Internetpräsenz

Internetpräsenz 5 (3)

Beitragsfoto: Gerd Altmann auf Pixabay

Dieses Wochenende konnte ich nicht nur mit einem produktiven Federal Committee Meeting verbringen, sondern wurde — überraschender Weise — erneut mit dem Thema der „eigenen“ Internetpräsenz konfrontiert. Dieses Mal ging es um die Internetpräsenz der EUROPA-UNION auf Wikipedia.

Mit dem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Wikipedia begann auch ich mich, und dies noch in den Nullerjahren, daran zu beteiligen. Da ich ganz sicher kein Encyclopedist bin, machte ich anfangs nur auf offensichtliche Fehler oder Unstimmigkeiten aufmerksam. Dann, 2009, begann ich erstmals einen eigenen entsprechenden Artikel zu schreiben und ergänzte Wikipedia mit einem Eintrag zur EUROPA-UNION Heilbronn. 2010 war ich dann doch etwas verärgert, als mein Beitrag wegen Irrelevanz wieder gelöscht wurde, denn damit waren doch einige Tage an Arbeit einfach so und völlig umsonst verbracht. Der einzige Trost dabei war, dass man mir erklärte, dass auch andere Beiträge über unsere Bewegung, weil ebenfalls irrelevant, gelöscht wurden.

So begrenzte ich mich weiterhin auf die Ergänzung von bereits bestehenden Beiträgen und korrigierte munter weiter vor mich hin. Einzig, und dies zu meinem großen Leidwesen, wurden meine Ergänzungen zu UEF Themen immer öfters gelöscht oder erneut wieder geändert.

2020 war ich dann sogar erfreut darüber, dass inzwischen auch die Relevanzkriterien bei Wikipedia gelockert wurden, und neue Beiträge zur EUROPA-UNION zu finden waren. So nutzte ich die Gelegenheit und schrieb erneut einen relevanten, begründeten und sehr ausführlichen Beitrag zur EUROPA-UNION Heilbronn. Leider musste ich kurz darauf feststellen, dass es auch auf Wikipedia gleichere Menschen als mich gibt, und mein Beitrag wurde erneut gelöscht — dieses Mal allerdings ohne die Möglichkeit der Diskussion oder einer Verteidigung, denn, als ich mein, von Wikipedia allen anderen gewährtes, Recht der Gegendarstellung in Anspruch nehmen wollte, löschte ein „Super-User“ meinen Beitrag sofort.

Damit stellte sich mir die Frage, ob ich meine Zeit nicht sinnvoller nutzen kann und ich beschloss, nur noch bestehende Beiträge zu pflegen, zumindest so lange, wie es diese auf Wikipedia noch gibt.

Deswegen war ich gestern schon etwas erstaunt, als Wikipedia erneut in unserem Verband zum Thema wurde: anscheinend werden die Relevanzkriterien inzwischen wieder etwas enger gesehen — was mich, über ein Jahr später, nun nur noch extrem peripher tangiert.

Auf jeden Fall aber passt es zu meinen derzeitigen Überlegungen, nämlich Überflüssiges einzusparen und Notwendiges besser, d. h. im Sinne der Effizienz, zu kombinieren. Letztendlich ist es die Zeit, die uns allen täglich viel zu leicht zwischen den Fingern zerrinnt, welche uns allen dann letzten Endes fehlen wird.

Und so habe ich nicht nur die eine oder andere Internetpräsenz gelöscht, sondern auch angefangen, relevante Inhalte umzuziehen. So findet man seit heute die Hertensteiner Gespräche auf diesem Weblog — für mich eine sehr große Zeitersparnis und zudem ein kleiner Umweltschutzbeitrag.

Als nächstes werden wohl die Foren des Europastammtisches eine wesentliche Veränderung erfahren — erste Gespräche dazu finden bereits statt.

„Caution: Do not mistake the Internet for an encyclopedia, and the search engine for a table of contents. The Internet is a sprawling databank that’s about one-quarter wheat and three-quarters chaff.“

Norm Goldstein, The Associated Press Stylebook and Briefing on Media Law (2007: 267)

Sandstrand

Was ist ein Zitat? 5 (4)

Beitragsfoto: Sandstrand | © Pixabay

Nachdem es inzwischen auch in der akademischen Welt üblich zu sein scheint, seitenlang Sokrates zu zitieren, sollten eigentlich viel mehr Menschen darüber nachdenken, was es mit diesem ‚Zitieren‘ auf sich hat.

Ein erster Hinweis kann zwar Wikipedia geben, aber dies schützt leider nicht davor, dass viel zu viele Mitmenschen Zitate verwenden, die dann im Anschluss einer Überprüfung nicht standhalten.

Deshalb sollte es zur Selbstverständlichkeit werden, dass man Zitate nur dann verwendet, wenn man sich über deren Ursprung auch sicher ist.

Unabhängig davon habe ich selbst über Jahre hinweg Zitate gesammelt, deren Autoren ich nicht kannte, ursprünglich mit der Absicht, diese auch ermitteln zu können. Vor ein paar Jahren habe ich dieses Unterfangen eingestellt und die noch verbliebenen herrenlosen Zitate in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Eines meiner Lieblingszitate stammt übrigens von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dem Buch Wilhelm Meisters Lehrjahre (Fünftes Buch – Erstes Kapitel) zu finden:

„Man sollte … alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“

Johann Wolfgang von Goethe

In den kommenden Wochen werde ich auf dieser Website weitere Zitate folgen lassen und hoffe damit, dem einen oder anderen eine kleine Freude bereiten zu können.

„Misquotation is, in fact, the pride and privilege of the learned. A widely-read man never quotes accurately, for the rather obvious reason that he has read too widely.“

Hesketh Pearson, Common Misquotations (1934, Introduction)