Maskerade

7.11.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Schiene

Als Autoländle hatten wir es noch nie so richtig mit der Schiene. Die Frankenbahn ist weiterhin schlechter ausgebaut als vor dem Zweiten Weltkrieg. Jüngst wird selbst die Gäubahn marginalisiert. Die Rheinschiene kommt wohl erst im kommenden Jahrhundert richtig zum Tragen, und hätten der Bund und die Bayern nicht insistiert, wäre selbst Stuttgart 21 kaum verwirklicht worden.

Ganz zu schweigen von den vielen Nebenstrecken, die zumindest bis heute immer weiter stillgelegt wurden und deren Reaktivierung, wenn überhaupt noch möglich, wohl Jahrzehnte dauern wird.

Noch vor ein paar Jahren hatte sich der Verkehrsminister für den Ausbau der Frankenbahn als für nicht zuständig erklärt — leider habe ich diesen Brief in den Müll geworfen — und jetzt sieht er im Falle von Abellio auch ganz folgerichtig keine Verantwortung beim Land. Es wäre auch eine sehr große Überraschung, wenn bei uns Minister für etwas zuständig oder gar verantwortlich wären!

The Länd

Sehr gefreut habe ich mich über die entsprechenden Leserbriefe in der gestrigen Heilbronner Stimme und auch über ähnliche Kommentare in Gesprächen mit meinen Mitbürgern.

Auch soll es vielleicht einen Untersuchungsausschuss im Landtag dazu geben, wobei wir alle wissen, dass diese zwar gerne zur Eigendarstellung genommen werden, ansonsten aber wie das Hornberger Schießen ausgehen.

Dabei muss es doch einen Grund für die plötzliche Verschwendung von 21 Millionen Euro Steuergelder geben. Ein seniler Ministerpräsident wird es wohl nicht sein. So kann man — wenn es andere schon nicht machen — einmal darüber nachdenken, wo jüngst Wahlkämpfe, z. B. im Bund, Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin, zu bestreiten waren und wer diese ausgerichtet oder gar mitfinanziert hat. Sehr unschön wäre es, wenn diese jetzt dafür von den 21 Millionen Euro aus Baden-Württemberg profitieren würden.

Sicherlich gibt es aber ganz andere Gründe. Diese könnte man seitens des Staatsministeriums völlig offenlegen und uns Bürgern nicht nur ständig Transparenzversprechen zu geben, sondern einmal auch tatsächlich etwas zu liefern.

378!

Das mit der Inzidenz geht mir so etwas von auf die Nerven, besonders weil ich fest davon überzeugt bin, dass eine kompetente Verwaltungsspitze dies bei uns um einiges besser hätte händeln können.

Aber anstatt von Anfang an die Pandemie und ihre Auswirkungen richtig und verstärkt bei den Heilbronnern zu kommunizieren, hat man — wir erinnern uns (!) — allen Heilbronnern gezeigt, dass man sich als VIP an keine entsprechenden Regeln halten muss. Und als die Heilbronner Stimme das dazugehörige Ringelpiez-Foto veröffentlichte, allen weisgemacht, dass auf dem Bild die vorgeschriebenen Abstände und Maßnahmen eingehalten wurden, leider bildlich aber falsch dargestellt wären.

Nicht nur, dass man uns Heilbronner gerne für dumm verkauft, man ist auch davon überzeugt, dass man mit uns wirklich alles machen kann.

So war es eigentlich abzusehen, dass viele Heilbronner das gleiche Verhalten für sich selbst auch in Anspruch nehmen, und nur ganz folgerichtig hat man dann auch davon abgesehen, die notwendigen COVID-19 Gegenmaßnahmen zu kontrollieren geschweige denn Verstöße zu sanktionieren.

Ich halte also fest:

  • Keine Vorbildfunktion der Verantwortlichen
  • Ungenügende Kommunikation der Sachverhalte
  • Mangelhafte Aufstellung und Kompetenz der zuständigen Stellen
  • Mangelhafte Kontrollen der notwendigen Maßnahmen
  • Kaum eine Sanktionierung bei Verstößen

So muss man sich nicht wundern, dass bei uns die Inzidenz erneut weit über 300 liegt. Das wirklich Schlimme daran ist aber, dass wir alle — besonders jene, die fast alles richtig machen und sich dabei vorbildlich verhalten — weiter leiden müssen und, da man immer noch bei uns eher Rücksicht auf die Täter, als auf die Opfer nimmt, wir bald wohl wieder in eine Gesamthaftung genommen werden.

Und dann wird uns erneut deutlich gemacht werden, wenn wir alle wieder zuhause sitzen müssen aber in der Heilbronner Stimme die neusten Ringelpiez-Fotos sehen können, dass wir zwar alle gleich sind, aber die gleicheren uns aus der Heilbronner Stimme heraus anlächeln.

Geburtstage des Tages

Marie Curie und Albert Camus


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

27.10.02021 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Abellio

Langsam aber sicher kehren auch bei uns im Südwesten Berliner Verhältnisse ein. Außer vielleicht die Verantwortlichen, wusste wahrscheinlich jeder, dass das mit der Firma Abellio und der Frankenbahn nicht funktioniert. Wer weiß, da es sich um die Frankenbahn handelt, wird das Ganze wohl von Stuttgart aus absichtlich und mit Schwung gegen die Wand gefahren?

Und jetzt kommt was ebenfalls zu erwarten war, eine für den Steuerzahler sehr kostspielige Rettungsaktion. Und danach die nächste und so weiter und so fort. Als nächstes wird in Stuttgart ein weiteres Ministerium geschaffen, nämlich das für Pleiten, Pech und Pannen, zur besseren Abwicklung unserer gesamten Wirtschaft.

So muss man sich auch nicht mehr darüber ärgern, dass demnächst die Stadtbahn bei Heilbronn für ein Jahr stillgelegt werden wird. Stellen wir uns schon jetzt darauf ein, dass auch die Stadtbahn ein paar Jährchen nicht mehr funktionieren wird.

Vorwarnstufe

Bei einer COVID-19 Inzidenz von gut 200 alleine in Heilbronn, muss man sich nicht wundern, wenn der Gesundheitsminister des Landes warnt, dass die Corona-Vorwarnstufe bald erreicht sei und die Intensiv-Betten in unseren Krankenhäusern knapp werden.

Glücklich jene, die dann nicht schwer krank werden und dringend intensive ärztliche Betreuung benötigen. Leider wird es dann wohl wieder so sein, dass es die Falschen erwischt, nämlich jene, die sich um unsere Gesellschaft bemühen und alles machen, damit diese auch funktioniert — leider aber zur ungünstigsten Zeit selber krank werden.

Es würde mich nicht mehr wundern, wenn viele der sogenannten Impfskeptiker nur noch darauf warten, dass ihnen der Staat für das Impfen einen Ballermannurlaub spendiert.

Wahlleiter

Gestern durfte ich bei der Europäischen Bewegung die Wahlleitung übernehmen. Eine Aufgabe, die ich immer wieder und gerne mache.

Zum Schluss gab es dort dann noch einen Bericht aus der aktuellen Ratspräsidentschaft, die übrigens Slowenien inne hat. Dabei war der Westbalkan, wie auch zu erwarten, erneut ein Thema. Allerdings nur eines von vielen, wobei die Herausforderungen wie eine gemeinsame Energiepolitik oder eine Modernisierung unserer Kommunikationsstrukturen den Schwerpunkt bildeten.

Geburtstag des Tages

Theodore Roosevelt


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

15.10.02021 5 (2)

Foto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Weblog

Kaum habe ich mein Weblog wieder etwas aufgeräumt und schon entdecke ich neue Spielereien, die ich nun unbedingt auch ausprobieren möchte. Ich erledige das wie immer direkt vor Ort und nehme dabei in Kauf, dass es auch schiefgehen kann.

Der interessierte Leser wird in den kommenden Tagen wohl die eine oder andere Änderung hier im Blog bemerken. Und wenn diese mir nicht mehr gefallen, sind sie bald auch wieder verschwunden.

Sollten Sie die eine oder andere positive Änderung bemerken, dann lassen Sie mich dies bitte wissen. Denn ich freue mich, wenn auch anderen dieses Weblog gefällt.

Gerberstraße

Die nordwestliche Innenstadt ist spätestens seit Umwandlung der Sülmerstraße zur Fußgängerzone ein Problem. Der große Wurf, nämlich auch die Turm- und Lohtorstraße zur Fußgängerzone zu machen und die Stadt damit besser an den Neckar anzubinden, blieb bis heute aus.

Mit der Ausweisung der Unteren Neckarstraße als Fußgängerzone wurden Lammgasse und Gerberstraße sogar zu trennenden Bändern und mit der Schließung der Kranenstraße zur heimlichen Rennstrecke für Menschen mit Ortskenntnis.

Deshalb freut es mich, dass nun zumindest im Gemeinderat von einigen Stadträten zielführende Lösungsvorschläge mit ins Spiel gebracht werden.

Auf jeden Fall muss die Paula-Fuchs-Allee so schnell wie möglich realisiert und auch die neue Kranenstraße darf nicht länger verzögert werden. Damit wird, wie schon seit Jahren versprochen, eine große Entlastung der nördlichen Innenstadt erreicht werden können.

Schon sehr schnell kann man Lohtorstraße und Turmstraße in Gänze zu Fußgängerzonen umwidmen und — wie bereits von mir erwähnt und in Stuttgart gut gemacht — nicht nur einzelne Fußgängerstreifen in der Gerberstraße und der Lammgasse zu schaffen, sondern diese Straßen, dort wo sie von Ost nach West gequert werden, in Gänze zur Fußgängerübergängen zu machen.

Die Schaffung einer Quartiersgarage halte ich für utopisch und baue darauf, dass sich „mein altes Viertel“ sehr schnell zu einer sehr attraktiven Wohngegend entwickeln wird, wo Menschen nicht unbedingt eigene Autos als Verkehrsmittel haben wollen.

Und spätestens wenn diese Ideen umgesetzt sind, werden sich auch wieder sehr attraktive Ladengeschäfte in der Gerberstraße und der Lammgasse ansiedeln, zumal diese dann zudem auf „Autokunden“ bauen können und beide Straßen dann die Sülmerstraße und die Untere Neckarstraße sowie die Verbindungen Turm- und Lohtorstraße nicht mehr nur trennen, sondern wieder zu einem wunderbaren Ganzen zusammenfügen.

Felsendiluviale

Die Nagelfluhfelsen (Trias- und Juragestein) in Klingenberg sind Privateigentum, und Eigentum verpflichtet nicht nur bekanntlich, sondern auch per Gesetz.

Seit 1937 sind diese Nagelfluhfelsen zwar als Heilbronner Naturdenkmal „Felsendiluviale“ (Diluvium = Eiszeit) — eines von inzwischen sechs städtischen Naturdenkmälern — ausgewiesen, was aber noch lange nicht bedeutet, dass der Steuerzahler dafür auch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu tragen hat.

Mir ist es immer noch unverständlich, dass die Allgemeinheit anscheinend bereits vor Jahren diese Kosten schon einmal tragen musste und kann es auch heute nicht nachvollziehen, dass jetzt erneut, zumindest eine anteilige, Kostenübernahme durch uns Steuerzahler im Gespräch ist.

Geburtstage des Tages

Vergil, Friedrich Nietzsche, Michel Foucault und Leonhard Reinwald