Heilbronner Majoretten

Feste und Feiern 5 (1)

Beitragsfoto: Heilbronner Majoretten 2009

Wir Heilbronner sind keine Kinder von Traurigkeit und lassen uns keine Gelegenheit entgehen, um das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Dafür gibt es in der gesamten Stadt genügend Möglichkeiten und mit den regelmäßigen Besen auch weit über die Region hinaus bekannte Räumlichkeiten, die dem geselligen Miteinander eine ganz eigene Heilbronner Note verleihen.

Es sind aber die Heilbronner Feste und Feiern, auf die ich in diesem Beitrag näher eingehen möchte.

Deutsch-Amerikanisches Volksfest

Die Wharton Barracks waren über Jahre hinweg der Austragungsort dieses Volksfestes der ganz besonderen Art. Besonders als es noch mehrheitlich von der amerikanischen Community selber organisiert und ausgetragen wurde, hatte es einen unverwechselbaren Charme. Mir sind noch heute die Eisbomben in den Pappschachteln in bester Erinnerung.

Deutsch-Amerikanisches Volksfest in den Wharton Barracks 1983

Gut 10 000 amerikanische Mitbürger lebten von 1951 bis 1992 in Heilbronn.

Unterländer / Heilbronner Volksfest

Das Unterländer Volksfest wird seit 2016 als Heilbronner Volksfest bezeichnet. Seit 1947 findet es wieder jährlich und zwar immer Ende Juli auf der Theresienwiese statt und hat inzwischen gut 250 000 Besucher.

Impressionen vom Heilbronner Volksfest 2018

Treffpunkt Europa

Seit über 30 Jahren findet dieses Fest der Völkerverständigung auf dem Kiliansplatz in Heilbronn statt und lockt an einem einzigen Samstag im Mai gut 20 000 Besucher an. Bis heute ist dieses Fest ein rein ehrenamtlich organisiertes Event von Heilbronner Bürgern für Heilbronner Bürger und deren Gäste.

https://youtu.be/98xIUSYTJEQ
Treffpunkt Europa 2008

Heilbronner Weindorf

Seit 1971 wird im September eines jeden Jahres das Heilbronner Weindorf rund um das Rathaus gefeiert. Da ich in der Sülmerstraße groß geworden bin, durfte ich dieses Fest von Anfang an miterleben und habe deshalb auch eine ganz eigene Beziehung zu dieser Feier.

Das Weindorf lockt inzwischen ebenfalls gut 250 000 Besucher aus Nah und Fern nach Heilbronn, die aus über 300 Weinen den für sie schmackhaftesten aussuchen können.

Heilbronner Weindorf 2019

Sobald mir ein weiteres Fest einfällt, werde ich es ergänzen.

„Eins wollte ich euch noch sagen: Verpasst nie eine Party!“

Sam Berns, My philosophy for a happy life (13. Dezember 2013)

Pferdemarkt 2020

Märkte & Messen 5 (1)

Beitragsfoto: Pferdemarkt 2020

Märkte gibt es seit Menschengedenken, anfangs dienten sie noch zum Warenaustausch und zum Technologie- und Ideentransfer zwischen den einzelnen Menschengruppen und sorgten so neben dem Fernhandel für die Weiterentwicklung der gesamten Menschheit.

Seit dem Mittelalter war das Marktrecht dann die Vorstufe zum Stadtrecht und sorgte mit dafür, dass sich Städte wie Heilbronn entwickeln konnten.

Später kamen neben den unterschiedlichsten Märkten noch die Messen hinzu, die es den Produzenten und Verkäufern ermöglichten, ihre Waren oder Dienstleistungen prominent zur Schau zu stellen und in Folge davon auch gut zu verkaufen.

Die Märkte und Messen boten dem Besucher zudem nicht nur Speis und Trank, sondern auch weitere Vergnügungen, die letztendlich die Attraktivität der jeweiligen Märkte und Messen weiter erhöhte.

Um den Besuchern das Ganze noch attraktiver zu machen, wurden in den größeren Städten Markt- und Messehallen errichtet, die auch heute noch Massstäbe setzen, wobei besonders die Markthallen vielerorts zu regelrechten Attraktionen wurden und der jeweiligen Stadt internationale Reputation einbrachten.

Inzwischen gibt es durch das Internet und das World Wide Web weitere und für viele Menschen auch weit bequemere Wege, um einzukaufen oder sich über die neusten Produkte und Trends zu informieren. Zudem ermöglichen diese digitalen Märkte und Messen, dass jeder an ihnen und dies auch unabhängig vom eigenen Aufenthaltsort teilnehmen und teilhaben kann.

Diese eigentlich nicht mehr ganz neue Herausforderung kann man dadurch begegnen, dass man zum einen die Vergnügungskomponente erhöht und zum anderen die Kernkompetenz eines Marktes oder einer Messe stärkt.

Da ersteres eher dazu führt, dass man seine eigene Veranstaltung in Konkurrenz zu Festen und Feiern bringt und damit nicht nur in anderen Bereichen „wildert“, sondern Gefahr läuft, den maßgeblichen Standbetreibern ihre eigentliche und für diese auch notwendige Kundschaft weiter zu schmälern.

Deswegen erachte ich es als notwendig, dass man sich wieder den eigentlichen Kernkompetenzen des jeweiligen Marktes oder der jeweiligen Messe erinnert und diese vehement bewirbt und weiter ausbaut. Denn durch die Steigerung der Kernkompetenz erhalten diese Veranstaltungen wieder die notwendige Reputation, um auch gegen ihre digitalen Konkurrenten bestehen zu können, sowie gegenüber den weiteren Festen und Feiern ein Alleinstellungsmerkmal, welches ihre Attraktivität beim gesamten Publikum zusätzlich stärkt.

Feste und Feiern sind zwar ein wichtiger Bestandteil menschlichen Zusammenlebens, es sind seit altersher aber die Märkte und Messen, die Städte ausmachen und insgesamt die Gesellschaft weiterbringen.

„A person who can acquire no property, can have no other interest but to eat as much, and to labour as little as possible.“

Adam Smith, The Wealth of Nations (1776: Buch III, Kapitel 2)

Wassertropfen

Wasser des Lebens 5 (5)

Beitragsfoto: Wassertropfen | © Pixabay

Pindar lobt in einer seiner Epinikien das Wasser an sich und in einer englischen Übersetzung wie folgt:

„Best of all things is water; but gold, like a gleaming fire by night, outshines all pride of wealth besides.“

Pindar, OLYMPIA 1

Dieser altgriechische Dichter aus dem 5. Jahrhundert vor Christus kannte dabei bestimmt die Britischen Inseln nicht, die dem Menschen etwas mehr abverlangen als die reine Lust am Wasser.

Ironie des Schicksals war es dann wohl, dass es beginnend im 5. Jahrhundert nach Christus offensichtlich christliche Mönche schafften, dem Wasser selbst einen goldenen Hauch zu verleihen und dieses dann als Wasser des Lebens heute eher als Whisky oder auch Whiskey bekannt zu vermarkten.

Sehr viel später kam dann auch ich selbst auf den Geschmack, als mich ein Kamerad neben gutem Tee mit noch besserem Whisky bekannt machte. Unsere gemeinsamen Probierabende habe ich immer noch in guter Erinnerung und hoffe, dass er seinem Ziel, jeden Single Malt zumindest einmal probiert zu haben, möglichst nahekam.

Ich selber musste Jahre später feststellen, dass dies wohl ein hoffnungsloses Unterfangen ist, da auch hier der Markt sofort reagiert und das Angebot der Nachfrage anpasst.

Noch in den 1980er- und 1990er-Jahren kaum bis gar nicht mehr vorhandene Whiskys sind heute in jeder Art und Weise und für mich sehr erstaunlich, auch fast in jedem Jahrgang zu haben. Mich wundert dabei, wo die Produzenten und Händler diese ganzen Fässer und Flaschen über all die Jahrzehnte hinweg nur versteckt gehalten hatten, sodass es Sammlern wie mir nicht möglich war, diese Schätze noch im letzten Jahrhundert zu heben.

Ich tröste mich damit, dass es ganz offensichtlich alleine an meinen sehr begrenzten finanziellen Kapazitäten lag und freue mich darüber, dass es jetzt auch wieder Destillerien gibt, welche noch vor ein paar Jahren längst demontiert und abgerissen waren.

Auf jeden Fall hat meine Sammelleidenschaft, die bis in die Nullerjahre hinein anhielt, dafür gesorgt, dass ich mehr Vorräte habe, als ich jemals werde selbst genießen können. Damit kann ich aber auch sicherstellen, dass ich nur solchen Whisky trinke, der tatsächlich aus dem letzten Jahrhundert stammt, noch bevor das Angebot der Nachfrage angepasst werden musste.

Eine weitere Ironie des Schicksals ist es, dass sich meine bessere Hälfte bis heute nie mit diesem Getränk anfreunden konnte und mein Jüngster zudem eine Leidenschaft für Gin entwickelt hat.

„Very little indeed is necessary for living a happy life.“

Marcus Aurelius, Meditationen (Buch VII, 67)