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Europatag 2017

„Wir sind zu unserem Glück vereint“, heißt es noch in der Berliner Erklärung der EU-Staats- und Regierungschefs zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge im Jahr 2007. Ich schrieb damals an dieser Stelle, „die europäische Erfolgsgeschichte geht weiter. … Frieden und Freiheit sind damit für uns Europäer schon lange zu Selbstverständlichkeiten geworden.“

Solche Wortwahlen bringen in diesem Jahr, einem Jahr gleich mehrerer europäischer Schicksalswahlen, in einer Zeit unablässiger Angriffe einer russischen Präsidialdiktatur auf die freie Welt und des Abdriftens befreundeter Nachbarstaaten in den Totalitarismus sowie darüber hinaus noch einer zu erwartenden vierjährigen „Kopflosigkeit“ unseres wichtigsten Verbündeten und Partners, wohl niemand mehr über die Lippen oder gar zu Papier!

Dennoch behalten folgende Fakten weiterhin ihre Gültigkeit: Die Ressourcen unserer Welt sind endlich und sie sind meist außerhalb Europas zu finden. Der Anteil Europas an der Weltbevölkerung wird immer weiter zurückgehen und bald unter 5% liegen. Der in Europa angehäufte Wohlstand und die immer noch vorbildliche Infrastruktur bewegen viele Besitz- und Hoffnungslose aus aller Welt dazu, in Europa ihr Glück zu suchen. Die technologische Kompetenz und Innovation hingegen wandert langsam aber sicher aus Europa ab und in Regionen, die den leistungsstarken und –willigen Menschen dort bessere Lebensbedingungen bieten wollen und auch können.

Populismus, Nationalismus und Totalitarismus sind dabei keine Konzepte, die den oben aufgeführten Herausforderungen gerecht werden noch tragbare Lösungen bieten können, um den europäischen Völkern und Staaten zumindest eine Zukunft und dazu möglichst noch in Freiheit, Frieden und Wohlstand zu sichern.

Deshalb fordere ich alle mündigen Bürger, Demokraten und Europäische Föderalisten auf, den Putins, Trumps und Le Pens dieser Welt eine klare Absage zu erteilen und sich verstärkt in die demokratischen und gesellschaftlichen Strukturen und Prozesse unseres gemeinsamen Europas einzubringen. Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Die EUROPA-UNION Heilbronn und auch unsere Jugendorganisation, die Jungen Europäer – JEF Heilbronn, bieten hierzu viele Möglichkeiten des Engagements. Bitte nutzen Sie diese, und dies bevor es für uns alle zu spät ist! Kommen Sie zu unseren Veranstaltungen und Aktionen, lesen Sie unsere Aufrufe und Erklärungen und wenn möglich, werden Sie bei uns Mitglied – Mitglied in der größten Bürgerbewegung für ein freies, friedliches, geeintes, demokratisches, föderales und erfolgreiches Europa.

Wir alle wissen: Engagement ist Arbeit und kostet Zeit. Dass Ihr Engagement aber auch sehr positive persönliche Erfahrungen hervorbringen kann, zeigen wir unter anderem am Samstag, 13. Mai 2017 auf dem Kiliansplatz in Heilbronn, wo wir mit Zehntausenden Heilbronnern und ihren Gästen den inzwischen 28. Treffpunkt Europa feiern und dabei unser Bekenntnis für ein Europa in Vielfalt geeint und damit für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder ablegen!

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Europatag 2016

Ein verstärkter Klimawandel, immer häufiger auftretende Umweltkatastrophen, der Zerfall von Staaten, Kriege, Terrorismus, Hungersnöte und Epidemien beschleunigen die Wanderungsbewegungen weltweit. Flüchtlingsbewegungen in die EU, Finanzkrisen und eine zunehmende Diskrepanz in den Vermögensverhältnissen, Vertrauensverlust der Bürger zu ihren Parteien, ihren Institutionen und des Projektes „Europa“ insgesamt sowie eine zunehmende Radikalisierung vieler Unionsbürger sind derzeit wohl die dringendsten Herausforderungen der Europäischen Union.

Wir Europäischen Föderalisten sind weiterhin fest davon überzeugt, dass die Lösung für die meisten der oben benannten Probleme nicht in einer weiteren Abschottung, einer Renationalisierung und einer höheren Gewaltbereitschaft liegt, sondern ganz im Gegenteil in einer weiteren Europäisierung unserer Gedanken und unserer Umwelt – Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein sind die einzige Lösung!

Wir alle müssen weiter fest an der Idee unseres „Europas in Vielfalt geeint“ festhalten und dürfen nicht auf halber Strecke das Ziel aus den Augen verlieren. Es gab noch nie in der Geschichte der Menschheit ein zurück, und auch das Paradies liegt nicht hinter, sondern vor uns!

Wir Europäer müssen Europa und die Welt und dies ganz im Sinne des Hertensteiner Programmes von 1946 zum Besseren gestalten; das kostet Kraft und Anstrengung, denn es gibt nichts auf dieser Welt geschenkt, außer der göttlichen Vergebung.

Viele überzeugte Europäer haben sich in den letzten 70 Jahren für unsere Welt und ein gemeinsames Friedenseuropa mit sehr großem Engagement und viel Verve eingesetzt, Überzeugungsarbeit geleistet und sichergestellt, dass bis dato 28 europäische Staaten gemeinsam auf diesem einzig richtigen Weg sind und zudem gut 20 weitere Staaten diesen Weg auch offiziell als zielführend anerkannt haben.

Noch nie hatten Menschen so viele persönliche Freiheiten und Möglichkeiten wie heutzutage in der Europäischen Union – und unserer Jugend steht die ganze Welt offen!

Deshalb dürfen wir trotz all der derzeitigen tatsächlich vorhandenen Missstände und den großen Herausforderungen nicht klein beigeben und vor allem auch nicht die größte Errungenschaft der Menschheit, die universell geltenden Menschenrechte, der Bequemlichkeit wegen aufgeben oder den „Gegen-alles-Menschen“ und „Verlierertypen“ für ihr ständiges Geblöke als Morgengabe opfern.

Wir müssen es als Demokraten allerdings akzeptieren, wenn sich andere Menschen aus unserer Gemeinschaft herauslösen wollen. Wir müssen dabei aber nicht dulden, dass diese Verweigerer dann weiter auf unsere Kosten ihr Tun finanzieren oder weiter von Gemeinschaftsleistungen profitieren. Es darf auf Dauer keine Extrawürste geben. Rechte, Pflichten, Gesetze und Verträge sind in jeder funktionierenden Demokratie für alle gleich bindend – auch in der Europäischen Union.

Hier bei uns im Stadt- und Landkreis Heilbronn ist die Welt für die meisten von uns trotz alledem noch in bester Ordnung, wir profitieren immer noch mehr als wir zur Kasse gebeten werden, und wir dürfen hoffen, dass dies bei einer umsichtigen Politik auch noch weiter anhalten wird. Wir können uns weiter auf Urlaube, Feste und Feiern freuen und unsere Zukunft ohne all zu große Einschränkungen planen.

Lassen Sie uns dies auch weiter so handhaben. Werden Sie kein Opfer von billigen Populisten und ewigen Schwarzmalern. Die EUROPA-UNION Heilbronn wird Ihnen dabei gerne helfen. Wir informieren dazu das ganze Jahr über Mitglieder und Interessenten über die aktuellen Geschehnisse rund um Europa und versuchen dabei gemeinsame Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden und der Politik anzubieten. Wir veranstalten darüber hinaus ganzjährig Bildungs- und Informationsfahrten zu den politischen „Hot Spots“ Europas und freuen uns dabei immer über neue Mitfahrer und weitere Interessenten.

Und wie die vergangenen Jahre auch, feiern wir am 7. Mai zusammen mit unseren Partnervereinen den Europatag beim inzwischen 27. Treffpunkt Europa. Treffen Sie dort überzeugte Europäer und lassen Sie sich von der wundervollen Atmosphäre begeistern.

Ich bedanke mich ganz recht herzlich bei allen Mitstreitern, Helfern, Unterstützern und dem Organisationsteam für ihr Engagement für unser gemeinsames Europa. Ich wünsche uns allen wieder einen wunderbaren Treffpunkt Europa in der Europawoche und baue darauf, dass wir auch in Zukunft gemeinsam alle Herausforderungen meistern und unseren vor 70 Jahren eingeschlagenen Weg zu einer besseren Welt weiter fortsetzen werden.

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Europatag 2015

Freiheit, Frieden, Demokratie und wirtschaftlicher Wohlstand – das Versprechen Europas an seine Bürger. Im weltweiten Vergleich geht es uns Europäern auch gut; es haben nur viele von uns nicht selten den Blick dafür verloren. Dennoch gibt es weiterhin selbst in den reicheren Regionen der Europäischen Union Armut und an ihrer Peripherie sogar noch ganze Landstriche, in denen obiges Versprechen erst noch erfüllt werden muss.

Außerhalb der Grenzen Europas sieht es wesentlich schlimmer aus, Menschen müssen um ihre nackte Existenz kämpfen oder versuchen über die Grenzen hinweg und dies meist auf abenteuerlichen Wegen nach Europa zu gelangen. Und seit kurzem ist es offensichtlich, dass sich Diktaturen und Terrorregime, auch in unserer direkten Nachbarschaft, immer mehr bemühen, die Existenz Europas an sich in Frage zu stellen. Dabei scheuen sie auch nicht davor zurück, in Nachbarländer einzufallen, ganze Bevölkerungsteile zu morden oder unverhohlen der Europäischen Union selbst zu drohen. Sie mobilisieren sogar ihre Kolonnen in unseren Mitgliedsstaaten, um mit allen verfügbaren Mitteln der Idee von Freiheit, Frieden und Demokratie endgültig den Garaus zu machen.

Es muss uns allen endlich bewusst werden, dass die Europäische Idee kein Endzustand ist und schon gar nicht „alternativlos“. Unsere Freiheit, unser Frieden, unsere Demokratie und unser wirtschaftlicher Wohlstand müssen immer und immer wieder aufs Neue erkämpft werden – und zwar von uns selber! Bereits erzielt geglaubte Errungenschaften sind nicht für ewig und schon gar nicht vererbbar.

Wir alle müssen unsere Europäische Idee leben, für sie eintreten und zudem auch beständig an ihr arbeiten oder wir werden die erreichten Errungenschaften wie Freiheit, Frieden und Demokratie verlieren und damit zukünftig in Knechtschaft, Furor und Horror – meist gepaart mit bitterer Armut – enden.

Die Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn – Teil einer europaweiten Bürgerbewegung für ein Europa in Vielfalt geeint – treten für die Europäische Idee ein, werben für sie und versuchen alle Mitbürger davon zu überzeugen, dass die Alternativen wie z. B. Hass, Ausgrenzung, Intoleranz und purer Egoismus keine Gesellschaft weiterbringen oder gar am Leben erhalten.

Deshalb möchten wir auch am 26. Treffpunkt Europa in Heilbronn erneut zeigen, dass wir Menschen friedlich vereint besser unsere Ziele erreichen und wir in der Gemeinschaft jedem Übel trotzen werden können.

Sagen auch Sie ja zu Europa: zu Freiheit, Frieden, Demokratie und Wohlstand!

Seien auch Sie ein Baustein für eine bessere Welt!

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Politik

Rede zum Treffpunkt Europa 2014

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren! 

Es freut mich heute ganz besonders hier erneut dieses Grußwort sprechen zu dürfen, nicht nur weil wir morgen den 25. Treffpunkt Europa feiern, sondern weil wir alle – und dies nur wenige Tage nach der Amtseinführung unseres neuen OB – heute zum Empfang des Oberbürgermeisters am Vorabend des Treffpunkts Europa eingeladen sind.

Damit führen Sie, Herr Oberbürgermeister, eine Tradition fort, die unter Ihren Vorgängern Herrn Dr. Manfred Weinmann begann und unter Herrn Helmut Himmelsbach für die meisten von uns zu einem Highlight des Jahres geworden ist.

Tradition ist es dabei nicht, wie Thomas Morus es treffend formulierte, die Asche zu bewahren, sondern die Flamme weiterzutragen. Und sie Herr Oberbürgermeister haben sich dankenswerter Weise dazu bereit erklärt.

Ich meine mit dieser Flamme aber nicht das olympische Feuer, dies wird zum Entsetzen vieler inzwischen von Diktatoren, Potentaten und Kriegstreibern weitergereicht. Ich meine mit dieser Flamme unsere europäische Idee, welche in vielen von uns lodert und hoffentlich den Funken Europa weiterträgt, auch über Heilbronn hinaus, und möglichst bei vielen unserer Mitbürger die europäische Begeisterung entflammen lässt.

Aus diesem Grund veranstalten wir seit 25 Jahren den Treffpunkt Europa und aus diesem Grund fordern wir auch ein Europahaus für Heilbronn. Dieses Europahaus soll aber kein weiterer „Infopoint Europa“ und auch kein weiteres „Europe Direkt“ sein, sondern eine europäische Bildungsstätte werden, gerne auch als Gegenpol zur Heilbronner „Experimenta“ – welche bekanntlich die Technologie in den Vordergrund stellt.

Denn Bildung ist Bürgerpflicht! Nur die Bildung – und dies möglichst für alle – kann uns vor der schleichenden Entmenschlichung dieser Welt retten. Und nur die Bildung – nicht Waffen – kann uns vor zukünftigen Kriegen bewahren.

Europa ist Bildung und Bürgerbeteiligung zugleich! Hier bei uns in Heilbronn sind wir weiterhin auf dem richtigen Weg. Und diesen wollen wir auch gemeinsam weitergehen. Morgen beim Treffpunkt Europa, am 25. Mai in den Wahlkabinen und vielleicht in ein paar Jahren auch im „Europahaus Heilbronn“.

Heilbronn im Mai
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Europatag 2014

Unser Europa ist in Gefahr! Europa bröckelt nicht nur an seinen Rändern, es erodiert auch aus seiner Mitte heraus; und dies alles 100 Jahre nach Beginn eines bisher nie dagewesenen Massenmordens und 25 Jahre nach dem Fall der Mauer – seinem bisher als endgültig geglaubten Ende. Manchem Mitbürger schwant bereits, dass Politik mehr sein muss als Gelder umzuverteilen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 scheint nur noch regionale Bedeutung zu haben und unsere Bürgerrechte, zuletzt im Jahr 2000 als Grundrechte der Europäischen Union festgeschrieben, werden immer öfters wieder in Frage gestellt: das Post- und Fernmeldegeheimnis besteht offensichtlich nur noch auf dem Papier, die Meinungs- und Informationsfreiheit wird nun auch schon innerhalb der EU begrenzt, die Reise-, Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf Wahl des Wohnsitzes soll nur noch für manche unserer Mitbürger Gültigkeit haben und viele von uns verzichten von selbst immer öfters auf ihr Wahlrecht und ihre Beteiligung an gemeinschaftlichen Aufgaben, wie der Mitarbeit in Verbänden, Vereinen und auch Parteien. So lange man uns Europäern finanzielle Sicherheit verspricht, scheinen wir alles schlucken zu wollen.

Wir Europäische Föderalisten stemmen uns vehement gegen diese Entwicklung. Wir wollen ein Europa in Vielfalt geeint, wir wollen ein demokratisches Europa, föderal strukturiert und dem Frieden verpflichtet, wir wollen ein Europa der Bürger! Dafür arbeiten und werben wir. Darum machen wir uns für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung stark und fordern unsere Mitbürger zur Wahl des 8. Europäischen Parlamentes am 25. Mai diesen Jahres auf. Darum veranstalten wir auch alljährlich den Treffpunkt Europa in Heilbronn und zeigen unseren Mitbürgern, dass Europa eigentlich schon heute ganz gut funktioniert.

Der Treffpunkt Europa ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des Heilbronner Kultur- und Gesellschaftsleben geworden. Diese großartige Veranstaltung gelingt nur deshalb, weil sich viele Mitbürger Heilbronns und seiner Umgebung stets ehrenamtlich das ganze Jahr über zusammenfinden, sich für unseren Treffpunkt Europa engagieren und diesen jedes Mal wieder aufs Neue entstehen lassen und dies nunmehr bereits zum 25. Male. Dabei werden diese Mitbürger von weiteren Institutionen und Firmen unterstützt, um jeweils an einem Samstag in der Europawoche allen Besuchern ein kunterbuntes Fest der Völkerverständigung bieten zu können, bei dem darüber hinaus auch die vielfältigsten kulinarischen Wünsche angesprochen und mehr als erfüllt werden. All diesen Menschen, den Organisatoren, Künstlern, Sängern, Tänzern, Musikern, Choreographen, Köchen, Müttern und Vätern sowie allen anderen Helfern, teilnehmende Vereinen, unterstützende Institutionen und Firmen ist diese Jahresbroschüre gewidmet. Denn ohne diese Menschen gäbe es den Treffpunkt Europa nicht, ohne diese Menschen würde in Heilbronn Europa im Kleinen nicht so gut funktionieren und ohne diese Menschen wäre unser Europa in Vielfalt geeint nur ein weiterer „hohler“ Begriff im gesellschaftlichen und politischen Miteinander unserer Zeit. Wir wünschen Ihnen allen schöne Stunden beim diesjährigen Treffpunkt Europa und bitten Sie auf jeden Fall am 25. Mai 2014 wählen zu gehen.

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Europatag 2013

Wir europäische Föderalisten können dieses Jahr in Heilbronn nicht nur auf 60 Jahre Kreisverband Heilbronn der EUROPA-UNION Deutschland zurückblicken, sondern auch auf 60 Jahre Europäischer Wettbewerb. Zusätzlich gedenken wir des 50sten Jahrestages des Ellysee-Vertrages, welcher 1963 die deutsch-französische Freundschaft auf eine ganz neue Ebene führte. Auch nach über sechzig Jahren europäischer Aussöhnung und Schaffung eines gemeinsamen Europas hat die europäische Idee bei Weitem noch nicht ausgedient; so können wir im Juli diesen Jahres die Republik Kroatien als 28. Mitglied in der Europäischen Union willkommen heißen.

Dies ist ein weiterer Schritt hin zu den Vereinigten Staaten von Europa, die dereinst unsere Vorstellungen eines föderalen, demokratischen und friedfertigen Europas als Teil einer Weltunion krönen sollen. Obwohl es in unserem Einigungsprozess immer wieder Rückschläge gibt, auch weiter geben wird und obwohl wir uns mitten in einer existentiellen Krise der Europäischen Union und seiner Mitgliedsstaaten befinden, haben wir alle dennoch gemeinsam schon jetzt ein wesentliches Ziel erreicht – wir Europäer schießen nicht mehr aufeinander!

Separationsbestrebungen und Verteilungskämpfe werden mit zivilen Mitteln ausgefochten. Dies ist fürwahr ein Fundament auf dem wir weiter aufbauen können aber auch müssen. Nach all den Friedensjahren in Europa geht es nicht mehr nur um den Frieden innerhalb Europas, der auch als gutes Beispiel für unsere eine Welt dienen soll. Es geht inzwischen verstärkt um unser Europa insgesamt, sowohl als Gemeinschaft von uns Europäern als auch unsere Idee, unsere Wertvorstellungen und unser Lebenskonzept in einer sich immer weiter verändernden Welt – nur gemeinsam, und dann immer noch als Minderheit in dieser Welt, werden wir in der Lage sein, unsere Interessen und Werte zu vertreten und zu erhalten. Diese Werte sind: Frieden, Freiheit, Demokratie, Föderalismus, Subsidiarität und Solidarität. Auf diese Werte müssen wir bauen, diese unsere Werte müssen wir wieder verstärkt dazu nutzen, um die aktuell bestehenden und auch kommenden Probleme zu lösen.

Es genügt nicht mehr nur der Ruf nach mehr Europa; wir müssen Europa auch leben wollen! Unsere Werte sind keine Einbahnstraßen und auch keine Reklametafeln – wir Bürger Europas müssen sie selber leben und auch bei unseren Mitbürgern im Bedarfsfall einklagen. Wir dürfen dabei Solidarität nicht mit Mitleid oder Karitas verwechseln oder Föderalismus und Subsidiarität mit Zentralismus und Gleichmacherei. Kurz gesagt: mehr Europa heißt nicht mehr Brüssel, mehr Europa heißt auch nicht Abschaffung der einzelnen Staaten, sondern mehr Europa heißt, Probleme, die wir alleine nicht lösen können, gemeinsam zu überwinden, dabei aber jeder politischen Ebene ihre ureigensten Aufgaben belassend; die föderale Idee sollte uns hier leiten, denn nur mit ihr werden wir in der Lage sein, eine Gemeinschaft von über 500 Millionen Menschen erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Hier in Heilbronn leben wir Europäischen Föderalisten seit über 60 Jahren unsere Idee eines gemeinsamen Europas, seit 60 Jahren organisieren wir die Preisverleihungen zum Europäischen Wettbewerb im Stadt- und Landkreis Heilbronn und seit nunmehr 24 Jahren veranstalten wir im Herzen unserer Stadt den Treffpunkt Europa – unserem Beispiel, wie man friedlich vereint eine Idee Wirklichkeit werden lassen kann.

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Allgemein Politik

Über 60 Jahre EUROPA-UNION Heilbronn

Bereits 1946 wurden die bekennenden Europäer auch in Heilbronn aktiv. Eine Bezirksgruppe der EUROPA-UNION, von Mitbürgern des Stadt- und Landkreises Heilbronn ins Leben gerufen und von Anfang an mit bekennenden Europäern aus ganz Europa vernetzt, bringt sich dabei massiv in die politische Diskussion ein und fordert unter anderem eine verfassungsgebende Versammlung für Europa!

Um nach der Gründung des Landes Baden-Württemberg 1952 und den ersten Rückschlägen in der Europapolitik dem europäischen Gedanken in Heilbronn größere Bedeutung zu verschaffen und auch bundesweit einheitliche Verbandsstrukturen zu erhalten, wurde am 9. Mai 1953 unter der Schirmherrschaft des damaligen Heilbronner Oberbürgermeisters Paul Meyle der Kreisverband Heilbronn der EUROPA-UNION Deutschland gegründet. Ihr erster Vorsitzender wurde der Heilbronner Erste Bürgermeister Dr. Karl Nägele. Auch die Wahlheilbronnerin Frau Franziska Schmidt gehörte von Anfang an zu den Heilbronner Europäern, die sich die Integration Deutschlands in ein demokratisches und föderales Europa auf die Fahnen geschrieben hatten. Unvergessen bleibt auch das jahrzehntelange Engagement des ehemaligen Heilbronner Oberbürgermeisters Dr. Manfred Weinmann, der bereits in den frühen 50er Jahren in Heilbronn Informations- und Werbeveranstaltungen mit dem Ziel zur Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ organisierte.

Seit dieser Zeit wirkt die EUROPA-UNION Heilbronn als Verein und überparteilicher Verband, vernetzt mit Europäern aus über 30 Ländern und unter dem internationalen Dachverband der Europäischen Bewegung, in der Gesellschaft auf ein geeintes Europa in Frieden, Freiheit und Wohlstand hin. Durch Information über politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen in Europa, durch Werbung für Toleranz und Völkerverständigung zwischen den europäischen Völkern und durch Förderung der Kontakte zu unseren europäischen Nachbarn will die EUROPA-UNION die Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses verdeutlichen und die Bürger von der Notwendigkeit eines persönlichen Engagements für das neue Europa überzeugen. Deshalb setzt sich die EUROPA-UNION seit Jahrzehnten auch für die Integration von Heilbronnern mit Zuzugsgeschichte in die Heilbronner Gesellschaft sowie in seine Vereine und Institutionen ein. Maßstab des Handelns ist dabei der europäische Gedanke, welcher auf den unumstößlichen und für alle Menschen gleichermaßen geltenden Menschenrechten fußt und die Idee von Pierre Bertaux aufgreift, dass man „Europäer nicht durch Geburt ist, sondern durch Bildung wird.“ Dieser Einsatz zur Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund trägt wesentlich dazu bei, dass die EUROPA-UNION Heilbronn auch bei Neubürgern ein gefragter Ansprechpartner wurde und nunmehr seit vierundzwanzig Jahren zusammen mit Migrantenvereinen eine über Heilbronn hinaus bekannte und jährlich sattfindende Veranstaltung, den „Treffpunkt Europa“, im Herzen Heilbronns organisiert. Mit über zwanzigtausend Besuchern zählt der „Treffpunkt Europa“ zu einer der größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland und auch darüber hinaus. Durch diese Veranstaltung und weitere sich daran anschließende Veranstaltungen im Stadt- und Landkreis Heilbronn, wie zum Beispiel dem „Familienfest auf dem Gaffenberg“, wird den teilnehmenden Vereinen und ihren Mitglieder die Integration in unsere Gesellschaft erleichtert und es werden zusätzlich Vorurteile zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen abgebaut.

Über die Organisation von Kultur- und Werbeveranstaltungen hinaus werden von der EUROPA-UNION Bildungs- und Informationsveranstaltungen rund um Europa und die Europäische Idee initiiert, unterstützt und durchgeführt. Seit nunmehr sechzig Jahren ist der Europäische Wettbewerb ein fester Bestandteil an den Schulen des Stadt- und Landkreises und seit gut fünf Jahren können Schüler regelmäßig die Stadt Straßburg und das Europäische Parlament kennenlernen.

Weitere Fahrten zu Zielen im Kreis Heilbronn und Zielen in unsere europäische Nachbarländer, z.B. den Partnerstädten Heilbronns, vermitteln den Teilnehmern die unterschiedliche Geschichte, Kulturen sowie Gepflogenheiten und tragen damit dazu bei, dass sich alle Teilnehmer besser kennenlernen, verstehen und ein gegenseitiges Verständnis für die Vielfalt Europas und seiner Bürger entwickeln. Ganz dem demokratischen Gedanken verpflichtet, ist es selbstverständlich, dass alle Informations- und Bildungsveranstaltungen auch dem Meinungsaustausch dienen. Dies wird mit weiteren Diskussionsveranstaltungen vertieft. Hierzu werden auch Fachleute aus allen Teilen Europas und der ganzen Welt geladen. Selbstverständlich haben einige Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn eine eigene Zuzugsgeschichte, denn der europäische Gedanke ist universell und hat es in Heilbronn ermöglicht, dass die knapp 180 Vereinsmitglieder nicht nur aus dem Stadt- und Landkreis Heilbonn und der Europäischen Union stammen, sondern auch aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Afrika oder Indien kommen, frei nach Bertauxs Motto: „Europäer wird man durch Bildung.“ Die Vereinsmitglieder treffen sich nun schon seit Jahrzehnten regelmäßig in bestimmten Lokalen der Stadt Heilbronn zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen, wie zum Beispiel Vortragsveranstaltungen, Diskussionsabende, Europastammtische und auch europäische Weinproben. Auch werden die Vereinsheime der unterschiedlichen Mitgliedsvereine immer wieder Austragungsort von Sitzungen und Feiern. Ohne Zweifel aber spielt der jährlich anlässlich der Europawoche stattfindende „Treffpunkt Europa“ auf dem Kiliansplatz in Heilbronn für eine weit über die Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn hinaus gehende Rolle. Viele Heilbronner und einige eigens zu dieser Veranstaltung anreisende Gäste haben sich den „Treffpunkt Europa“ zum festen Bestandteil ihres Jahres gemacht – sie erleben dabei immer wieder, dass Europa auch Spaß machen und vor allem, dass die Vielfalt mehr Vorzüge als Nachteile haben kann.

Unvergessen sind aber auch die „Europabälle“, die in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Höhepunkt des Heilbronner Gesellschaftslebens zählten, die Einweihung des Europaplatzes oder aber auch die Übergabe der Europaflagge an Heilbronn in den siebziger Jahren. Über all diese Jahrzehnte hinweg haben sich die Europäischen Föderalisten aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn stets ehrenamtlich für die Europäische Idee eingesetzt. Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielten einige von Ihnen einen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland oder auch eine Ehrennadel der EUROPA-UNION Deutschland verliehen und folgende unserer Mitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern des Heilbronner Kreisverbandes ernannt: Franziska Schmidt, Dr. Karl Nägele, Herbert Kliem, Dr. Walter Dörr, Dr. Manfred Weinmann und Heinrich Kümmerle senior. Und obwohl die EUROPA-UNION Heilbronn dieses Jahr ihr sechzigjähriges Bestehen als Kreisverband der EUROPA-UNION Deutschland feiern wird, werden ihre Mitglieder nicht müde und werben auch weiterhin für ein föderales Europa zum Wohle einer besseren Welt.

Allen gut 180 Mitgliedern sei an dieser Stelle für ihr stets ehrenamtliches Engagement, ihren Einsatz für ein gemeinsames Europa und unseren Heilbronner Kreisverband sehr herzlich gedankt. Ohne ihre Unterstützung könnte so manche Veranstaltung nur schwer verwirklicht werden!


Redaktioneller Hinweis: In der Originalversion hatte ich fälschlicher Weise Robert Schuman ein Zitat zugeschrieben, welches aber von Pierre Bertaux stammt (Mutation der Menschheit 1963:166, „Man ist nicht Europäer von Geburt, sondern man wird es durch Bildung.“)