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Europa

Vereine und Interessengruppen

Europa berührt fast alle Lebensbereiche, so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Vereine und Interessengruppen finden lassen, die sich ebenfalls mit Europa oder europäischen Themen auseinandersetzen.

Mit am ältesten davon sind wohl die Vereine, die Städtepartnerschaften unterhalten und pflegen. Es gibt auch zahlreiche ‚Europa-Clubs‘ (der ehemalige Europa-Club Heilbronn und der heute noch existierende in Stuttgart können als Beispiel dienen), welche sich inhaltlich mehr mit Kultur, Land und Leuten auseinandersetzen, oder auch ‚internationale‘ bzw. ‚interkulturelle‘ Sportvereinigungen, die in möglichst vielfältiger Gesellschaft ihrer Lieblingssportart nachgehen möchten.

Auch wenn diese Mitbürger dabei keine tiefergehenden eigenen politischen Aktivitäten entwickeln oder bewerben wollen, leisten sie auf jeden Fall einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Völkerverständigung.

Anders hingegen ist es mit immer wieder neu auftretenden ‚Europa-Aktivisten‘, die sich sehr prominent zu Wort melden und durchaus auch interessante und neue Formate für eine ‚Europabewerbung‘ entwickeln, aber letztendlich doch den europäischen Lackmustest bestehen müssen: Haben sie eigene Zielvorstellungen für unser Europa und sind sie auch bereit, diese über längere Zeiträume hinweg zu verfolgen?

Und ganz wichtig: sind sie bereit zur Zusammenarbeit einschließlich inhaltlicher Auseinandersetzungen?

Wenn nicht, dann erinnere ich gerne an einen Kommentar Charles de Gaulles, den er in einem Interview mit Michel Droit am 14. Dezember 1965 tätigte:

„Bien entendu, on peut sauter sur sa chaise comme un cabri en disant l’Europe! l’Europe! l’Europe! mais cela n’aboutit à rien et cela ne signifie rien.“

„Selbstverständlich kann man wie ein Zicklein auf einen Stuhl springen und immer wieder Europa! Europa! Europa! sagen – doch das führt zu nichts und bedeutet nichts.“

Charles de Gaulle (14. Dezember 1965)
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Nachdenklich

Es sind immer wieder diese völlig unerwarteten Ereignisse, die uns Menschen aus den eigenen Träumen reißen und einen kurz über das eigene sowie das Leben an sich nachdenken lassen, bevor man wieder zum Alltag zurückkehrt.

Dabei meine ich nicht irgendwelche völlig überraschenden Aktienbewegungen an der Börse oder Pandemiemeldungen aus den Medien, sondern den plötzlichen Tod von Menschen, die man persönlich kannte und mit deren vorzeitigem Tod man einfach nicht rechnete.

Auch wenn man mit zunehmenden Alter das Gefühl entwickelt, dass „die Einschläge“ immer näher kommen und man damit auch selber immer mehr sensibilisiert ist, hat der Tod von Menschen, welche jünger als man selber sind, doch eine ganz besondere Bedeutung. Und wenn man dann noch gleich mehrerer solcher tragischen Ereignisse gewahr wird, hält das eigene Grübeln etwas länger als sonst üblich an.

Steve Jobs konnte dem Tod eine ganz eigene Bedeutung beimessen.

„Death is very likely the single best invention of Life. It is Life’s change agent. It clears out the old to make way for the new.“ 

Steve Jobs, Stanford Commencement Adress (2005)

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb am 4. April 1787 an Leopold Mozart, dass der Tod der Schlüssel sei, der das Tor zur wahren Glückseligkeit öffne, und er selber, auch in seinen noch jungen Jahren, nie zu Bett ginge ohne darüber nachzudenken, den kommenden Tag nicht mehr zu erleben.

Und John O’Donohue wundert sich:

„Though death is the most powerful and ultimate experience in one’s life, our culture goes to great pains to deny its presence.“

John O’Donohue,  Anam Cara: A Book of Celtic Wisdom (1997: 205)

Paulo Coelho fasste das Ganze in die folgenden Worte:

„Life is a dream from which we wake only when we meet death.“

Paulo Coelho, Aleph (2011)

Um heute nicht ganz dem Grübeln zu verfallen, beende ich diesen Beitrag mit einem wunderbaren Gedicht von Walt Whitman.

A clear midnight

THIS is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,
Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes thou lovest best.
Night, sleep, death and the stars.

„The death rate is the same for us as for anybody … one person, one death, sooner or later.“

Robert A. Heinlein, Tunnel in the Sky (1987: 28)