Schwäbische Tomatensuppe

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Für eine echte und authentische schwäbische Tomatensuppe kommt es ganz besonders auf die richtigen Zutaten an. Darüber hinaus ist die Zubereitung, wie auch das spätere Servieren von sehr großer Bedeutung.

Fangen wir mit den Zutaten an. Man leihe sich Petersilie, ich gehe dazu gerne zu meinem Nachbarn, da dieser seit der BUGA seine Petersilie in, von der Stadt bereitgestellten, Blumentrögen selbst anbaut. Die Straßenlage und vor allem die Innenstadtnähe verleihen der Petersilie eine ganz besondere Note. Solch eine Qualität bekommt man weder im Supermarkt, noch im Bio-Laden um die Ecke.

Mit der Zubereitung der Petersilie sollte man dann aber auch rechtzeitig beginnen, um nicht in unnötige Hetze verfallen zu müssen. Ein Blatt der Petersilie zieht man am besten nicht zu schnell und vor allem auch nicht zu heftig durch Regenwasser, damit die Vitamine möglichst erhalten bleiben. Jeder schwäbische Haushalt hat dazu eine Regentonne vor dem Haus, auf dem Balkon oder, in einer etwas praktikableren Größe, auf dem Fensterbrett der eigenen Wohnung.

Ist die Zubereitung der Zutaten abgeschlossen, nehme man Leitungswasser — ein Schwabe lässt sich beim Essen nicht lumpen — und erwärmt dies am besten in der Sonne. Vor dem Servieren kann man es noch auf dem Herd, in einem Wasserkocher oder in der Mikrowelle kurz erhitzen, damit die Suppe auch die gewünschte Temperatur erhält.

Manche — Neureiche halt — ziehen zusätzlich an Festtagen oder zu ganz besonderen Anlässen, kurz vor dem Servieren, noch eine Tomate durch das bereits erhitzte Leitungswasser. Ich halte dies allerdings für übertrieben und geschmacklich weit überdimensioniert! Denn es reicht voll und ganz aus, wenn sich eine Tomate im Haushalt befindet; ich habe für solche Gelegenheiten immer eine Tomate im Gemüsekorb der Küche liegen.

Abschließend gießt man das zubereitete Leitungswasser in einen bereitgestellten roten Teller — dieser darf gerne auch etwas vorgewärmt sein; dazu bietet sich ebenfalls natürliches Sonnenlicht bestens an — und garniere das Ganze mit dem bereits zubereiteten Petersilienblatt. Damit sollte man allerdings vorsichtig umgehen und lieber etwas sparen, denn sonst dominiert der Petersiliengeschmack die schwäbische Tomatensuppe allzu stark.

Ich wünsche Ihnen beim Nachkochen viel Spaß und beim anschließenden Essen einen guten Appetit!

Und sollte das Essen nicht in ein Gelage ausgeartet sein, dann ist bestimmt auch die Petersilie noch übrig. Diese kann man dann nach dem Abwasch an den Entleiher zurückgeben, denn sie eignet sich immer noch ganz hervorragend für ein Schwäbisches Eintopfgericht.

Schwäbische Tomatensuppe à la Henri

„Man nach dem Ausspruch eines alten Weltweisen ißt, um zu leben, und nicht lebt, um zu essen.“

 Molière, L’Avare ou l’École du mensonge | Der Geizige (2016 [1668]: 37)

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