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Nachdenklich

Es sind immer wieder diese völlig unerwarteten Ereignisse, die uns Menschen aus den eigenen Träumen reißen und einen kurz über das eigene sowie das Leben an sich nachdenken lassen, bevor man wieder zum Alltag zurückkehrt.

Dabei meine ich nicht irgendwelche völlig überraschenden Aktienbewegungen an der Börse oder Pandemiemeldungen aus den Medien, sondern den plötzlichen Tod von Menschen, die man persönlich kannte und mit deren vorzeitigem Tod man einfach nicht rechnete.

Auch wenn man mit zunehmenden Alter das Gefühl entwickelt, dass „die Einschläge“ immer näher kommen und man damit auch selber immer mehr sensibilisiert ist, hat der Tod von Menschen, welche jünger als man selber sind, doch eine ganz besondere Bedeutung. Und wenn man dann noch gleich mehrerer solcher tragischen Ereignisse gewahr wird, hält das eigene Grübeln etwas länger als sonst üblich an.

Steve Jobs konnte dem Tod eine ganz eigene Bedeutung beimessen.

„Death is very likely the single best invention of Life. It is Life’s change agent. It clears out the old to make way for the new.“ 

Steve Jobs, Stanford Commencement Adress (2005)

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb am 4. April 1787 an Leopold Mozart, dass der Tod der Schlüssel sei, der das Tor zur wahren Glückseligkeit öffne, und er selber, auch in seinen noch jungen Jahren, nie zu Bett ginge ohne darüber nachzudenken, den kommenden Tag nicht mehr zu erleben.

Und John O’Donohue wundert sich:

„Though death is the most powerful and ultimate experience in one’s life, our culture goes to great pains to deny its presence.“

John O’Donohue,  Anam Cara: A Book of Celtic Wisdom (1997: 205)

Paulo Coelho fasste das Ganze in die folgenden Worte:

„Life is a dream from which we wake only when we meet death.“

Paulo Coelho, Aleph (2011)

Um heute nicht ganz dem Grübeln zu verfallen, beende ich diesen Beitrag mit einem wunderbaren Gedicht von Walt Whitman.

A clear midnight

THIS is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,
Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes thou lovest best.
Night, sleep, death and the stars.

„The death rate is the same for us as for anybody … one person, one death, sooner or later.“

Robert A. Heinlein, Tunnel in the Sky (1987: 28)
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Tag des Handtuchs

Seit 2001, dem Jahr in dem Douglas Adams viel zu früh gestorben ist, hat seine Fan-Gemeinde begonnen, jedes Jahr am 25. Mai, den sogenannten Towel Day zu begehen. An diesem Tag tragen die eingefleischten Anhänger Adams‘ ein Handtuch bei sich, welches sie auch mehr oder weniger prominent zur Schau stellen.

Die wirkliche Bedeutung eines Handtuchs wurde von Douglas Adams erstmals 1978 in seinem Hörspiel The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy herausgestellt. Diese Hörspielserie war übrigens meine erste, die ich nicht nur regelmäßig verfolgte, sondern zudem auch mit dem Kassettenrekorder aufzeichnete; ein Zeitvertreib, der der heutigen Jugend wohl gänzlich fremd ist.

Der überraschende Tod von Adams verdrängte dann bei mir auch die Erinnerung an 2001: A Space Odyssey, einem Film von Stanley Kubrick, der bereits 1968 erschienen war, und dessen „Jubiläum“ wir 2001 eigentlich mit Freunden zusammen „feiern“ wollten; so wie wir es bereits zuvor 1984 mit dem Buch von George Orwell taten, welches übrigens 1949 herauskam.

Kurz darauf ging dann auch eine eigene Towel Day Website online, welche mit ihrem damals innovativen Count Down sicherstellte, dass man weder den kommenden Towel Day verpasste, noch Douglas Adams‘ Geschichte in Vergessenheit geriet.

So war es dann auch immer wieder schön mit anzusehen, wenn Kameraden oder andere Menschen, von denen man das wohl nie so richtig erwartet hätte, am 25. Mai und dies auch im größten Trubel mit einem Handtuch erschienen.

Zwischenzeitlich war die Towel Day Website zwar aus dem World Wide Web verschwunden, ist aber heute wieder in einer etwas anderen Form aufgetaucht, und ich hoffe, dass sie nunmehr online bleiben wird.

Mancher wird sich vielleicht jetzt fragen, warum man um ein gewöhnliches Handtuch solch einen Aufwand betreiben kann?

Hierbei empfehle ich ganz einfach nur die Lektüre des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, denn danach sollte diese Frage geklärt sein.

Und wer jetzt noch wissen möchte, warum ich persönlich so an diesem Tag des Handtuchs hänge, dem kann ich versichern, dass dies gänzlich mit meinem eigenen Berufsleben zusammenhängt.

Denn bereits Anfang der 1990er Jahre machten mich französische Kameraden auf die zwingende Notwendigkeit eines Handtuchs, welches durchaus auch die Größe eines Fußabtreters einnehmen kann, für jeden aktiven Soldaten aufmerksam.

In den Folgejahren bewährte sich mein Handtuch, wobei ich es zu meinem Leidwesen deshalb auch öfters auswechseln musste. Und dies führte wiederum dazu, dass ich auch jüngeren Kameraden beständig die Notwendigkeit und Bedeutung eines Handtuchs ans Herz legte.

Deswegen freue ich mich noch heute, wenn Menschen am 25. Mai mit einem Handtuch durch die Gegend laufen und wünsche jedem dabei, dass sein Handtuch nie wirklich zum Einsatz kommen muss.

„He felt that his whole life was some kind of dream and he sometimes wondered whose it was and whether they were enjoying it.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
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