnügungspark“ — reserviert hat. Böse ist, wer Schlimmes dabei denkt!

Website des Tages

Stiftung Lesen

Es fängt mit Lesen an: Wir sind davon überzeugt, dass Lesen die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung ist.

Geburtstag des Tages

Arthur Rimbaud


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

19.10.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Kirchhöfle

Wenn die Heilbronner Stimme über mein Heimatviertel schreibt, dann bin ich, aus sehr negativer Erfahrung heraus, grundsätzlich erst einmal sehr skeptisch.

Gerne verwenden — wie heute auch — die Redakteure das Wort Brennpunkt. Und zitieren dann auch Menschen, die von all dem Lärm und potentieller Gewalt völlig aus dem Häuschen, wenn nicht gar absolut überfordert sind. Was bin ich froh darüber, dass diese nicht mehr über mich, der mit all seinen Freunden dort noch richtig Krach gemacht hat, schreiben können. Kein Garagentor war vor uns sicher und die Autos oder Passanten mussten nicht nur den Bällen ausweichen — ok, um 19.00 Uhr war bei uns dann auch Schluss, denn da kam das Sandmännchen.

Eigentlich müssten wir doch froh darüber sein, dass sich unsere Jugend noch aus dem Haus traut und nicht vor den Computern und Spielkonsolen völlig versauert. Und wo Kinder und Jugendliche toben, ist es schon immer ein wenig lauter. Deshalb sollte es — gerade in einer Großstadt — möglich sein, dass unsere Jugend bis 22.00 Uhr einmal auch Kind sein darf.

Und was den Müll angeht, den findet man überall in Heilbronn schön und ausgiebig verteilt, außer vielleicht vor den Haustüren unserer höher dotierten Verwaltungsmitarbeiter, Gemeinderäte oder in einem selbsternannten Edelviertel.

Wie man dieses tatsächliche Problem lösen könnte, habe ich schon mehrfach geschrieben. Und anstatt von „Problemvierteln“ in Heilbronn, wäre es wohl angebrachter von den Problemen der Stadtverwaltung zu schreiben, mit den ureigenen Aufgaben fertig zu werden.

Stadtbücherei

Der Ausbau unserer städtischen Bibliothek ist schon längst überfällig. Ob er aber dazu führt, dass diese „universitäre“ Qualitäten erreicht, zweifle selbst ich als „Fan“ stark an, denn dazu benötigt man nicht nur eine adäquate Leserschaft, sondern auch sehr gut qualifiziertes Personal — und das ist bekanntlich sehr, wahrscheinlich uns auch zu teuer.

Ich würde mich schon alleine darüber freuen, wenn unsere Bücherei möglichst viele unserer ganz normalen Mitbürger anzieht und dabei vor allem die Kinder und Schüler der umliegenden Stadtteile.

Unsere Stadtbücherei — muss bei allen, durchaus auch nachzuvollziehenden, „Fimmeln“ von einzelnen Personen — in erster Linie und schwerpunktmäßig Teil der städtischen Grundversorgung sowie der Weiterbildung aller Mitbürger werden. Damit wäre schon sehr viel erreicht.

Vortrag

Heute war ich Gast der Grafenbergschule in Schorndorf. Die Klasse um Lehrerin Justine Kalb beschäftigte sich mit der Europäischen Union und hatte im Vorfeld meines Vortrages bereits Anliegen an die EU formuliert sowie Fragen über die EU zusammengestellt.

Das Überraschende für mich war, dass sich sämtliche Anliegen und Fragen erübrigt hätten, wenn es bereits einen europäischen Bundesstaat gäbe. Auf jeden Fall aber ist diese Schülergeneration in ihrem Denken und Fühlen schon wesentlich weiter als es meine eigene Generation jemals sein könnte.

So ist mein Fazit des Tages: Europa wächst zusammen, ob es manche wollen oder nicht.

Und auf morgen freue ich mich auch, denn da darf ich wieder in meiner alten Grundschule vorlesen.

Geburtstag des Tages

Philip Pullman


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Stillstand

Ohne Frage, wir lieben den Stillstand, und jeder, der uns diesen weiter verspricht, ist unser Mann, ob Oberbürgermeister oder Bundeskanzler. Dabei dreht sich das Karussell der verpassten Chancen stetig weiter und führt uns langsam aber sicher an jene Grenze, wo wir mit einem Realitätsverlust nicht mehr weiterkommen.

Nicht nur das Wollhaus bröckelt so schön vor sich hin, inzwischen bröckelt es an allen Ecken. Einzig und alleine an Parties und Feiern fehlt es nicht, denn da lassen wir uns nicht lumpen.

Bald aber wird für uns alle eine Zeit anbrechen, die den meisten von uns die Augen öffnen wird, da sich die US-Amerikaner langsam aber sicher auf ihre eigenen Interessen und Herausforderungen besinnen und Europa, dabei vor allem Deutschland als bevölkerungsreichstes Land, in die Pflicht nehmen werden.

Wenn wir nur eine klitzekleine Chance haben wollen, dass wir uns in der „neuen Realität“ behaupten können, dann benötigen wir Volksvertreter, die sich dieser stellen und Ideen und Konzepte haben, wie wir unsere Welt gestalten können. Politiker, die nur in Talkshows sitzen und ansonsten nach Nebenerwerbstätigkeiten suchen, oder sich nur selbst beweihräuchern, werden uns demnächst über den Abgrund stürzen.

Bigotterie

Wenn wir etwas können, dann ist es nicht nur andere zu belehren, sondern auch diesen alles Mögliche aufzubürden und abzuverlangen. So dürfen Menschen außerhalb Deutschlands am besten keine Wälder mehr zerstören, keine Wildtiere töten und sollen alles unterlassen, was nur annähernd umweltschädlich sei kann.

Hingegen gibt es bei uns schon lange keine echten Wälder mehr und wo sie angelegt werden, werden sie auch gleich wieder unserer Erholung und dem Spaß geopfert. Noch schlimmer geht es nur noch den Wildtieren, diese werden sofort als Problemtiere wieder der Natur „entnommen“.

Und was die weitere Umweltzerstörung angeht, ist diese bei uns dem Export geschuldet, also als völlig opportun. So werden unsere Kohlekraftwerke und neuen Gaskraftwerke für den Export weiterhin so lange wie möglich dampfen, die Böden und das Wasser ebenfalls für den Export geopfert. Und selbst unsere eigene Gesundheit opfern wir bereitwillig auf dem Altar des „Exportweltmeisters“. Vielleicht wäre etwas weniger von unserem Luxus tatsächlich etwas mehr für uns alle. Und vielleicht wäre es besser, wenn wir erst einmal vor unseren eigenen Haustüren kehren, bevor wir anderen vorschreiben, was diese zu tun und zu lassen haben.

Literaturhaus

Neben dem schleichenden Ausbau unserer städtischen Bücherei, haben wir jetzt auch ein eigenes Literaturhaus. Sehen wir dies positiv als Ergänzung der Bibliothek und Teil eines Gesamtkonzeptes, welches sich, wie auch einmal angekündigt, an der Konzeption der New York Public Library ausrichtet.

Was nicht geschehen sollte ist, dass die „Bessergestellten“, oder die sich als solche fühlen, ins Literaturhaus pilgern und alle anderen sich mit der städtischen Bibliothek, in welcher Ausbaustufe auch immer, abfinden lassen müssen.

Besser wäre es, dass man Kompetenzen bündelt, um effizienter und auch effektiver seine Ziele erreichen zu können. Diesen Anspruch sollte jeder Verantwortliche haben, der mit Steuergeldern wirtschaftet.

Geburtstag des Tages

Howard Phillips Lovecraft