Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

AFCO-Sitzung

Die nächste Ausschusssitzung für konstitutionelle Fragen des Europäischen Parlaments (AFCO) tagt am 26. Januar 2022 in Brüssel, dieses Mal allerdings hybrid.

Die EUROPA-UNION ist gerade dabei zu planen, diese Ausschusssitzung mit einer eigenen Veranstaltung zu begleiten. In dieser deutschsprachigen Begleitveranstaltung soll in die Thematik eingeführt, die unterschiedlichen Positionen der europäischen Parteifamilien dargestellt und auch über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Entwürfe diskutiert werden.

Es ist sehr erfreulich, dass fast an allen Ecken und Enden an unserem Europa gearbeitet wird. Und auch die offizielle Konferenz über die Zukunft Europas wird weiter fortgesetzt. So können wir bei den kommenden 6. Hertensteiner Gesprächen sicherlich mit viele neuen und bestimmt auch sehr interessanten Ideen und Vorstellungen aufwarten, die wir dann in unseren eigenen Gesprächskreisen weiter ausdiskutieren werden.

Citizens’ Convention

Selbst über den Jahreswechsel hinweg arbeiten Föderalisten, auch in einer neuen Initiative für einen europäischen Bundesstaat, nämlich in der Federal Alliance of European Federalists, an einer neuen Verfassung für Europa.

Krankheitsbedingt habe ich mich dabei letztendlich ausgeklinkt, verfolge das Ganze dennoch weiterhin mit sehr großem Interesse. Auch wenn dieser gerade entstehende Verfassungsentwurf nie von den Unionsbürgern angenommen werden wird, geschweige denn von deren parlamentarischen Vertretern, so ist diese Initiative doch mehr als begrüßenswert und zeigt eindeutig, dass die Zeit für einen europäischen Bundesstaat mehr als überreif ist.

So haben sich 71 Europäer aus 22 Staaten, wobei doch so einige kein EU Mitgliedsstaat sind, zusammengefunden und diskutieren über eine gemeinsame Verfassung für Europa. Schon alleine diese Diskussionen sind es wert, solche Vorhaben zu initiieren.

Und wenn es den Mitgliedern der Federal Alliance of European Federalists gelingt, das Endprodukt in Europa bekannt zu machen, dann ist dies sicherlich eine sehr gute Werbung für unsere Idee der Vereinigten Staaten von Europa.

Wenn auch Sie an solch einer inhaltlichen Arbeit interessiert sind, dann bietet Ihnen die EUROPA-UNION Heilbronn die jährlichen Hertensteiner Gespräche an. Und wenn Ihnen diese zusagen, können wir Sie gerne an weitere entsprechende Gesprächs- und Diskussionszirkel weiterempfehlen. Die meisten davon finden allerdings auf Englisch, Französisch oder Italienisch statt.

Jeder einzige dieser Gesprächskreise trägt mit dazu bei, dass die Europäische Idee weiter in den Gedanken und Vorstellungen unserer Mitbürger erhalten bleibt und sie erhöhen zudem die Chance, dass der europäische Bundesstaat doch noch für alle Unionsbürger zum wünschenswerten Ziel wird, welches man dann auch bei den eigenen Volksvertretern immer öfters und wirksamer einklagt.

Factory-Outlet-Center

Eigentlich sollte man doch jedem, der versuchen möchte, in Heilbronn mit neuen Angeboten sein Geld zu verdienen, den roten Teppich ausrollen. Und Outlet-Center stehen schon seit langen Jahren in der Gunst von sehr vielen Mitbürgern, manche pilgern sogar regelmäßig in die Outlet-Mekkas, die inzwischen in fast jedem Bundesland vorhanden sind.

So wäre bestimmt auch in Heilbronn eine solche Ansiedelung für alle Seiten von Vorteil gewesen. Auf jeden Fall ist es ein Faktum, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, und unsere Stadt könnte frischen Wind durchaus vertragen.

Leider hat sich nun der Gemeinderat gegen eine solche Ansiedelung entschieden und mit entsprechenden Verkaufsflächenbegrenzungen auch künftigen Versuchen größerer Firmen, in Heilbronn Fuß zu fassen, den Riegel vorgeschoben.

Der allseits so beliebte „zentrenrelevante Einzelhandel“, bei uns vor allem die vielen Nagelstudios, Friseurläden und Döner-Buden, werden es unseren Gemeinderäten sicherlich danken.

Bauvorhaben

Sehr Erfreuliches weiß heute die Heilbronner Stimme zu berichten (10.01.2022: 28), denn zukünftig sollen unsere Gemeinderäte etwas früher als sonst üblich über relevante Bauvorhaben informiert werden.

Dass die Stadtverwaltung den Gemeinderat öfters vor vollendete Tatsachen stellt, konnte selbst ich schon mehrfach hören, genauso wie die Verwaltung unsere Bezirksbeiräte kaum bei Entscheidungen mit einbeziehen soll.

Die Ursache für dieses, nun auch in der Heilbronner Stimme thematisierte, Manko soll gewesen sein, dass sowohl der Planungsbeirat als auch die, später eingerichtete, Gestaltungskommission zu selten einberufen worden sind.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass diese Verbesserungsabsichten auch nach der kommenden OB-Wahl weiterhin aufrechterhalten und vielleicht sogar umgesetzt werden. Wenn dies gelingt, müssten bereits im Verlauf diesen Jahres die entsprechenden Klagen der Bezirksbeiräte und des Gemeinderats signifikant weniger werden.

Geburtstag des Tages

Annette von Droste-Hülshoff


Spain Rodriguez

Erfreuliches 5 (1)

Beitragsfoto: Spain Rodriguez’s depiction of Main and Fillmore in the mid-1950s | © The Buffalo News

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Eine solche ist, dass das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in Leipzig zum Jahreswechsel die Sammlung Armin Abmeier mit US-amerikanischen Underground- und Independent-Comics erworben hat.

Die ersten Underground Comics sind wohl bereits in den 1950er-Jahren entstanden und inzwischen als Underground- und Independent-Comics zu einer eigenständigen Kunstform geworden. Die von Armin Abmeier seit den frühen 1960er-Jahren bis 2012 zusammengetragene Sammlung umfasst neben Comics auch Graphzines, Künstlerpublikationen, illustrierte Bücher, Zeitschriften und Sekundärliteratur sowie Schallplatten, Videos und weitere Objekte.

Da im Bereich der frühen Künstlercomics nur selten größere Konvolute auf den Markt kommen, kann es als Glücksfall gelten, dass die Erwerbung der einzigartigen Sammlung – mit dem Schwerpunkt auf namhaften Comics-Künstlern wie Art Spiegelman, Robert Crumb oder Mark Beyer – durch das Museum möglich wurde.

So ist es mehr als nachvollziehbar, dass das Deutsche Buch- und Schriftmuseum diesbezüglich bereits am 21. Dezember 2021 eine eigene Presseerklärung veröffentlicht hat.

Zu den ersten dieser Comics-Künstlern zählen Vaughn Bode, Robert Crumb, Harvey Kurtzman, Harvey Pekar, Spain Rodriguez, Gilbert Shelton und Basil Wolverton, die nicht nur aus Nordamerika, sondern auch aus Europa stammen und damit bezeugen, dass unsere beiden Kulturen zumindest eine große Gemeinsamkeit aufweisen.

Weitere bekanntere Künstler sind Peter Bagge, Los Bros, Dan Clowes, Kim Deitch, Steve Ditko, Bill Everett, Fletcher Hanks, Jack Kirby, Joe Kubert, Boody Rogers, Dave Sim, Joe Simon und Alex Toth.

So wird sich demnächst ein Besuch im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig lohnen, wenn man sich einen guten Überblick über Underground- und Independent-Comics verschaffen möchte.

Wer sich mehr für die frankophonen Comics interessiert, der findet im Belgischen Comic-Zentrum in Brüssel eine gute Anlaufstelle.

Beiden Museen ist eines gemeinsam, man muss wirklich einen Faible für diese Art von Kunst haben, ansonsten wird ein solcher Besuch eine sehr langweilige Sache.

„Underground comics had offered something new … unselfconsciously redefining what comics could be, by smashing formal and stylistic, as well as cultural and political, taboos. Then, somehow, what had seemed like a revolution simply deflated into a lifestyle. Underground comics were stereotyped as dealing only with Sex, Dope and Cheap Thrills. They got stuffed back into the closet, along with bong pipes and love beads, as Things Started To Get Uglier“.

Art Spiegelman zitiert in Sabin Roger, Comics, comix & graphic novels (1996: 122)

Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

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Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

Neues Jahr

Ich hoffe, Sie sind gut ins Neue Jahr gerutscht! Meine bessere Hälfte und ich waren sehr darüber erstaunt, wie viele Böller und Raketen von unseren Nachbarn so gehortet werden. Noch mehr erstaunt darüber waren wir, nachdem die Böller zur Neige gingen, und die Nachbarn plötzlich ihre Schreckschusswaffen zogen und, wie im Wilden Westen, auf die Jagd nach allem möglichen Getier gingen.

Hätten unsere Nachbarn bloß ihren Wehrdienst absolviert, anstatt sich weinerlich und heuchlerisch vor sämtlicher Verantwortung zu drücken, dann müssten sie sich jetzt nicht selbst so erniedrigen und könnten wie Erwachsene und stolzen Blickes ins Neue Jahr schauen.

Ratspräsidentschaft

Eigentlich wollte ich heute selber etwas über die französische Ratspräsidentschaft schreiben, aber dann hat mir mein Newsfeed einen Artikel von Helga Schmidt aus dem ARD-Studio in Brüssel in den Posteingang gespült [Website nicht mehr vorhanden], der diese Problematik ganz gut wiedergibt.

So gerne ich auch alle proeuropäischen Aktionen begrüße, so muss ich doch immer wieder davor warnen, dass wir nicht den Fehler der Renaissance eines europäischen Nationalismus begehen sollten und ich führe zudem an, dass die „Grande Nation“ immer noch in viel zu vielen Köpfen unserer französischen Nachbarn herumirrt — ganz besonders in dem von Emmanuel Macron. Deswegen sind wir Deutschen den Franzosen wohl auch so ähnlich.

Bevor ich jetzt aber zu einem längeren Beitrag aushole, widme ich mich besser dem Backend dieses Weblogs und warte geduldig darauf, dass Michael Georg Link die französische Ratspräsidentschaft thematisiert. Und ich bin mir ganz sicher, dass sich Hans Müller noch während dieser hier zu Wort melden wird.

20 Jahre Euro

Kaum zu glauben, dass die Einführung des Euro schon so lange her ist. Und noch weniger ist zu glauben, wie mühe- und geräuschlos dessen Einführung in ganz — halt (!) — im Euro-Europa — funktioniert hat, sogar bei uns hier in Deutschland. Wenn ich mich richtig daran erinnere, war dies ebenfalls nur mit der Bundeswehr möglich. Was würden wir nur ohne unsere Soldaten machen? — Denken Sie bitte einmal daran, wenn Sie demnächst mal einen „in live“ sehen sollten, denn wehrfähige Männer stehen auf der Liste der aussterbenden Arten.

Hans Eichel sagte damals „Jedenfalls ist er [der Euro] ein weiteres Stück Verwirklichung der Einheit Europas und insbesondere des europäischen Binnenmarktes. Und alles, was in dem Binnenmarkt Schranken beiseite räumt, hilft dem Wirtschaftswachstum. … Der Euro ist ein Bestandteil des Programms für mehr Wohlstand in Europa.“

Inzwischen sind Schranken aller Art bei uns wieder völlig en vogue und wir sollten uns nicht wundern, wenn das mit dem Wirtschaftswachstum nicht mehr so funktioniert wie früher.

Vor 20 Jahren hatten die damals rund 300 Millionen Unionsbürger der Euro-Zone erstmals die neue Währung in der Hand, die allerdings bereits drei Jahre zuvor als Buchgeld eingeführt worden war und mit dem ECU eine weit längere Vorgeschichte hatte.

Um den Gebrauch zu erleichtern, gaben die Banken sogenannte Starter-Kits heraus, die eine Auswahl an Scheinen und Münzen enthielten. Mein Starter-Kit muss noch in irgendeiner Schublade liegen. So werde ich mich in den kommenden Tagen mal auf die Suche machen und etwas nostalgisch werden. By the way, wer rechnet von Ihnen immer noch größere Geldbeträge in DM um?

Geburtstag des Tages

J.D. Salinger