Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

5.1.02022 5 (2)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Shopping

Da ich den heutigen Tag bereits mit allem Möglichen verbracht habe, konnte ich auch gleich noch eine Schippe drauf legen und mit meiner besseren Hälfte shoppen gehen. Ein paar Dinge mussten dringend ersetzt werden und zudem steht ein 60. Geburtstag vor der Tür, genauer genommen, vor einer Tür im Südschwarzwald.

Und wenn man dann so durch die Innenstadt schlendert und noch dabei versucht, die entsprechenden aktuellen Regierungs- und Verwaltungsentscheidungen nachvollziehen zu können, dann vergeht einem gleich auch das letzte Quäntchen Freude beim Einkaufen.

Bei einem Laden komme ich nur mit Impfung oder Test hinein, beim nächsten ganz ohne alles. Ein paar wenige kontrollieren den Zugang, die meisten aber nicht. Und wenn man jetzt noch versucht, diese Maßnahmen oder deren Nichtbefolgung mit gültigen Regierungsentscheidungen in Deckung zu bekommen, dann fängt man so langsam aber sicher das Zittern an. Und selbst die bekannteren diesbezüglichen Regierungs- oder Verwaltungsentscheidungen sind weder für den Bürger transparent noch nachvollziehbar.

So kann man bestenfalls annehmen, dass der eine Lobby-Verband bei der Regierung bessere Arbeit als der andere leistet — böse Zungen behaupten bereits: einfach nur die Verantwortlichen besser schmiert als der andere.

Aber egal, wie es auch tatsächlich sein mag, beim Bürger kommt das Ganze inzwischen als reine Willkür an.

Bitte erklären Sie mir z. B. einmal, warum man ohne Probleme in den öffentlichen Saunen sitzen kann, aber mit seiner eigenen Frau keine Tanzschule zum Übungstanz besuchen darf?

Inkompetenz und Willkür gehen meist Hand in Hand, und beides ist viel ansteckender als jeglicher Virus!

Post

Da ich heute schon wegen einer anderen Sache unterwegs war, nämlich nach Ulm, konnte ich auch gleich dafür sorgen, dass zwei meiner Bücher den Käufer fanden. Im Gegensatz zu so manchem Mitarbeiter der Deutschen Post, fand ich ohne größere Schwierigkeiten die Kronprinzstraße in Stuttgart und gab dort das Päckchen nun persönlich ab.

Als Zugabe gab es dann noch einen Blick auf die Baustelle von Stuttgart 21, und es sieht ganz danach aus, dass die Heilbronner Straße nun wieder an der ursprünglichen Stelle liegt. So wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis man auch einmal die neuen Gleise nach Stuttgart und dann weiter nach Ulm nutzen werden kann.

Ganz im Gegensatz zur Frankenbahn, wo die Verantwortlichen sogar nicht einmal mehr wissen, dass diese von Stuttgart bis nach Würzburg reicht — ist wahrscheinlich auch zu viel verlangt. Vielleicht wäre es gar nicht schlecht, wenn man die alte Bahnmagistrale Berlin – Mailand an ein chinesisches Konsortium vergibt, denn dann ist zumindest sichergestellt, dass es ausreichend Lockführer gibt. Und mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn dann auch wieder schnelle Züge durch Heilbronn rauschen, die müssen auch nicht gleich bis nach Peking fahren.

Uniform

Nach all den Jahren wurde es nun doch einmal nötig, dass ich wieder eine Uniform benötige. Leider hatte ich mich beim letzten Umzug dazu entschieden, genau jene Uniformen zu behalten, die ich jetzt aber nicht brauche.

Und so kam es, dass ich heute kurzfristig wieder ins Ökosystem der Bundeswehr eintauchte. Nach all den ganzen Jahren war es sehr erfreulich erleben zu dürfen, dass dort — zumindest die ganz normalen Dinge — noch alles beim erstes Mal funktioniert, völlig unkompliziert und erstaunlich zügig, und man zudem weder öfters nachfragen noch seine Ansprechpartner gar erinnern muss. Das Ganze wurde noch mit einer Freundlichkeit kombiniert, die man sonst so kaum noch erleben darf.

So war mein kurzer Ausflug auch wieder überraschend schnell zu Ende und so freue ich mich schon jetzt darauf, demnächst eine weitere Gelegenheit zu finden, um wieder einmal Bundeswehrluft zu schnuppern.

Geburtstag des Tages

Umberto Eco


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

27.11.02021 5 (1)

Foto: Allee | © Shutterstock

Tunnel & Spurenstoffe

Erfreulich ist, dass der Verein Lerchenbergtunnel weiter am Ball bleibt, und wir deshalb erstmals auch Pläne für Radwege in Heilbronn zu Gesicht bekommen. Jetzt hoffen wir einmal, dass bei dieser Aktion nicht nur die „Gutachter“ — wieder einmal sind 120 000 Euro einfach so weg — etwas davon haben, sondern, dass das Ganze zu einem stimmigen Fuß- und Radwegenetzwerk in Heilbronn führt. Was würde bloß unsere Stadtverwaltung ohne engagierte Bürger machen?

Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass Heilbronn wieder einmal nur halbe Sachen macht. Die entsprechende Entschuldigung dafür — keine gesetzliche Verpflichtung — seitens der Stadtverwaltung lässt tief blicken. Alleine mit dieser Entschuldigung könnten wir Bürger unsere Stadtverwaltung gewaltig ausdünnen und doch so einiges an Steuern sparen!

Aber zurück zur halbe Sache. Vor kurzem konnte ich noch davon berichten, dass unsere Kläranlage modernisiert wird. Leider aber verzichtet die Stadtverwaltung auf ein zusätzliches Reinigungsverfahren für sogenannte Spurenstoffe — wohl aus Kostengründen. Was u. a. in Ulm, einer vergleichbaren Großstadt, schon längst Usus ist, wird in Heilbronn wohl noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten lassen.

Wir Heilbronner „investieren“ dafür lieber in Berater und Gutachter aller Art sowie in Magazine und Zeitungen, die nette Artikel über uns schreiben und uns als Stadt schöne Titel verleihen.

Wahlalter

So sehr ich selbst die beabsichtigte Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre begrüße, so möchte ich doch gerne darauf hinweisen, dass dies weitere Folgen haben muss. Eine der Folgen ist die entsprechende Anpassung des Jugendstraf- und Jugendschutzgesetzes. Eine politische Mündigkeit ist erst dann gegeben, wenn sie auch mit Verantwortung verbunden ist.

Weitere Folgen sind dabei auch, die Heirat mit 16, nicht nur der Führerschein, und auch der offizielle Zutritt zum Erhalt von Drogen aller Art. Nicht zu vergessen, dass man dann auch mit 16 wieder seinen Wehrdienst leisten können muss.

Kreisversammlung

Trotz der schwierigen, Pandemie bedingten, Lage kamen mehr Europäische Föderalisten zur inzwischen 68. Kreisversammlung der EUROPA-UNION Heilbronn als erwartet. Sehr gefreut habe ich mich zudem darüber, dass viele Mitglieder ihr Fehlen vorab entschuldigten und damit ebenfalls ihr Interesse am Verband bekundeten.

Unsere „Aktion 500“ stieß bei den Mitgliedern auf großen Zuspruch. Auch begrüßten sie unsere Absicht, den Europa-Ball in Heilbronn zu reaktivieren. Dieser wird erstmals wieder am Samstag, 23. Juli 2022 in Heilbronn stattfinden und sicherlich wieder ein Highlight im Heilbronner Veranstaltungskanon werden.

Sehr schwer taten sich vor allem die Vertreter der Partnervereine der EUROPA-UNION mit der nur folgerichtigen und verständlichen Absage des Treffpunkts Europa auch für 2022. Sie baten aber den Kreisvorstand erneut zu prüfen, in wieweit ein Treffpunkt Europa zukünftig in Heilbronn möglich sein wird.

Ich konnte im Namen des Kreisvorstandes „unseren“ Mitgliedern eine solche Prüfung gerne versprechen, musste alle aber auch erneut darauf hinweisen, dass Menschen oder gar Bevölkerungsgruppen, die nicht wählen gehen, zumindest im politischen Leben nicht stattfinden und damit auch seitens der Politik weder wahrgenommen werden, noch eine Unterstützung erhalten.

Ein erstes Zeichen können betroffene Heilbronner dadurch setzen, indem sie am 6. Februar 2022 Kandidaten, die sich nachweislich und ganz offensichtlich weder für unser Europa noch für den Treffpunkt Europa interessieren, nicht wählen werden. Man merke sich: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber!“

Geburtstag des Tages

Jimi Hendrix


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

4.6.02021 5 (1)

Foto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Nachverdichtung

Eines der neuen Kultwörter des Heilbronner Gemeinderats ist die „Nachverdichtung“, was grundsätzlich eine gute Sache ist, um die Zersiedelung unserer Landschaften abzumildern. Besser wäre natürlich, wenn man, ganz Großstadt, auch die Bauhöhenlimitierung aufhebt. Schlecht an der ganzen Sache ist aber, dass man zwar verdichtet, nicht aber entsprechend oder gar vorausschauend die notwendige Infrastruktur anpasst. Das wirklich Teure bei diesen Maßnahmen sind nämlich die Zu- und Abwasserrohre, die Auffangbecken und eine notwendige Vergrößerung wie auch Modernisierung der Kläranlagen. Dazu kommt noch eine Vergrößerung und Leistungssteigerung der Verkehrsflächen sowie der Parkmöglichkeiten — zumindest so lange, wie die Mehrheit der Heilbronner Bevölkerung gerne noch selbst Auto fährt. Auch kommt noch hinzu — man kann dies u. a. in Ulm ganz gut sehen –, dass man die Straßenbahn erweitert oder gar funktionierende Fahrradstraßen baut; an Ideen wird es sicherlich hierbei nicht fehlen. Zudem darf man die weitere Versorgungs- und Telekommunikationsinfrastruktur nicht vergessen, die schon heute am Limit arbeitet.

Unverständlich ist es deshalb, dass man schon gar nicht mehr notwendige Verkehrsachsen neu- oder ausbaut, sondern ganz im Gegenteil reduziert und gar zu Sackgassen degradiert, so wie einige Radwege plötzlich und ganz unerwartet enden. Und sobald es einmal etwas stärker regnet, saufen die Keller selbst oder gerade von Neubaugebieten ab. Und da man ganze Neubaubiete einfach als verkehrsberuhigt oder autofrei deklariert und damit ganz nebenbei den Investoren die Ausgaben für Stellflächen erspart, bekommt man in der gesamten Innenstadt zusätzlichen, überflüssigen und dazu noch umweltschädigenden Verkehr, da Besucher beständig die Wohnblocks auf der Suche nach kostenfreien Parkplätzen umkreisen, so wie auch die Anwohner, die entgegen der städtischen Annahme zwar über eigene Autos, aber über keine Stellplätze verfügen.

Wir wollen alles, das aber möglichst billig, ist keine Lösung, um eine Großstadt am Leben zu erhalten. Und Fahrverbote oder auch Geschwindigkeitsbegrenzungen lösen das Problem ebenfalls nicht.

Schwimmen

Obwohl ich selber noch gut 6 Wochen warten muss, bis ich wieder selbst schwimmen kann — wenn die Heilbronner Inzidenz mir nicht erneut einen Strich durch die Rechnung macht –, freue ich mich sehr darüber, dass zumindest zwei unserer Heilbronner Bäder geöffnet haben. Die mehrmonatige Schwimmpause hat sich auch bei mir sehr negativ auf meinen Gesundheitszustand ausgewirkt und so hoffe ich, dass es bald wieder bergauf geht.

Und auch für unsere Kinder und Jugendlichen ist das Schwimmen eine gute Sache, vorausgesetzt, sie lungern dann nicht nur am Beckenrand herum, sondern versuchen zumindest schwimmen zu lernen. Hierbei wäre es eine große Hilfe, wenn auch das dritte Freibad Gesundbrunnen und unser Soleo-Hallenbad geöffnet werden könnte — ich vermute aber, das liegt nicht am Geld alleine, sondern eher an den fehlenden Fachkräften.

Vereinsarbeit

Seit langem frage ich mich, wie andere sich in unzähligen Vereinen alleine zeitmäßig bewegen können. Ich zumindest musste mich diesbezüglich immer mengenmäßig einschränken und konnte mich auch nur in ganz wenigen zeitgleich aktiv einbringen. Und schon alleine der Vorsitz in einem einzigen Verein beschäftigt mich täglich.

Mit zunehmender Erfahrung konnte ich zwar manche Dinge sein lassen, dafür kommen aber immer wieder neue Angelegenheiten auf den Tisch, die zwingend zu erledigen sind. Und über die Jahre hinweg kommen auch immer wieder auf’s Neue Wiederholungen — keine Déjà-vus — dazu, die abzuarbeiten immer weniger Spaß mit sich bringt. Und leider wohl der freiwilligen Vereinsarbeit geschuldet, nutzt es wenig, wenn man eine Best Practice oder eine FAQ Sammlung anlegt und noch weniger, ein entsprechendes Fachbuch schreibt.

So bleibt einem nichts anderes übrig, als immer wieder das Selbe zu predigen, was Aktiven in Sport- oder Musikvereinen eher erspart bleibt, weil irgendwann auch der Resistenteste schwimmen, radfahren oder singen kann.

Völlig nervig ist es aber, wenn man „berufsmäßigen“ Vereinsvorständen immer wieder die Grundlagen ihres „eigenen“ Vereines predigen muss und merkt, dass diesen das Ganze völlig egal ist; Hauptsache, sie können sich mit einem Pöstchen schmücken, besser noch, sie haben dabei keinen eigenen Aufwand zu betreiben.

Gerade in politischen Vereinen ist es so, dass diese Personen alleine — wenn überhaupt — zu den Pflichtveranstaltungen erscheinen, nach Essen und Trinken Ausschau halten, stets und gerne bereit sind, Belangloses „dem Volk“ zu Gehör zu bringen und schnell wieder verschwunden sind, wenn es gilt, dass man tatsächlich selbst einmal produktiv werden müsste.

Bei solchen Vorbildern ist es sehr verständlich, wenn sich die Arbeitsebene immer mehr zurückzieht, und die Kluft zwischen den „Präsidenten“ und dem „Vereinsvolk“ immer größer wird — was sich leider auch in den Mitgliederzahlen bemerkbar macht.